Zentrales Thema in der Pinzberger Gemeinderatssitzung war zu schnelles Fahren in Gosberg. Hierzu ziehen die Räte strengere Kontrollen und eine kommunale Geschwindigkeitsüberwachung in Erwägung.
Aufgrund zahlreicher Beschwerden von Bürgern bezüglich der Geschwindigkeitsübertretungen in Gosberg wurden vom 10. bis 17. November gemeinsam mit der gemeinnützigen Gesellschaft für Kriminalprävention und Verkehrssicherheit (GKVS) Testmessungen in Gosberg durchgeführt. Die Ergebnisse stellte nun Martin Bischof von der GKVS vor.
Zu schnelles Fahren ist in Gosberg kein Einzelfall. „Da gibt es schon Hotspots in der 30er-Zone Bahnhofstraße sowie Kersbacher und Gosberger Straße“, räumte Bischof ein. Laut Verkehrszählung sind in Gosberg täglich über 10 000 Fahrzeuge unterwegs. So wurden in der Bahnhofstraße (Zone 30) bei 492 Fahrzeugen 215 Geschwindigkeitsüberschreitungen gemessen. Die höchste Überschreitung betrug 88 km/h. 44 Prozent der Fahrer bewegten sich im Verwarngeldbereich, 32 Prozent innerhalb der Toleranz und ein Prozent hätten ihren Führerschein abgeben müssen. In der Kersbacher Straße, die als temporäre 30er-Zone für Lkw ausgewiesen ist, wurden bei 937 Lastwagen 641 Geschwindigkeitsüberschreitungen zwischen 51 und 66 km/h gemessen. 80,4 Prozent der Lkw-Fahrer ignorierten die 30 km/h. Allein 61 Fahrzeugführer hätten ihren Führerschein abgeben müssen und 590 wären mit einem Verwarnungsgeld belegt worden.
Bei den erfassten 10 000 Autos in der Kersbacher Straße lag die Geschwindigkeitsüberschreitung mit 313 Fällen (3,1 Prozent) relativ gering. In der Reuther Straße Richtung Wiesenthau überschritten 411 von 455 Lkw die zulässige Geschwindigkeit von 30 km/h. Bei 8700 Autos in der Reuther Straße wurden 17,4 Prozent Geschwindigkeitsübertretungen gemessen.
„Besonders gravierend sind die Überschreitungen bei den Lkw“, bilanzierte Bürgermeisterin Elisabeth Simmerlein (FW).
Schon seit Jahren klagen Anlieger über Abgase und Lärm. „Wir können bei diesen Messergebnissen nicht wegschauen“, sagte Bürgermeisterin Simmerlein. Auf dem Weg zu mehr Geschwindigkeitsmoral müsse die Gemeinde noch stärker auf eine Sensibilisierung der motorisierten Verkehrsteilnehmer setzen. „Es geht nicht darum, die Autofahrer zur Kasse zu bitten, sondern langfristig die Verkehrssicherheit in Gosberg zu erhöhen“, sagte Simmerlein.
Wie es künftig etwa mit einer kommunalen Verkehrsüberwachung oder einem externen Dienstleister und Verkehrsanordnungen weitergehen wird, soll in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen entschieden werden.









