Die Fläche des geplanten Norma-Einkaufsmarktes im Gemeindeteil Wiesenfeld wird reduziert. Das wird aus aktualisierten Plänen deutlich, die Bürgermeister Bernd Höfer (CSU) am Montagabend im Gemeinderat Meeder vorgelegt hat. Vorgesehen ist darin der Neubau einer Norma-Filiale mit Bäckerei, Getränkemarkt und zwei Fachmärkten in Wiesenfeld. Durch den Verzicht auf eine freie Verkaufsfläche wurde der Weg für das geplante Projekt frei, das die Nahversorgung stärken, Arbeitsplätze schaffen und für neue Gewerbesteuereinnahmen sorgen soll. Der Gemeinderat erteilte dem Bauvorhaben einstimmig sein Einvernehmen.
„Wir haben gesagt, bitte überlegt euch was, damit wir die Genehmigungsfähigkeit herstellen können“, berichtete der Bürgermeister aus Gesprächen mit den Verantwortlichen der Norma. Dem sei der Lebensmittel-Discounter nachgekommen. Mit der ursprünglich geplanten Verkaufsfläche, wie sie im digitalen Bauantrag aufgeführt wurde, hätte der Markt über den 2000 Quadratmetern an überbauter Fläche in dem Sondergebiet für Nahversorgung gelegen, auf die Meeder aufgrund seiner Größe Anspruch hat. Der Bebauungsplan der Gemeinde hätte diese Fläche nicht hergegeben, erläuterte Höfer. Im Vorfeld sei das Problem schon erkannt worden, so dass die Pläne nun, in der ersten Beratung im Gemeinderat, entsprechend angepasst wurden.
Durch Straßenbau verzögert
Lange schien es nicht voranzugehen mit den ambitionierten Plänen, hatte doch der Gemeinderat bereits vor fast sechs Jahren das Nahversorgungszentrum auf den Weg gebracht. Die Entwicklung des Areals stand seit 2014 in Zusammenhang mit dem Neubau der Coburger Ortsumgehung, die schließlich im November 2024 eingeweiht wurde. Die Verlegung der Staatsstraße 2205 weg vom Ort hatte vor den Toren Wiesenfelds erst die Voraussetzungen für die Freifläche geschaffen. Die Rede war von einem Fachmarktzentrum auf einer 10.000 Quadratmeter großen Fläche, der bis Anfang 2026 stehen sollte. Erst Ende März 2026 hatte Grundstückseigentümer Mattias Rote dann den Vertrag mit dem Lebensmittel-Discounter unterschrieben und anschließend den Bauantrag eingereicht. Der Münchener Unternehmer hatte mit einem Geschäftspartner nach der Insolvenz der Firma Leuwico 2011 das insgesamt 40.000 Quadratmeter große Grundstück gekauft und angekündigt, dort etwas für die Gemeinde entwickeln zu wollen.
Neben Einkaufsmarkt werden sich dort auch eine Bäckerei und ein Getränkemarkt ansiedeln, außerdem soll ein Bankterminal eingerichtet werden. Eine benachbarte Tankstelle mit Waschstraße wird das Projekt ergänzen, den Bauantrag hat die Gemeinde bereits Anfang des Jahres verabschiedet. „Ich gehe davon aus, dass alles zusammen umgesetzt wird“, so Höfer auf Nachfrage.
Es ist alles vorbereitet
Die Gemeinde hatte schon früher ihre Hausaufgaben gemacht und eine Abbiegemöglichkeit ins Gewerbegebiet geschaffen. Die notwendige Erschließungsstraße wird der Bauherr übernehmen. Sie wird knapp hinter dem Kreisel abbiegen und am früheren Gelände von Leuwico entlangführen, um so das ganze Grundstück zu erschließen. Später soll sie in eine öffentliche Straße umgewidmet werden. Der Nahversorger soll allen Einwohnern zugutekommen, da es in der Kommune aktuell keinen Einkaufsmarkt gibt. Von den neu geschaffenen Einkaufsmöglichkeiten verspricht sich die Gemeinde eine erhöhte Attraktivität als Wohnort gerade für junge Familien. Dazu passt, dass in Meeder neue Bauplätze geschaffen werden sollen. Kosten entstehen der Gemeinde durch den Bauantrag keine, informierte der Bürgermeister auf Nachfrage von Annabelle Menzner (SPD). Außer dem Sondergebiet für Nahversorgung sei der Rest des Areals Gewerbegebiet, bestätigte Höfer dem FW-Fraktionsvorsitzenden Maik Rosemann. Im hinteren Gewerbegebiet sehe die Kommune weitere Entwicklungsmöglichkeiten. Ortssprecher Mathias Boßecker (Ottowind) erkundigte sich, ob an der Norma-Filiale auch eine Ladestation geplant sei. Ihm sei davon nichts bekannt, sagte Höfer, er könne diese Möglichkeit aber nicht ausschließen. Es komme auf den Gewerbetreibenden an.









