Wenn es um ursprüngliche fränkische Dorfmusik geht, gespielt mit Blech, Klarinette und Quetschen im Wirtshaus, auf der Kerwa oder auf dem Tanzboden, und wenn sie so überschäumend fröhlich und fetzig dargeboten wird wie beim ersten offenen Musikantentreffen in Morschreuth, dann muss der Herrgott ein Franke sein.
Und da war der lauschige Biergarten „Die Höh‘ “ im örtlichen Gasthaus der richtige Ort für das Zusammentreffen vieler Gruppen und Solisten aus dem heimatlichen Umfeld. Es war ein gelungener, großartiger Abend, dem auch einsetzender Regen nichts anhaben konnte. Es wurde einfach im Wirtshaus weitergespielt und -gesungen. Die Organisatoren – Musiker Herbert Gröschel und Bläser/Orchesterleiter Wojciech Grabietz – riefen und alle kamen, die einmal abseits ihrer vielen Termine einfach aus Freude an der Musik musizieren und Gleichgesinnte treffen wollten. Sie saßen an Tischen mitten unter dem Publikum, ohne festes Programm und ohne Bühne, und warfen sich die Notenbälle hin und her. Herbert Gröschel, weitbekannter Akkordeonist und Alleinunterhalter, sagte eingangs, es solle kein Wirtshaussingen sein, um die Musiker und Musikerinnen zur Geltung kommen zu lassen.
Aber spätestens als das Lied „Der alte Jäger“ angestimmt wurde, sang der ganze Biergarten mit. Bestens versorgt waren übrigens die rund 300 Besucher mit Speis und Trank vom Team von Thomas Merz, der eigens T-Shirts zum ersten fränkischen Musikantentreffen hatte drucken lassen.
Fränkische Unterhaltung
Die Namen der Auftretenden bis in den Nürnberger, Erlanger und Bayreuther Raum hinein waren ein Who is who fränkischer Unterhaltung. Genannt sein sollen „Franken Blosn“, Weißenoher „Wirtshaus Musig“, Leutenbacher Musikanten, „Los Brechos“, FBI (Fränkisch blechern imposant), „Alte Gschwandner“, „Ehrabocher Musikanten“, „Dadara“ und Stefan Müller („Herzilein“).
Daneben traten Solisten vor das Publikum wie Jessica Siebenhaar und Georg Kolb (Steirische Harmonika), Hansi Reitmeier (Akkordeon), Markus Geck und Petra Ruppert (Gesang).
Der Jüngste in der Runde war der zehnjährige Felix Backer aus Pommer, der unter Herbert Gröschel die ersten Griffe auf dem Akkordeon probierte. Für Gröschel ein Déjà-vu, denn er hatte in diesem Alter bereits Urlaubergruppen in Gößweinstein unterhalten.
Einige fassten Mut, unangemeldet ihre Instrumente auszupacken, wie Birgit Nein aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt ihre Tuba. Schließlich holte Wirt Thomas Merz die antike Tuba seines Großvaters aus dem Haus, um „Playback“ mitzuspielen.
Im Gasthaus mischten sich, nachdem der Regen sie vertrieben hatte, die Musiker unter die Gäste. Und dann ging so richtig die Post ab, wobei Wojciech Grabietz im Notentanz mit Klarinette, Tuba und Quetschen seine Meisterschaft an der Trompete aufblitzen ließ. Am Ende waren sich alle einig, dieses offene Musikantentreffen auch im nächsten Jahr stattfinden zu lassen.










