Kronach
Shakespeares Klassiker neu erzählt
Am Frankenwald-Gymnasium wagte sich das Mittel- und Oberstufentheater an eine moderne Interpretation des Shakespeare-Klassikers „Romeo und Julia“.Heike Schülein
Am Frankenwald-Gymnasium wagte sich das Mittel- und Oberstufentheater an eine moderne Interpretation des Shakespeare-Klassikers „Romeo und Julia“.Heike Schülein // 
Kronach

Die traurigste Liebesgeschichte der Welt, neu erzählt: Am Frankenwald-Gymnasium wagte sich das Mittel- und Oberstufentheater an eine moderne Interpretation des Shakespeare-Klassikers „Romeo und Julia“.

Ewige Liebe inmitten einer Familienfehde, heimliche Hochzeit, tragische Wendungen und ein todesmutiger Plan, der zum bitteren Ende führt: Jeder kennt das wohl berühmteste Liebespaar, Romeo und Julia. Die Kinder der bis aufs Blut verfeindeten Familien Capulet und Montague begegnen sich auf einem Ball im Hause Capulet und verlieben sich ineinander. Beide wissen: Es darf nicht sein, denn ihre Familien – die reichsten in Verona – hassen sich seit Generationen. Und doch können die Liebenden nicht voneinander lassen...

Eine solche Liebestragödie der Weltliteratur in einer modernen Fassung auf die Bühne zu bringen, hätte auch schiefgehen können. Die vier Vorstellungen des Mittel- und Oberstufentheaters des Frankenwald-Gymnasiums waren aber gelungen, sehr sogar.

Nach Verona versetzt

Stefanie Aust und Julia Sand inszenierten das von Genia Gütter für die Schulbühne bearbeitete Theaterstück nahe am Original, aber in modernisierter Sprache und komprimierter Spieldauer. Unterstützt wurden sie von Chiara Mitter (Regieassistenz), Alexandra Reiter und Mirjam Gwosdek (Leitung Bühnenbild), Katharina Trapper (Choreografie) sowie vom Team des AK Technik unter Leitung von Ute Walter.

Vor der dem historischen Verona nachempfundenen Bühnenkulisse, bei der natürlich auch der berühmte Balkon nicht fehlen durfte, beeindruckten die schauspielerischen Leistungen aller Mitwirkenden. Leidenschaftlich, poetisch und mit großer Hingabe zeigten sie, wie Liebe Grenzen sprengen, aber auch, wie tief Hass spalten kann.

Mit viel Leidenschaft verkörperten „Romeo“ (Anna Suranovsky/Katharina Kolb) und „Julia“ (Dana Müller/Louise Gwosdek) Liebesglück und Not des jungen Paares, ließen das Publikum mitleiden. Dabei scheint es zunächst möglich, dass die Liebe siegen könnte, haben die beiden doch treue Verbündete: Bruder Lorenzo, der sie traut, hoffend, diese Liebe würde Frieden stiften zwischen den Häusern, und Julias Amme, die als „Postillon d‘Amour“ die verbotene Verbindung zwischen den Liebenden aufrechterhält.

Aber der Hass sitzt zu tief, auch in Romeo. Als sein bester Freund Mercutio von Julias Cousin Tybalt getötet wird, übt er rasend vor Wut Rache und ersticht ihn. Romeo wird verbannt; Julia soll Graf Paris heiraten. Aber lieber wollen sie gar nicht als ohne einander leben.

Der Plan scheitert

Da schmiedet Bruder Lorenzo einen irrwitzigen Plan: Er gibt Julia einen seiner wundersamen Tränke. Sie fällt in einen todesähnlichen Schlaf. Lorenzo schickt einen Boten zum verbannten Romeo. Er soll zurückkehren, die wieder erwachte Julia aus der Gruft befreien und so bei seinen Schwiegereltern in Gnade fallen.

Doch der Plan scheitert. Das herzzerreißende Stück schließt mit der Versöhnung der beiden verfeindeten Familien im Schmerz um den Verlust ihrer Kinder.

Alle Beteiligten auf der Bühne wie auch hinter den Kulissen hatten viel Zeit und Mühen in die vier Abende voller Liebe, Tragik, Hass, Vorurteile und letztlich auch Versöhnung investiert. Sie ließen den Klassiker auf neue Weise leuchten.

Die intensiven Proben und monatelangen Vorbereitungen merkte man den mit dramatischer Musik unterlegten Aufführungen in jedem Moment an. Hierfür dankte das Publikum mit langem Applaus.

Überzeugende Darsteller

Aus der überzeugenden Darstellerriege sollte niemand herausgestellt werden. Ein Sonderlob für das eindringliche, sensible und bewegende Spiel der doppelt besetzten Liebespärchen sei aber doch erlaubt. Ihnen und allen weiteren Mitwirkenden gelang es, den innig-ergriffenen Zuschauern bleibende Erinnerungen mit nach Hause zu geben. Das ist der wahre Sinn des Theatermachens.

Die Darsteller

Die Besetzung im Einzelnen: Romeo: Anna Suranovsky, Katharina Kolb, Fürstin Montague: Layla Fröba, Contessa: Alia Meier, Mercutio: Anton Eckstein, Benvolio: Lena Suranovsky, Philipp Mitter, Finetta: Jasmin Kolb, Julia: Dana Müller, Louise Gwosdek, Fürst Capulet: Katharina Damrot, Fürstin Capulet: Clara Studencki, Tybalt: Benjamin Uhthoff, Ernesto: Justus Balser, Julias Amme: Frederieke Lang, Graf Paris: Luisa Damrot, Escala: Paulina Kottte, Bruder Lorenzo: Sebastian Müller, Der Tod: Rachel Liebermann, Die Liebe: Jule Rüger, Mia Emmert, Pech: Greta Bocklet, Andrea Gajic, Schwefel: Naida Becic, Johanna Kodalle.

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