Ausstellung
Akbar Akbarpour zeigt Menschen mitten im Abstrakten
Aus der Serie „Emotions“ ist dieses Bild von Akbar Akbarpour. Die Farbe ist zentimeterdick aufgetragen.
Aus der Serie „Emotions“ ist dieses Bild von Akbar Akbarpour. Die Farbe ist zentimeterdick aufgetragen. // privat
Burgkunstadt

Die 39. Ausstellung in der Produzentengalerie Burgkunstadt eröffnet am Samstag, 28. Februar, um 17 Uhr. Zu sehen sind Gemälde von Akbar Akbarpour aus Fürth. Über den Künstler aus Teheran ist gerade bei Hirmer eine Monographie erschienen. Die Einführung in das Werk übernimmt Dr. Matthias Liebel, einer der Autoren des Buches. Die Eröffnung umrahmt Thomas Schaller an der Gitarre, heißt es in einer Pressemitteilung.

„Mein Thema sind schon immer die Menschen“, sagt Akbar Akbarpour. Wie passt das zusammen? Die Figuren schleichen sich in viele seiner Bilder schemenhaft hinein, manchmal klein, manchmal groß, manchmal in Massen. Manchmal sind seine Bilder auch fotorealistisch. „Da komme ich her“, erzählt er. Und mit der Zeit hat er sich immer weiter losgelöst. Akbarpour war bereits als 15-Jähriger in Teheran an der Kunstfachoberschule, reiste als Schauspieler, Bühnenbildner und Maler durch Europa, studierte ein weiteres Mal in Nürnberg.

Heute lebt und arbeitet er in Fürth und schafft es, mit seinen Bildern die Besucher zu begeistern und die Kunstexperten zur Verzweiflung zu bringen. „Es gibt nur den einen Akbar. Aber ich male ganz unterschiedlich – frei und losgelöst von allen Vorschriften“, sagt Akbarpour.

Gefühle dreidimensional

Die freieste seiner Serien ist „Emotions“, die Farbe ist zentimeterdick auf der Leinwand, die Gefühle, die er darin verarbeitet sind dreidimensional, verlassen die Leinwand, springen die Betrachter an. „Ich habe mich jahrelang mit dem Thema beschäftigt. Ich male niemals nur ein Bild – hier sind es rund 150 verschiedene Bilder, die entstanden sind.“ Einige davon bringt er zu der Ausstellung in Burgkunstadt mit. Kuratorin Lucia Scheid-Nam freut sich über allein 40 Bilder aus der „Emotions“-Serie, darunter auch viele kleinformatige. „Mit der dichten Masse gelingt es ihm, seine Gefühle zu präsentieren – das hat für mich eine unheimliche Aussagekraft“, so Scheid-Nam.

Der Künstler präsentiert seine Gefühle, um den Betrachtern zu ermöglichen, nach ihren Gefühlen zu forschen. In seiner Freiheit ist das die Übersetzung von einem Zitat von Caspar David Friedrich, das er auch in sein Buch aufgenommen hat: „Der Künstler sollte nicht nur malen, was er vor sich sieht, sondern auch, was er in sich sieht. Wenn er aber nichts in sich sieht, dann sollte er auch davon absehen, das zu malen, was er vor sich sieht.“

Akbar Akbarpour bringt mit seinen Werken die Betrachter an ihre Grenzen – und die Produzentengalerie auch. „Wir werden ein paar Fenster überhängen, damit wir die großen Werke überhaupt unterbringen“, so die Kuratorin. In Burgkunstadt zeigt Akbarpour auch zwei Werke, die er sonst verborgen hält. Aus einer fotorealistischen Serie werden zwei Frauen zu sehen sein. Auf den ersten Blick ein Abbild der Wirklichkeit. „Auf den zweiten Blick sieht man, wie Akbar all seine Gefühle auch hier mit in das Bild eingearbeitet hat“, so Lucia Scheid-Nam. Sie sind auf den ersten Blick verborgen in dem Rock der Frau, gleichzeitig sind sie immer und für jeden sichtbar.

Akbar Akbarpour wird bei der Vernissage am Samstag, 28. Februar, selbst in Burgkunstadt (Schönberg 1) sein und die Betrachter seiner Bilder selbst betrachten. red

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