Oberreichenbach
Oberreichenbachs neue Mitte
Die Entwürfe der Architekten ziehen neugierige Blicke auf sich.
Die Entwürfe der Architekten ziehen neugierige Blicke auf sich. // Sandra Buchwald
Signet des Fränkischen Tags von Redaktion
Oberreichenbach

Das wünschen sich die Oberreichenbacher schon lange: den eigenen Dorfplatz als Treffpunkt für die Bürger und die Vereine. Doch jetzt ist der erste Schritt getan. Für das Projekt der neuen Dorfmitte hatten die Gemeinde und als Verfahrensbetreuer das Nürnberger Architekturbüro mt2 einen europaweiten Architektenwettbewerb ausgeschrieben: Nun hat man das Siegerkonzept gekürt.

  Dass das Projekt gerade jetzt gestartet werden darf, hat guten Grund. Durch den Kauf des passenden Grundstücks sei für die Oberreichenbacher Dorfscheune der Weg frei geworden, erklärt Sandra Berlacher. Die künftige Bürgermeisterin schätzt die grüne Kulisse des Areals, das idyllisch zwischen der Kirche und dem Eichenbach angesiedelt ist. Gemeindekult steht dort: die alte Pappel, die schon Generationen wohltuenden Schatten gespendet hat, und der „Gretel-Hof“ als das Gebäude, das wohl jeder alteingesessene Oberreichenbacher kennt.

  

Die besten Ideen

Seit das Grundstück für die Dorfmitte feststand, hatten Rathauschef Klaus Hacker und die Gemeinderäte debattiert, wer wohl die besten Ideen für das neue Herz Oberreichenbachs haben würde. Schon 2024 hatte man durch einen Generationen-Workshop die Wünsche der Oberreichenbacher gesammelt.

Doch für das Projekt, das 2018 das „Ja“ für das Förderprogramm „Innen statt Außen“ als Teil der Städtebauförderung ergattert hatte, waren echte Profis nötig. Diese und die für das Dorfprojekt passende Ideen sollte jetzt der Architektenwettbewerb ans Licht befördern.

Das Herzstück

Das ideale Konzept sollte für das Herzstück der Gemeinde einen Bürgersaal als Ort für Kultur, Gemeinschaft und Austausch schaffen, sagte Klaus Hacker. Ganz entscheidend für das Projekt sei auch, dass die Planer das fränkische Flair des Areals bewahrten und der neue Dorfplatz den historischen Charakter der Gemeinde harmonisch ergänze.

Diese „fränkischen“ Ideen hatten ausgerechnet ein paar kreative Berliner und Sachsen ideal gelöst. Gewonnen hat das Duo Henchion Reuter Architekten (Berlin) und Rehwaldt Landschaftsarchitekten (Dresden). Als Grund für die Entscheidung hatte die Jury es gewürdigt, dass die Kreativen „die historische Winkelsetzung“ des Gretel-Hofes als Grundlage nahmen und den künftigen Bürgersaal der Gemeinde als Neuinterpretation der alten Scheune gestalten würden.

Ergänzend hatten viele ästhetische und naturnahe Details die Jury überzeugt. Etwa Glaswände für das Dorfhaus, die das Panorama des Gartens und des Bachs bieten. Schöne Räume, die der Gemeinde oder den Vereinen dienen. Der Luftraum des Gebäudes, der als Jugendtreff nutzbar sei, oder die alten Obstbäume des Grundstücks, die das Areal jetzt als „Obsthain“ bereichern.

Für den Stil des Gebäudes habe man das traditionelle Fränkische mit modernen Elementen gemischt, erzählt Klaus Reuter. Genau das gefiel offensichtlich den vielen neugierigen Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde, die die Skizzen und Modelle der Kreativen gespannt inspizierten. Fast schien es, als würden sie dem Projektende entgegenfiebern.

Dasfür braucht es noch etwas Geduld. Denn jetzt folgen der Planungsauftrag für die Architekten, die Konkretisierung des Projekts und die Kostenschätzungen für die Gelder aus dem Topf der Städtebauförderung.

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