„Vergiss nicht die Heimat, hier findest du Ruh“ – Diese Zeile aus dem Effeltricher Heimatlied stammt von Robert Kotz, dem Mann, der die Geschichte und das Brauchtum Effeltrichs wie kaum ein anderer erforschte, dokumentierte und für kommende Generationen bewahrte. Nun trägt ein Platz in Effeltrich seinen Namen.
Begleitet vom Musikverein Effeltrich zog ein Festzug zum neu gestalteten Platz, wo sich Bürger und Vereinsvertreter zum Feiern versammelten. Den Höhepunkt bildete die Enthüllung einer Gedenktafel durch Bürgermeister Peter Lepper und Bernhard Kotz, Vorsitzender des Volkstrachtenvereins Effeltrich und Neffe von Robert Kotz.
Die Tafel zeichnet dessen Lebensweg mit historischen Fotografien und biografischen Stationen nach. Pfarrvikar Tobias Fehn segnete den neuen Platz mit der Weiheformel und Weihwasser.
Peter Lepper würdigte die Eigenleistung des Trachtenvereins: „Die Mitglieder des Trachtenvereins haben die Ärmel hochgekrempelt und aus einem wirklich unschönen Flecken ein wunderschönes Schmuckstück gemacht.“ Im Mittelpunkt seiner Ansprache stand das Lebenswerk von Robert Kotz. Mit seinem Buch „Effeltrich – Geschichte eines fränkischen Dorfes“ habe er das bis heute maßgebliche Standardwerk über die Gemeinde geschaffen. „Robert Kotz hat sich durch seine Behinderung nicht entmutigen lassen, sondern ist mit eisernem Willen seiner Bestimmung gefolgt, die Geschichte von Effeltrich aufzuschreiben“, sagte Lepper.
Pfarrer a. D. Albert Löhr nannte Kotz das „Gedächtnis von Effeltrich“. Schon Jahrzehnte vor dem Begriff der Inklusion hätten Familie, Nachbarn und Freunde den schwerbehinderten Mitbürger selbstverständlich ins Dorfleben einbezogen. „Aufgeben war nie Seines“, sagte Löhr über seinen langjährigen Weggefährten.
Auch Professor Heimo Ertl kannte den Heimatforscher noch persönlich. „Er war heiter, fröhlich, zugewandt und interessiert“, erinnerte sich Ertl. Dabei war Robert Kotz wegen einer fortschreitenden Muskelerkrankung bereits seit seiner Jugend auf den Rollstuhl angewiesen und musste seinen Beruf als Gemeindeschreiber aufgeben. Historiker der fränkischen Landesgeschichte hätten seine 1980 erschienene Chronik später als Arbeit bewertet, die „weit über das hinausgeht, was man sonst bei solchen Ortsgeschichten vorfindet“, berichtete Ertl. Auf seine Initiative hin erhielt Robert Kotz 1983 das Bundesverdienstkreuz.
Für Bernhard Kotz war die Einweihung ein besonders persönlicher Moment. Als Jugendlicher war er an der Entstehung der Chronik beteiligt. „Ich habe das alles miterlebt, wie sein Buch geschrieben wird, wie die Chronik gemacht wird“, erzählte er. Nach den Vorgaben seines Onkels fuhr er damals selbst durch die Ortschaft und fotografierte alte Häuser und Trachten.
Für die Zukunft wünscht sich Bernhard Kotz vor allem eines: „Dass man an ihn denkt – auch die jüngeren Leute –, was er alles gemacht hat für Effeltrich, für die Gemeinde und für die Pfarrei.“
Mit traditionellen Tänzen umrahmte die Kindertrachtentanzgruppe des Volkstrachtenvereins unter Leitung von Barbara Dittrich die Einweihungsfeier. Im Anschluss wurden die verschiedenen Effeltricher Trachten mit ihren Besonderheiten vorgestellt.
„Liebe Heimat, immer möcht‘ ich bei dir sein“ heißt es im Refrain seines Heimatliedes. Mit dem neuen Robert-Kotz-Platz bleibt die Erinnerung an ihn im Ort lebendig.









