Zapfendorf
Solarstrom entlang der Autobahn
Nahe Zapfendorf und Unterleiterbach werden bald Photovoltaikanlagen neben der Autobahn gebaut. Stadtwerke Forchheim
Nahe Zapfendorf und Unterleiterbach werden bald Photovoltaikanlagen neben der Autobahn gebaut. Stadtwerke Forchheim // 
Zapfendorf

Zwei große Freiflächen-Photovoltaikanlagen sollen nördlich von Unterleiterbach und südlich von Zapfendorf entstehen.

Auf eine Gesamtleistung von mehr als zwölf Megawatt sollen die beiden Freiflächen-PV-Anlagen kommen, die in den kommenden Monaten auf dem Gebiet des Marktes Zapfendorf entstehen. Über den aktuellen Stand der Projekte informierte Projektentwickler Thomas Jungkunz den Marktgemeinderat.

Anders als bei vielen anderen Solarparks hat die Gemeinde bei diesen Vorhaben allerdings kaum Einfluss auf die Planung. Grund dafür ist die Lage der Flächen. Die Firma Südwerk plant in der Gemarkung Unterleiterbach auf mehreren Grundstücken eine Anlage mit einer installierten Leistung von rund neun Megawatt-Peak.

Eine weitere Anlage mit etwa 3,3 Megawatt-Peak soll in der Gemarkung Lauf entstehen, diese Fläche befindet sich allerdings nicht in Lauf, sondern südlich von Zapfendorf. Beide Flächen liegen innerhalb des 200-Meter-Korridors entlang der Autobahn A73 und gelten damit als privilegierte Vorhaben. Sie können ohne ein sonst bei Solarparks notwendiges Bauleitplanverfahren umgesetzt werden.

Bagger kommen im August

Bürgermeister Andreas Hofmann wies darauf hin, dass deshalb auch der vom Markt erarbeitete Kriterienkatalog für Freiflächen-Photovoltaikanlagen nicht greife. Die Gemeinde bekomme von der eigentlichen Planung zunächst entsprechend wenig mit. Die Flächen bei Unterleiterbach liegen nach den Erläuterungen des Projektentwicklers nördlich und südlich der Weihersmühle, die zweite nahe des Weilers Babenberg. Noch offen sind unter anderem die genauen Trassen, über die der erzeugte Strom zu den jeweiligen Netzanschlusspunkten geführt werden soll. Vorgesehen sind Anschlüsse in Richtung Ebensfeld sowie im Bereich eines Feldweges nahe der Kreuzigungsgruppe oberhalb der Vogelwiese.

Bei Unterleiterbach haben die ersten Arbeiten bereits begonnen, beim Zapfendorfer Projekt soll es im August losgehen. Nach dem derzeitigen Zeitplan könnten beide Solarfelder zwischen Januar und März 2027 in Betrieb genommen werden. Auch finanziell sollen die Anlagen für die Kommune etwas bringen.

Für jede eingespeiste Kilowattstunde erhält die Gemeinde 0,2 Cent. Jungkunz rechnete für beide Projekte zusammen mit Einnahmen von rund 25.000 Euro pro Jahr. Darüber hinaus soll Bürgerinnen und Bürgern später die Möglichkeit angeboten werden, sich finanziell an den Projekten zu beteiligen. Wie diese Beteiligung konkret aussehen wird, ist allerdings noch offen.

Auf Nachfrage von Gemeinderat Dominik Werner (ABU) erklärte Jungkunz, dass derzeit kein Batteriespeicher vorgesehen sei. Eine spätere Nachrüstung sei aber denkbar. Andreas Schonath (WOB) erkundigte sich nach Ausgleichsmaßnahmen und der Eingrünung der Flächen. Unter anderem soll die südliche Fläche bei Unterleiterbach auf ihrer Nordseite eingegrünt werden. Eine komplette Einfassung der Anlagen mit Hecken ist nicht vorgesehen.

Wasser wird nicht teurer

Eine gute Nachricht gab es für alle Haushalte bei der turnusmäßigen Neukalkulation der Wassergebühren. Obwohl zuletzt erhebliche Summen in die Wasserversorgung investiert wurden, kann der Verbrauchspreis für weitere vier Jahre stabil gehalten werden. Zuletzt waren die Gebühren 2022 neu berechnet worden. Damals stieg der Preis von 1,25 Euro auf 2,25 Euro je Kubikmeter netto. Für den neuen Kalkulationszeitraum vom 1. Oktober 2026 bis zum 30. September 2030 hat der Markt die Kosten gemeinsam mit dem Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband erneut untersucht.

Das Ergebnis: Der kostendeckende Gebührensatz liegt weiterhin bei 2,25 Euro netto pro Kubikmeter. Einschließlich Mehrwertsteuer sind damit wie bisher 2,41 Euro zu bezahlen. Auch die Grundgebühren, die bereits seit 2014 unverändert sind, sollen nicht erhöht werden.

Bemerkenswert ist das vor allem vor dem Hintergrund der notwendigen Sanierungsmaßnahmen in der Wasserversorgung, die unter anderem im Rahmen der RZWas-Förderung durchgeführt werden. Trotz dieser Investitionen muss die Verbrauchsgebühr nicht angehoben werden. Geändert wird dennoch die entsprechende Gebührensatzung. Hintergrund ist eine Empfehlung des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbandes zur Preisangabenverordnung. Künftig soll der tatsächlich zu zahlende Gesamtpreis einschließlich Umsatzsteuer unmittelbar aus der Satzung hervorgehen. Der Marktgemeinderat stimmte der Kalkulation und der Satzungsänderung einstimmig zu.

Badesaison wird verlängert

Das Freibad Aquarena musste wegen eines Schadens an der Hauptwasserleitung im Bereich des Eingangsdrehkreuzes vorübergehend schließen. Die ursprünglich geplante lange Badenacht soll am 31. Juli nachgeholt werden. Gleichzeitig kündigte Bürgermeister Hofmann an, die Freibadsaison als Ausgleich um eine Woche zu verlängern.

Inhalt teilen
  • kopiert!