Mit einer ungewöhnlichen Aktion haben Jugendliche des Aktionskreises für eine Faire Welt e.V. am Karsamstag auf Missstände im Kakaoanbau aufmerksam gemacht: Als Osterhasen verkleidet demonstrierten sie von 10 bis 12 Uhr am Rathausplatz für faire Preise und gegen ausbeuterische Arbeitsbedingungen und sammelten Unterschriften für ihre Belange.
Die Aktion ist Teil einer bundesweiten Kampagne des entwicklungspolitischen Netzwerks Inkota, unterstützt auch von Brot für die Welt und anderen. Hintergrund ist der seit Anfang 2026 stark gefallene Kakaopreis sowie die bevorstehende Reform der EU-Richtlinie zu unlauteren Handelspraktiken (UTP). Die Initiative fordert verbindliche gesetzliche Regelungen für faire Erzeugerpreise.
„Jetzt ist der entscheidende Moment, politischen Druck aufzubauen“, betont Gerhard Frank vom Aktionskreis. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer und die Bundesregierung werden aufgefordert, sich klar für gerechte Handelsbedingungen einzusetzen. Nach Angaben des Aktionskreises leben rund 5,5 Millionen Kakaobauern weltweit in Armut. Die Folgen seien gravierend: Etwa 1,5 Millionen Kinder arbeiten in Ghana und der Elfenbeinküste auf Kakaoplantagen unter ausbeuterischen Bedingungen, mehr als zehntausend Kinder als Kindersklaven.
Die Aktivisten verlangen von Schokoladenunternehmen, Verantwortung für ihre Lieferketten zu übernehmen und Kinderarbeit zu beenden. Freiwillige Selbstverpflichtungen reichten dafür bislang nicht aus. Existenzsichernde Einkommen seien die Voraussetzung für nachhaltigen Kakaoanbau. Gemäß Artikel 23 der Erklärung der Menschenrechte ist ein existenzsicherndes Einkommen ein Menschenrecht.
Die Resonanz vor Ort: In nur zwei Stunden kamen 53 Unterschriften zusammen. Weitere Unterstützer können sich noch bis Ende August beteiligen – die Listen liegen im Weltladen am Rathausplatz aus. Näheres unter makechocolatefair.de.
Gerhard Frank









