Auf Initiative des Fahrradclubs ADFC Forchheim trafen sich zehn Personen mit der Forchheimer Oberbürgermeisterin Martina Hebendanz (CSU) zum Radfahren. „Nachdem Radfahren mit dem Landrat unter dem neuen Landrat nicht mehr stattfindet, habe ich Frau Hebendanz zum Radfahren mit der Oberbürgermeisterin gebeten“, sagte Frank Wessel vom ADFC Forchheim.
Er erklärte, dass es sich bei dieser Tour um eine Ortsbegehung handele, bei der auf Probleme, Schwachstellen und Unfallschwerpunkte hingewiesen werden solle. „Wir wünschen uns Verbesserungen. Aber wir werden uns auch gut gelungene Lösungen ansehen. Und es soll auf keinen Fall eine Meckertour werden“, erklärte Wessel anfangs.
Die Oberbürgermeisterin Martina Hebendanz betonte, dass sie die Zusammenarbeit mit dem ADFC gerade bei neuen Projekten sehr zu schätzen wisse. „Ich mache mich gerne für den Radverkehr stark. Doch ich will dabei den Autoverkehr nicht verteufeln“, sagte sie.
Mit von der Partie waren unter anderem auch Zweiter Bürgermeister Udo Schönfelder (CSU) und Timo Sokol, persönlicher Referent von Hebendanz.
Fehleinschätzungen
Die Tour startete am Nürnberger Tor in Forchheim. Nachdem die Gruppe einen Bogen durch das Wohngebiet gedreht hatte, machte Wessel die Teilnehmer auf eine Gefahrenstelle aufmerksam, bei der es häufig zu Fehleinschätzungen vonseiten der Autofahrer komme. Denn aus der Einbahnstraße kommende Radfahrer hätten an dieser Stelle Vorfahrt.
Bei Dunkelheit gefährlich
Danach ging es über kleine Straßen und Schleichwege zu weiteren Problemstellen, darunter auch die Adenauer-Brücke. Hier schilderte Wessel, dass es für Radfahrer bei Dunkelheit gefährlich sei. Eine hohe Bordsteinkante trennt den Geh- und Radweg von der Straße. Doch weil das Scheinwerferlicht der Autos blende und es keine reflektierende Randmarkierung gebe, könne es leicht passieren, dass Radfahrer auf die Straße stürzten.
Den gefährlichsten Punkt sah Wessel in einer Überquerung der B 470 kurz hinter dem Ortsausgang bei Forchheim-Burk in Richtung Hausen. Hier fehle einfach nur ein wenige Hundert Meter langes Stück Radweg auf dieser Seite der Straße. So müsse man mit dem Fahrrad die Straße überqueren, um am nächsten Kreisverkehr wieder die Seite wechseln zu können.
Neben viel Kritik und Verbesserungswünschen gab es aber auch Lob, so zum Beispiel für die Unterquerung der Bahnlinie am Bahnhalt Forchheim-Nord und die Fahrradstrecke entlang der Bahnlinie stadteinwärts. „Das Einzige, was hier noch fehlt, sind sichere Fahrradabstellplätze“, meinte Wessel. Wie die aussehen, zeigte er nach der Überquerung der neuen Brücke über die Regnitz bei Hausen am Kersbacher Bahnhof. Dort gibt es einen abgesperrten Bereich für Fahrräder, zu dem nur Mitarbeiter von Siemens Healthineers und Kunden eines Fahrradgeschäfts Zutritt bekommen. Hinter dem stabilen Zaun stehen dann für die Mitarbeiter die Fahrräder bereit.
Das Fazit am Ende der Tour lautete: Forchheim habe sich beim Thema Radverkehr viel vorgenommen. Doch sei die Stadt in den letzten Jahren auf diesem Gebiet nicht sehr weit voran gekommen. Es müsse noch viel getan werden, um eine fahrradfreundliche Stadt zu werden. Oft sind es nur Kleinigkeiten wie Schilder oder Markierungen. Doch die größte Schwierigkeit liege darin, die Mentalität der Menschen zu ändern. Derzeit seien noch zu viele Verkehrsteilnehmer zu stark auf das Auto fixiert.











