Forchheim
Archiv-Schätze werden gehoben
Miriam Mulzer führt die Besucher durch die verschlossenen Räume des Stadtarchivs.
Miriam Mulzer führt die Besucher durch die verschlossenen Räume des Stadtarchivs. // 
Signet des Fränkischen Tags von Redaktion
Forchheim

Der Tag der Archive ist eine Initiative des Verbands deutscher Archivarinnen und Archivare (VDA) und setzt alle zwei Jahre ein weithin sichtbares Zeichen für die Bedeutung der Archivarbeit in Deutschland. Das Stadtarchiv Forchheim lud zum Tag der offenen Tür unter dem Motto „Alte Heimat – neue Heimat“ ein.

Besucher und Besucherinnen erwartete ein vielfältiges Programm mit Führungen, Vorträgen, Aktionen zum Mitmachen und Einblicken in normalerweise nicht öffentlich zugängliche Bereiche. Passend zum Motto „Alte Heimat – Neue Heimat“ zeigte das Archiv auch eine kleine Ausstellung zum Thema Vertriebene in Forchheim.

Seit knapp drei Jahren Stadtarchivarin

Miriam Mulzer eröffnete die Veranstaltung mit den Worten: „Ich bin seit knapp drei Jahren Stadtarchivarin in Forchheim. Mir ist es ein Anliegen, dass das Stadtarchiv allen immer offensteht, und Sie haben heute die Gelegenheit, hinter die Kulissen zu schauen und zu sehen, wie so ein Archiv funktioniert.“

Sie führte die Besucher in das Erdgeschoss, in dem die nicht öffentlichen Schriftstücke und Dokumente gelagert werden. Sie fuhr fort: „Forchheim ist als fränkischer Königshof an das Tageslicht getreten. Es wurde das erste Mal im Jahr 805 unter Karl den Großen urkundlich erwähnt. Unser ältestes Stück stammt aus der Zeit 1305 bis 1310, also erst 500 Jahre nach der ersten Erwähnung. Das hängt damit zusammen, dass auch erst in dieser Zeit Forchheim als eine Stadt entstanden ist. Es gab einen eigenen Stadtrat. Dieser hat im Rathaus ein Archiv geführt.“

Das Stadtrechtsbuch

Sie öffnete einen versperrten Schrank und sagte: „Ich zeige ihnen mal das älteste Stück. Hier steht drauf 1305 bis 1310. Das ist das Stadtrechtsbuch. Noch auf Pergament geschrieben. Damals ist der bischöflich höchste Beamte der Stadt Forchheim vom Bischof aufgefordert worden, das Recht der Stadt Forchheim niederzuschreiben.“

Mulzer fügte hinzu: „Wir verleihen keine Dokumente oder Bücher. Wenn Sie etwas einsehen wollen, dann ist das eine persönliche Einsicht vor Ort. Wenn Sie Einzelseiten benötigen, kopieren wir diese gerne. Die Benutzung und der Besuch vor Ort sind kostenlos. Gebühren fallen dann an, wenn Sie unsere Mitarbeiter beauftragen, für Sie zu recherchieren.“

Neben der Präsentation von Sterbebildern sowie Filmvorführungen war der Vortrag von Reinhold Glas „Vom Häuserbuch Alt-Forchheim zum Häuserbuch der Ortsteile“ eine hochinteressante Reise in die Vergangenheit. Er ist Historiker und Autor von mehreren Büchern, darunter das Buch „Wehrhaftes Forchheim“, ein zweibändiges Häuserbuch von Alt-Forchheim, ein Werk zur Haus-und Besitzgeschichte der Forchheimer Altstadt. Er ist bekannt für sehr genaue Untersuchungen und detaillierte Beschreibungen geschichtlicher Ereignisse.

Die Geschichte der Stadtteile

In seinem neuesten Buch widmet er sich nun den Orts- und Häusergeschichten von Burk, Buckenhofen, Kersbach, Reuth, Serlbach, Sigritzau und Ziegelhütten und bezeichnet dieses Buch als Forschungsprojekt für einen Rentner, das viele Jahre in Anspruch nehmen werde. Übrigens den Namen Ziegelhütten werden die jüngeren Einwohner von Forchheim nicht mehr kennen: Ziegelhütten heißt heute Forchheim-West.

Zum Hochheben dieses Buches muss man schon Kraft mitbringen. Es enthält Katastereinträge der Stadt Forchheim.
Zum Hochheben dieses Buches muss man schon Kraft mitbringen. Es enthält Katastereinträge der Stadt Forchheim. // Raimund Glenz
So sieht es im Stadtarchiv aus. Alles ist geordnet und jede Kiste beschriftet.
So sieht es im Stadtarchiv aus. Alles ist geordnet und jede Kiste beschriftet. // 
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