Kaum eine Liga verspricht in dieser Saison so viel Spannung wie die Kreisklasse 1 Erlangen/Pegnitzgrund. Gleich mehrere Mannschaften dürfen sich berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg machen, während es am Tabellenende wohl nur einen echten Außenseiter gibt. Durch die Reduzierung der Kreisklassen von fünf auf vier geht die Kreisklasse 1 mit einem deutlich veränderten Gesicht in die neue Saison.
Dennoch blieb der Kern des Teilnehmerfeldes bestehen. Auffällig ist vor allem die enorme Leistungsdichte. Einen klaren Meisterschaftsfavoriten gibt es kaum, stattdessen bringen sich zahlreiche Vereine in Stellung, um am Ende vielleicht den einzigen direkten Aufstiegsplatz zu erobern.
Gleichzeitig ist der Kampf um den Klassenerhalt etwas entspannter. Nur eine Mannschaft steigt direkt ab, zwei weitere müssen in die Relegation. Einen eindeutigen Abstiegskandidaten gibt es mit der DJK Erlangen II zwar, ansonsten dürfte sich aber kaum ein Verein frühzeitig mit dem Keller beschäftigen müssen.
Blicke auf DJK Hallerndorf und ASV Niederndorf
Als Favoriten werden vor allem die Kreisliga-Absteiger DJK Hallerndorf und ASV Niederndorf gehandelt. Hallerndorf hat nach dem Abstieg die Spielgemeinschaft mit dem FC Wacker Trailsdorf wieder aufgelöst und verfügt weiterhin über einen qualitativ starken Kader, in dem einige Spieler bereits Landesliga-Erfahrung gesammelt haben.
Auch Niederndorf bringt reichlich Qualität mit. Das neue Trainerduo Tobias Geiger und Henrik Zieroth kann auf einen großen Kader bauen, zumal der Verein keinen einzigen Abgang verkraften musste und sich stattdessen nochmals verstärkte.
Kein Wunder also, dass Heroldsbachs Teammanager Stefan Schleicher sagt: „Druck haben immer die Absteiger. Die sind für mich auch die Favoriten.“ Auch Hausens Trainer Fabian Schwab zählt Niederndorf zu den stärksten Mannschaften der Liga und erwartet gemeinsam mit Hallerndorf einen Platz in der Spitzengruppe.
Viele neue Namen bei der SpVgg Heroldsbach
Doch die Konkurrenz schläft nicht. Gerade die SpVgg Heroldsbach möchte nach einem intensiven Transfersommer ein Wörtchen um den Aufstieg mitreden. Gleich neun Neuzugänge verstärken den Kader, dazu kehrt Torjäger Phillip Götz nach seiner Verletzung zurück. Schleicher sieht seine Mannschaft hervorragend aufgestellt, will den Druck aber bewusst klein halten. „Wir wollen auf jeden Fall oben mitspielen. Aber dass wir unbedingt aufsteigen müssen, ist nicht der Fall.“
Gerade diese Mischung aus Ehrgeiz und Gelassenheit könnte sich als Vorteil erweisen. Eine junge Mannschaft mit vielen neuen Möglichkeiten besitzt das Potenzial, lange vorne dabei zu bleiben.
TKV Forchheim:
Qualität und Quantität
Ähnlich ambitioniert geht der TKV Forchheim in die Saison. Gleich neun Neuzugänge sollen die Mannschaft nicht nur breiter, sondern vor allem stärker machen. Teammanager Hakan Gürgan spricht von einer gezielten Transferstrategie. „Wir wollten nicht nur quantitativ, auch qualitativ besser werden. Gleichzeitig haben wir den Altersdurchschnitt gesenkt und den Konkurrenzkampf erhöht.“
Nach dem Klassenerhalt im Vorjahr möchte der TKV nun den nächsten Schritt machen. Entscheidend wird sein, wie schnell Trainer Sinan Tosun aus den vielen neuen Spielern eine funktionierende Einheit formt. Das Potenzial ist jedenfalls vorhanden. Hausens Trainer Fabian Schwab bezeichnet den TKV sogar als mögliche Überraschungsmannschaft der Saison.
ATSV Forchheim
wagt neuen Anlauf
Mit dem ATSV Forchheim gehört ein weiterer Verein zum erweiterten Favoritenkreis. Nach Platz zwei und der verlorenen Aufstiegsrelegation möchte die Mannschaft erneut ganz oben angreifen. Trainer Senad Bajric zeigt sich trotz einiger Verletzungen in der Vorbereitung optimistisch. „Ich finde, dass wir wieder gut aufgestellt und fit sind. Die Qualität ist da, dass wir wieder oben mitspielen können.“ Gleichzeitig weiß er, dass die Konkurrenz stärker geworden ist. Heroldsbach und der TKV Forchheim hätten sich hervorragend verstärkt, Hallerndorf werde als Absteiger ebenfalls eine gute Rolle spielen.
