Eyrichshof
Well-Brüder und Polt zum Abschluss von Eyrichshof
Im Mai wurde er 84. Gerhard Polt bei seinem vielleicht allerletzten Auftritt in Unterfranken. Rudolf Hein
Im Mai wurde er 84. Gerhard Polt bei seinem vielleicht allerletzten Auftritt in Unterfranken. Rudolf Hein // 
Eyrichshof

288 Lebensjahre auf einer Bühne vereint. Gerhard Polt, 84 als Alterspräsident. Die drei Well-Brüder sind die Kinder Nummer 12 (Karl), 13 (Michael) und 14 (Stofferl) einer 15-köpfigen Geschwisterschar. Ihr Vater war Schulmeister und Chorleiter in Günzlhofen bei Fürstenfeldbruck. Die Musik wurde ihnen schon in die Wiege gelegt und vom Vater sehr früh nach Kräften gefördert. Mit nachhaltigem Erfolg. Zusammen beschließen die vier das Rösler-Open-Air 2026.

Spontane Abschweifungen

Der Programmtitel „Apropos“, im Sinne von „Was ich noch sagen wollte“, trifft den Charakter des Abends ziemlich genau. Geschichten aus der bayerischen Heimat, Musik und spontane Abschweifungen gehen nahtlos ineinander über.

Polt grantelt, sinniert, spielt mit der Vergesslichkeit des Alters. Als „zugroaster“ Schnösel aus dem Norden, denkt er über den Kauf eines Luxusanwesens am „Schiemsee“ nach, als betagter Gerhard hat er Probleme mit eigentlich allem in Deutschland. Besonders schmerzlich berührt ihn, dass das Landratsamt ihm den Neubau einer Garage nicht genehmigen will. Wo früher die Isetta leicht hineinging, passt der de neue 7er-BMW von der Breite her nicht hinein. Er wird wohl downgraden müssen.

Die Well-Brüder erzählen auch. Etwa von Georg Friedrich Händel. Der musste in ihrem Heimatort Hausen auf einer frei erfundenen Reise von Wien nach London wegen einer Postkutschenpanne Station machen. Die Zeit nutzte er zum Komponieren. Heraus kam die berühmte „Feuerwehrmusik“. Das dreiköpfige Symphonieorchester brachte sie grandios zu Gehör. Bassd scho.

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