Weisendorf
Denkmalschutz erschwert den Abriss
Die alte Sparkassenfiliale steht einer Neukonzeption des Marktplatzes von Weisendorf im Wege. Dem Abriss müsste jedoch die Untere Denkmalschutzbehörde erst einmal zustimmen.Gerd Ankermann
Die alte Sparkassenfiliale steht einer Neukonzeption des Marktplatzes von Weisendorf im Wege. Dem Abriss müsste jedoch die Untere Denkmalschutzbehörde erst einmal zustimmen.Gerd Ankermann // 
Weisendorf

Von Feuerwehrbedarfsplanung über Seniorenkonzept bis zum Workshop zur Gestaltung des Marktplatzes: In Weisendorf werden viele Entscheidungen gründlich vorbereitet. Der Gemeinderat hat auch externe Berater an seiner Seite.

Den Auftakt machte die Vorstellung der Feuerwehrbedarfsplanung, die der Gemeinderat am 4.11.2024 in Auftrag gegeben hatte. Robert Kroha von der Firma Lülf+ in Viersen stellte die Ergebnisse der Untersuchung vor. Im Juli ist diese bereits mit den Feuerwehrkommandanten abgestimmt worden.

Kreisbrandrat Matthias Rocca war ebenfalls eingebunden. Rocca und Kreisbrandmeister Erich Biermann stimmten dem Bedarfsplan zu.

Absolute Punktlandung

Zunächst wurde den Wehren in Weisendorf und den Ortsteilen bescheinigt, dass sie bei der sogenannten Eintrittszeit mit acht Minuten eine absolute Punktlandung hinbekommen. Die Großfahrzeuge der Wehren sind relativ jung, das ist positiv. Bei den Wehren der Ortsteile besteht jedoch Handlungsbedarf, weil die Fahrzeuge keine eigenen Wassertanks haben. Zudem fehlen Zugfahrzeuge für die Anhänger. Buch benötigt zudem einen Mannschaftstransportwagen. In Rezelsdorf und Buch sind mittelfristig neue Fahrzeuge anzuschaffen.

Dringend erforderlich sind auch Atemschutzgeräte für die Wehr in Buch. Vorher braucht es allerdings eine Schulungsmaßnahme, zwölf Personen wären zu schulen.

Für die Feuerwache in Weisendorf ist ein neuer Standort zu suchen. Die bisherige Wache platzt aus allen Nähten. Eine Untersuchung hat ergeben, dass der Kreisel an der Hauptstraße / Marktplatz ideal geeignet wäre. Ein freies Grundstück in der erforderlichen Größe gibt es dort freilich nicht.

Günther Vogel (FW) wollte wissen, ob es schon einen realistischen Standort für das neue Feuerwehrhaus gebe. Bürgermeister Timo Wendel meinte, man plane auf dem kleinen Dienstweg eine Machbarkeitsstudie.

Seniorenkonzept geplant

Für die Erstellung eines Seniorenkonzeptes für den Markt Weisendorf hat der Gemeinderat die „Arbeitsgruppe für Sozialplanung und Altersforschung“ (Afa) beauftragt. Meike Ganschinietz von der Afa in München wurde per Videokonferenz zugeschaltet und hielt den zweiten Vortrag des Abends.

Die demografische Entwicklung trifft auch die Gemeinde Weisendorf mit voller Wucht. Die Prognose für 2044 sieht einen um 25 Prozent steigenden Anteil der Senioren voraus. Der Anteil der Bürger ab 75 Jahren wird sich in den nächsten 20 Jahren sogar verdoppeln, sagt das Bayerische Landesamt für Statistik. Die Pflegebedarfsprognose für alle Leistungsarten und Pflegegrade ist also als Gradmesser für den Bedarf einer teilstationären Pflegeeinrichtung wichtig.

In einem zweistündigen Workshop sollen lokale Experten aus den Bereichen Soziales, Pflege, Betreuung, Seniorenarbeit, Vertreter der Vereine und aus der Gemeindeverwaltung zusammen mit überregionalen Beratungsstellen zusammenkommen. Sie sollen diskutieren über die Zukunft von Wohnen, Beratungsangeboten und ortsnahen Unterstützungsleistungen.

Ausweitung vorgeschlagen

Meike Ganschinietz wollte in ihrem Vortrag auch noch auf die Notwendigkeit einer neuen Stelle als „Seniorengerechter Quartiersmanager“ in der Marktgemeinde hinweisen. Hier kamen aber Einwendungen von Marco Hümmer (CSU), der für eine Ausweitung des Themas auf den gesamten Seebachgrund plädierte.

Jutta Kattner (UWG) ist in ihrer Doppelrolle als Rätin und Vorsitzende des Seniorenbeirats für die Arbeitsgruppe zu begeistern.

Baudenkmäler nebenan

Die alte Sparkassengeschäftsstelle in Weisendorf soll im Zuge der Neugestaltung des Marktplatzes abgerissen werden. Zuvor müssen aber die Regierung von Mittelfranken und die Untere Denkmalschutzbehörde zustimmen, weil die evangelische Pfarrkirche und das ehemalige Pfarrhaus in unmittelbarer Nähe stehen und als Baudenkmäler ausgewiesen sind.

Vor dem Abbruch soll die Planung über die Neugestaltung des Marktplatzes abgewartet werden. Eine temporäre kulturelle Nutzung, vorrangig durch den Verein „Kunst und Kultur im Seebachgrund“ wurde vom Gemeinderats genehmigt – sofern diese Nutzung grundsätzlich kostenneutral für die Gemeinde erfolgt.

Während Hümmer schon eine offizielle Anfrage vom Vorsitzenden des Vereins erhalten hat, für den Markttag am 4. Oktober die Räumlichkeiten zu nutzen, bat Ernst Rappold (Grüne) darum, die Vorstandssitzung des Kunstvereins am 15. September abzuwarten.

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