Für den ATSV wird entscheidend sein, ob sich die starke Vorsaison bestätigen lässt oder ob das gute Abschneiden tatsächlich noch von der damaligen Aufstiegseuphorie geprägt war. „Bis auf drei Spieler sind alle geblieben. Und diese konnten wir durch Neuzugänge kompensieren.“
Anthony Ach kommt vom SV Buckenhofen, Wassim Nkshabndi vom TKV Forchheim. Abgänge sind Sulaiman Alhazza (DJK-SC Oesdorf), Michael Wölfel (DJK Eggolsheim), Andeson da Costa Silva (Jahn Forchheim II).
SpVgg Hausen
in Lauerstellung
Nicht unterschätzen sollte man außerdem die SpVgg Hausen. Der Kader blieb weitgehend zusammen. „Die größte Veränderung für uns ist, dass mein Bruder Nico als Co-Trainer aufhört und uns aufgrund seiner veränderten privaten Situation nur noch sporadisch zur Verfügung stehen wird. Sonst bleibt der Kader mehr oder weniger unverändert“, sagt Trainer Fabian Schwab. Mit Max Hutterer vom SV Buckenhofen II sowie Mehmet Yalvac kamen zwei Neuzugänge, außerdem rücken mit Björn Wobig und Tom Fischer zwei Eigengewächse auf.
Schwab erwartet eine der stärksten Kreisklassen der vergangenen Jahre. „Es gibt wenige Mannschaften, die abfallen, aber sieben oder acht Teams, die oben mitspielen wollen.“ Genau dort möchte sich auch seine Mannschaft einreihen. „Wir gehen jedes Spiel so an, dass wir es gewinnen wollen.“
SpVgg Uehlfeld muss Torjäger ersetzen
Während zahlreiche Mannschaften von Aufstieg träumen dürfen, steht die SpVgg Uehlfeld vor einer spannenden Saison. Der Verlust von Torjäger Noah Prechtel, der in den vergangenen beiden Spielzeiten 47 Treffer erzielte und nun zum ASV Weisendorf wechselte, ist kaum zu ersetzen. Dazu fällt Spielertrainer Florian Gräf nach einem Achillessehnenriss bis Ende des Jahres aus. Trotzdem blickt Gräf nach vorne. „Wir werden das als Kollektiv auffangen. Vielleicht kristallisiert sich jetzt ein neuer Spieler heraus, der das Toreschießen für sich entdeckt.“ Ob es ohne den Top-Torjäger erneut für den Aufstiegskampf reicht, bleibt allerdings fraglich.
Neuer Trainer beim
TSV Neuhaus
Zu den interessanten Mannschaften gehört auch der TSV Neuhaus. Nach dem Trainerwechsel übernimmt Alois Fuchs das Kommando, während Benjamin Göhr als spielender Co-Trainer fungiert. Zwar schmerzen die Abgänge von Robert Calina und André Maikötter zum ASV Höchstadt, doch die Trainingsbeteiligung stimmt – und mit einem neuen Trainer kommen auch neue Ideen. Wie schnell diese greifen, wird sich in den ersten Saisonwochen zeigen.
Hammerbacher SV
vertraut der Jugend
Der Hammerbacher SV verpasste als Tabellendritter in der vergangenen Saison nur knapp den großen Wurf und setzt nun weiter auf Kontinuität. Ergänzt wird die eingespielte Mannschaft durch junge Spieler aus der eigenen Jugend und aus dem Umland.
Der TSV Hemhofen
kommt mit Euphorie
Ebenfalls gespannt darf man auf Aufsteiger TSV Hemhofen sein. Mit Aljoscha Schnier-stein übernimmt ein Trainer mit langjähriger Landesliga-Erfahrung, dazu kehrt Lucas Cescutti vom TV 48 Erlangen zurück. Gelingt es dem TSV, die Euphorie des Aufstiegs mitzunehmen, dürfte der Klassenerhalt gelingen.
SV-DJK Eggolsheim
wohl ohne Sorgen
Im gesicherten Mittelfeld werden viele Beobachter den SV-DJK Eggolsheim erwarten. Die Mannschaft von Daniel Rille und Moritz Neumann gilt als eingespielt, verfügt allerdings traditionell über einen eher kleinen Kader.
SG-Reserve und DJK II: Punkte für Klassenerhalt
Die SG Heßdorf II/Großenseebach II freut sich derweil auf die Rückkehr in eine Liga mit vielen ersten Mannschaften. Trainer Mario Linsenmeyer erwartet dadurch nicht nur mehr Zuschauer, sondern auch mehr Atmosphäre. Sportlich bleibt die Zielsetzung bodenständig: Zunächst sollen genügend Punkte gesammelt werden, um nicht in den Kampf um die Relegationsplätze zu geraten.
Am schwierigsten dürfte die Saison für Aufsteiger DJK Erlangen II werden. Die Reserve musste mehrere Spieler an die eigene erste Mannschaft abgeben und gilt deshalb als klarster Kandidat für den direkten Abstiegsplatz.
Davor beginnt jedoch das große Gedränge. Genau das macht den Reiz dieser Kreisklasse aus.
Kreisklasse 1: Viele Anwärter auf die Spitze
Zwischen Hallerndorf, Niederndorf, Heroldsbach, Hausen, Hammerbach, dem ATSV Forchheim, dem TKV Forchheim und vielleicht sogar Neuhaus oder Uehlfeld liegen auf dem Papier nur Nuancen.










