Die CSU in Oberaurach hat ihre Bürgermeisterkandidatin für die Neuwahl am 11. Oktober am Samstag offiziell nominiert. Bei der gemeinsamen Versammlung der vier Ortsverbände Trossenfurt-Tretzendorf, Dankenfeld, Oberschleichach und Kirchaich im Oberaurachzentrum erhielt Stephanie Graser die volle Unterstützung der Partei.
Demnach sieht es so aus, als gäbe es bei der Wahl einen Zweikampf zwischen zwei Frauen: Die Freien Wähler haben angekündigt, die amtieren Zweite Bürgermeisterin Sabine Weinbeer ins Rennen zu schicken.
Von den 31 abgegebenen Stimmen waren zwei ungültig, die übrigen 29 entfielen auf die 50-jährige Stephanie Graser. Damit erreichte sie 100 Prozent der gültigen Stimmen. Die Neuwahl war nach dem überraschenden Tod des im März erst neu gewählten Bürgermeisters Christian Mann (CSU) notwendig geworden.
Der Kirchaicher Ortsvorsitzende und Dritte Bürgermeister Norbert Hartmann erläuterte zuvor das Auswahlverfahren. Insgesamt vier Bewerber hatten innerhalb der CSU Interesse an einer Kandidatur bekundet: Neben Stephanie Graser waren dies Hans Albert, Felix Ortegel und Hannes Röder. Alle vier stellten sich den Mitgliedern der Ortsverbände vor. In jedem Ortsverband wurde anschließend geheim abgestimmt.
Die Stimmzettel blieben bis zum Abschluss aller vier Versammlungen unter Verschluss und wurden erst am 10. Juli gemeinsam ausgezählt. Dabei erhielt Graser die meisten Stimmen.
Große Verantwortung
Gemeinderat Daniel Markert schlug die Tretzendorferin offiziell als Kandidatin vor. Er bezeichnete das Bürgermeisteramt als Aufgabe mit großer Verantwortung für Lebensqualität, Wirtschaft und Zusammenhalt. Graser bringe neben ihrer beruflichen Erfahrung in der freien Wirtschaft vor allem langjähriges ehrenamtliches Engagement mit und habe Verantwortung nie vom Amt abhängig gemacht.
Stephanie Graser wurde 1976 in der Nähe von Lüneburg in Niedersachsen geboren. Während ihres Studiums der Betriebswirtschaftslehre in Bayreuth lernte sie Franken kennen und promovierte anschließend. Seit fast 22 Jahren lebt sie mit ihrem Ehemann Martin Graser in Tretzendorf. Das Paar hat vier Kinder im Alter von zwölf bis 21 Jahren. Beruflich sammelte sie im Führungsteam der Bamberger Natursteinwerk Hermann Graser GmbH viel Erfahrung und verantwortete dort vor allem kaufmännische Bereiche. Ehrenamtlich engagierte sie sich unter anderem als Vorsitzende des Elternbeirats des Kindergartens Oberschleichach sowie in gleicher Funktion im Elternbeirat der Schule ihrer Kinder.
Außerdem wirkt sie im Organisationsteam des CSU-Balls in Trossenfurt mit. Bei der Gemeinderatswahl am 8. März dieses Jahres zog sie mit 855 Stimmen erstmals in den Gemeinderat ein.
„Information“
In ihrer Bewerbungsrede sprach Graser bewusst nicht von Wahlkampf, sondern von „Wahlinformation“. Sie wolle sich den Bürgerinnen und Bürgern vorstellen und ihnen ermöglichen, sich ein eigenes Bild von ihr zu machen. Gleichzeitig wolle sie die Gespräche nutzen, um die Anliegen der Menschen in den Orten kennenzulernen.
Zu den wichtigsten Aufgaben zählte sie den Ausbau der Infrastruktur mit Mobilfunk, Breitband, Wasser, Abwasser und Baugebieten, die Sicherung der Nahversorgung, den Erhalt gemeindlicher Gebäude, den Umgang mit der demografischen Entwicklung, die Stärkung der heimischen Unternehmen sowie die Weiterentwicklung lebendiger Ortskerne. Veränderungen müssten aktiv gestaltet werden, damit Oberaurach auch künftig lebenswert bleibe.
Prominente Unterstützer
Bundesministerin Dorothee Bär würdigte das transparente und faire Auswahlverfahren der vier Ortsverbände. Sie kenne Stephanie Graser seit Jahren als analytische, strukturierte und verantwortungsbewusste Persönlichkeit. Sie werde keine Politikerin sein, die laut auftrete, sondern wisse um die Verantwortung, die das Amt einer Bürgermeisterin mit sich bringe.
Gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Steffen Vogel und Landrat Michael Ziegler sicherte sie der CSU-Kandidatin ihre Unterstützung zu.










