Das WM-Halbfinale steht bevor. Vier Mannschaften sind übriggeblieben, und ich muss zugeben: Ich hätte höchstens noch Portugal dort gesehen.
Jetzt stehen sich mit Frankreich und Spanien sowie Argentinien und England die vier besten Mannschaften der vergangenen Wochen gegenüber. Auch deren Kader sind in der Breite die besten dieser WM. Gerade der französische Kader ist brutal.
Und Argentinien hat eine unglaubliche Mentalität. Julián Álvarez hat nach dem Spiel gegen die Schweiz betont, dass das Team eben nicht alles für Lionel Messi gibt, sondern für Argentinien.
Apropos Schweiz: Breel Embolos Gelb-Rote Karte war superunglücklich. Bei seiner Schwalbe will ich ihm nicht mal Absicht unterstellen. Fragwürdig ist nur, wo er sich zu der Aktion hinreißen ließ. Nicht im Sechzehner, um einen Elfmeter zu schinden, sondern an der Seitenlinie. Vielleicht hat er vergessen, dass er zuvor schon Gelb gesehen hatte? Die Schweiz kämpfte in Unterzahl weiter und schied aus. Das macht viel mit einem Spieler. Aber: Embolo ist jung und wird daraus lernen. Sowas macht er sicher nie wieder. In der Türkei habe ich in einem Derby mal eine Gelb-Rote Karte gesehen, weil ich dem Linienrichter nach seiner x-ten Fehlentscheidung den Ball provokant zugeworfen habe. Und das war keine gute Idee. Aber so ist der Fußball: Das passiert dir einfach mal.
Englands Trainer Thomas Tuchel fiel gegen Norwegen an der Seitenlinie auf. Ich habe ihn schon die ganze WM über so aktiv erlebt. Er bringt so viel Energie aufs Feld – und das Team folgt ihm. Seine Art, zu coachen, zündet die Bank und die Spieler auf dem Platz an. Genau das ist eine der Aufgaben von Trainern: Feuer reinbringen. Die englische Mannschaft hat ohnehin eine Riesenqualität.
Die Tuchel-Elf habe ich schon vor Turnierbeginn als Teilnehmer des Endspiels gesehen. Mit Argentinien kommt jetzt zwar ein „Brett“, aber ich bin mir sicher, dass wir am Sonntagabend Frankreich gegen England im Finale sehen.









