Im Distrikt "Röhrig" mit 74 Hektar Waldfläche trafen sich interessierte Stadträte, Bürgermeister Heiko Bäuerlein sowie der Leiter der Abteilung Forsten des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen - Würzburg, Michael Grimm und der zuständige Revierförster Andreas Hiller. Förster Hiller gab einen Einblick in seine Arbeit und den aktuellen Stand der Dinge. Die Forstbetriebsfläche des Stadtwaldes in Volkach und den Stadtteilen umfasst zusammen knapp 380 Hektar mit verschiedenen Baumarten, darunter Kiefer, Eiche, Edellaubholz, Fichte (infolge etlicher Trockenjahre inzwischen fast komplett verschwunden), Douglasie und Buche.
Als wichtigste Aufgabe für die Zukunft sieht der Förster den Umbau der durch den Klimawandel stark gefährdeten Kiefernwälder in laubholzreiche Mischbestände. Dazu seien erhebliche Investitionen erforderlich, so Hiller weiter. Die gute Nachricht in diesem Zusammenhang: "Waldumbaumaßnahmen werden auch vom Freistaat gut gefördert." Einen weiteren Schritt zur Naturverjüngungsmöglichkeiten seien angepasste Wildbestände.
Förderung von Biotopbäumen und Totholz
Was verbirgt sich hinter dem Kürzel VNP? Diese drei Buchstaben stehen für das "Vertragsnaturschutzprogramm" Wald. Dabei gehe es, laut Hiller, um die Förderung von Biotopbäumen und Totholz. Volkach hatte in den Jahren 2016 und 2018 das Programm in Anspruch genommen. Bei Biotopbäumen handelt es sich um Bäume mit Faulstellen, Asthöhlen, Höhlenbäume, Kronentotholz, Spaltenquartieren für beispielsweise Fledermäuse etc. Die Förderung erhält, wer die Bäume mindestens zwölf Jahre lang nicht nutzt. Die Stadt Volkach hat in beiden Jahren Fördermittel in Höhe von jeweils rund 17.000 Euro für 90 Biotopbäume und 21 Totholzbäume erhalten.
Hiller führte in der Gemarkung Eichfeld durch verschiedene Waldbestände und gab den Teilnehmenden Informationen zu einem Jungbestand, dessen Umbau von reiner Kiefer hin zu einem 41-jährigen Eichenmischbestand sehr gut gelungen sei. Begonnen wurde mit dem Umbau bereits Anfang der 80er Jahre, inzwischen hätte man einen sehr ansprechenden Bestand mit großem Potenzial erreicht. Als zukünftige Maßnahme wird die behutsame Pflege der schönsten Eichen weiterverfolgt.
Fichten-Kiefernbestand hat sich nahezu aufgelöst
Weit weniger gut schaut es bei einem 43-jährigen Fichten-Kiefernbestand aus. Durch den Borkenkäferbefall in den trockenen Jahren und durch den Sturm Fabienne habe sich dieser nahezu vollständig aufgelöst. Um zu retten, was zu retten ist, wurde die Freifläche umzäunt und mit Förderung wieder bepflanzt. Folgende Baumarten wurden dabei eingesetzt: Traubeneiche, Roteiche, Stieleiche, Rotbuche, Hainbuche, Elsbeere, Vogelkirsche, Esskastanie, Weißtanne, Douglasie, Baumhasel und Walnuss. Bei diesen Arten beträgt der Ausfall durch Trockenheit etwa 20 bis 30 Prozent.
Wie eine Kultur sich nach ein paar Jahren entwickeln kann, erläuterte Förster Hiller anhand einer fünfjährigen Wiederaufforstung. Der Ausgangsbestand ist hier 125-jährige Kiefer. Im Herbst 2017 wurden unter anderem Traubeneiche, Roteiche, Spitzahorn und Esskastanie gesetzt. Jedoch musste im Jahr 2019 nachgebessert werden, da der sehr trockene Sommer 2018 zum Ausfall von 31 Prozent der Pflanzen geführt hatte. Insgesamt habe sich diese Kultur dank regelmäßiger Pflege bereits größtenteils geschlossen.
Als wichtigste Maßnahmen für die Wiederaufforstung nannte der Förster abschließend die jährliche Beseitigung von Konkurrenzvegetation und eine regelmäßige Zaunkontrolle, damit das Wild die Pflanzen nicht verbeißen könne.







