Naturschutz
Schwalben: beim Fußball verpönt, in den Dörfern willkommen
Hunger! Rauchschwalben beim Frühstück.
Hunger! Rauchschwalben beim Frühstück. // Günter Flegel
Ebern

Die Aktion „Stunde der Gartenvögel“ des Naturschutzbundes (Nabu) und Aufzeichnungen der Webseite „naturgucker.de“ belegen, dass die Bestände von Mehlschwalben um 20 und der Rauchschwalben um 30 Prozent in den letzten fünf Jahren zurückgegangen sind. Obwohl sie als Insektenvertilger für das Gleichgewicht in der Natur sorgen, ist ihr Glück bedroht.

Mit den jahrelangen Schwalbenerfassungen kann der Bund Naturschutz Ebern diese Ergebnisse nur bestätigen. Gerade der Rückgang der Viehhaltung in der Landwirtschaft hat zu enormen Einbrüchen bei den Rauchschwalben geführt.

Umso wichtiger sind Belege zu ehemaligen Schwalbenvorkommen und deren Entwicklung durch entsprechende Informationen aus der Bevölkerung, so der BN in einer Mitteilung. Erfassungsblätter sind auf der Homepage www.bn-ebern.de zu finden. Die Naturschützer freuen sich über jede Erfassung, besonders in Ortschaften, oder einfach über Meldungen von Schwalbenvorkommen an ebern@bund-naturschutz.de

Schwalben kann man auch helfen, wenn feuchte Schlammlöcher als Materialbasis für den Nestbau zur Verfügung gestellt werden. Bei Schwalben, die an den Außenwänden brüten, können Kotbretter, die Schmutz an der Wand vermeiden, angebracht werden. Bei fehlendem Baumaterial wären künstliche Nester eine gutes Angebot.

Besonders freundliche Schwalben-Hausbesitzer sollen mit Urkunde und Plakette der Aktion „Schwalben willkommen“ ausgezeichnet werden. Dazu werden Beispiele gesucht, und die Naturschützer freuen sich über jede Meldung und jeden Vorschlag.

Die Bemühungen um den Erhalt der größten Eberner Mehlschwalbenkolonie am ehemaligen Gasthaus Gall gehen weiter. Nach Abbruch des Gebäudes, der Erstellung einer provisorischen Rückwand und der aktuellen Bautätigkeit stellt sich die Frage, ob die Ersatzvorrichtungen weiterhin angenommen werden. Erste Beobachtungen zeigen noch kein klares Bild. red

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