Ein Sommerabend am Rodachufer in Marktzeuln wie er schöner nicht hätte sein können und ein bestens aufgelegtes Ensemble des Fränkischen Theatersommers. Da konnte nichts mehr schief gehen.
So begrüßte Bürgermeister Stefan Leikheim an die hundert gespannte Gäste zum diesjährigen Gastspiel der Truppe aus der fränkischen Schweiz. Sein besonderer Gruß galt neben dem Intendanten Jan Burdinski dem Hochstadter Bürgermeister Max Zeulner sowie den Altbürgermeistern Gregor Friedlein-Zech und Josef Stark nebst Gattinnen.
Eine Komödie hatten sie diesmal im Gepäck und dabei ging es um Gärten, Unkraut und mehr oder weniger gute Nachbarschaften.
Zum Inhalt Während der Hans noch emsig Rasen mäht, wartet seine Gattin auf die Gäste aus der Nachbarschaft, die zur Grillparty eingeladen sind. Nach und nach treffen diese ein, darunter der ewig brummelnde und frisch geschiedene Horst und Günter, dessen Heimat unverkennbar Sachsen ist.
Bald kommt das Gespräch auf den ach so ungepflegten Garten des Anwohners Studienrat Krause. Unkraut wächst dort wild und sogar Brennnesseln. Auch ein Maulwurf, der den englischen Zierrasen von Hans verunstaltet, kommt nach Meinung der Nachbarschaft unbedingt von Krauses Grundstück.
Ein Ultimatum
So beschließt man, ein Schreiben mit allen Unterschriften der Anlieger zu verfassen, in dem Krause ultimativ aufgefordert wird, seinen Garten in Ordnung zu bringen. Hans und Horst sind die Überbringer der Botschaft, doch wird ihnen Krauses Tür vor der Nase zugeschlagen.
Nun sinnt man auf härtere Maßnahmen, stellt man doch fest, dass in den Gärten von Günter und Hans Rosenstöcke entwendet wurden, ausgerechnet die „Queen Elizabeth“ und „Konrad Adenauer“. Dabei fällt der Verdacht auch noch auf Horst, was in einem handfesten Streit zwischen Hans und Horst ausartet. Mit einer Flasche Schnaps wird aber wieder Versöhnung gefeiert und die Schuld der Einfachheit halber ebenfalls Krause zugewiesen.
Nach der Pause eskaliert die Geschichte, nimmt satirische Formen an, als man beschließt, gemeinsam zu Krauses Anwesen zu marschieren und ihn zu vertreiben. Hans und seine Gattin äußern Bedenken, ist doch Tochter Manuela Schülerin bei Krause und so fürchtet man Repressalien bezüglich der bevorstehenden Prüfungen.
Doch als diese geschafft sind, kann die Truppe nichts mehr aufhalten, und es kommt zum Marsch auf Krauses Garten. Nach einem wilden Gerangel schafft man es tatsächlich, Krause und Familie zum Auszug zu zwingen. Allerdings kommt es dabei zu einem Polizeieinsatz, was ausgerechnet dem über achtzigjährigen Horst einen Strafbefehl und ein Bußgeld von 600 Euro einbringt.
Endlich Ordnung
Doch bei der anschließenden Siegesfeier sammelt man für den armen Mann und lindert so seinen Verlust. Hoch zufrieden stellen alle fest, dass es nun in der Straße nur noch „ordentliche“ Gärten gibt. Als äußeres Zeichen für die neue Gartenordnung bekommt jeder von der Tochter Manuela eine rote Gartenzwerg-Zipfelmütze aufgesetzt.
Schrill, aberwitzig und doch tiefgründig in die deutsche Seele geschaut. So war diese herrliche Komödie des fränkischen Theatersommers. Begleitet wurde das Stück mit musikalischen Einlagen von Stefan Rieger und Sibylle Mantau.
Die Bewirtung der Gäste vor der Aufführung und in der Pause hatte das bewährte Team vom Marktzeulner Dorfladen „Flecken 47“ übernommen.
„Im nächsten Jahr kommen wir wieder an das Rodachufer“, verspricht Intendant Jan Burdinski.











