Feiern können sie, die Rugendorfer. Das beweisen sie jedes Jahr mit ihren zwei (!) Kerwas aufs Neue. Doch was die Landjugend (LJ) Rugendorf zum Jubiläum ihres 60-jährigen Bestehens bei der Schupfen-Kerwa am vergangenen Wochenende auf die Bein gestellt hat, war selbst für die bisherigen, schon sehr hohen Maßstäbe außergewöhnlich.
Ausgerichtet wurde das Drei-Tage-Programm auf einem Festplatz an der Scheune am Langenbühl, der mit seinen Attraktionen wie Foto-Point, Bilder-Wänden, großer Open-Air-Bühne samt Tanzfläche und etlichen Essens-Buden an ein Festivalgelände erinnerte. An allen Tagen feierten die Schirmherrinnen, MdB Emmi Zeulner (CSU) und Elisabeth Schmidt-Hofmann (ehemalige zweite Bürgermeisterin), kräftig mit.
Nach dem Kerwa-Ausgraben am Freitag hatte Bürgermeister Gerhard Theuer (Pro Rugendorf) die Kerwa mit dem offiziellen Bieranstich – er benötigte dafür nur einen Schlag – eröffnet und der Landjugend für alles gedankt, was sie in der Gemeinde bewirke. „Ihr seid eine große Bereicherung für Rugendorf“, sagte er. Bis weit nach Mitternacht wurde zur Musik der Band „Why not“ eine ausgelassene Party gefeiert.
Gäste aus ganz Oberfranken waren zum Festumzug am Samstag gekommen. Begleitet von der Dorfmusik Rugendorf, den Musikvereinen Thurnau und Musikverein Kasendorf sowie dem Spielmannszug Maierhof zogen die 33 teilnehmenden Gruppen mit den Ehrengästen durch das Dorf. Zahlreiche Anwohner hatten dazu die Straßenzüge bunt geschmückt und jubelten den Landjugenden, Vereinen und Stammtischen zu.
Berlin das Feiern beibringen
Auf dem Festplatz gab es neben einem dicken Lob von Emmi Zeulner („Wenn die Landjugend was anpackt, dann wird es was!“) als ganz besonderes Geschenk zum Jubiläum eine Einladung nach Berlin, was die LJ-Mitglieder mit Begeisterung aufnahmen. „Dann werden wir den Berlinern zeigen, wie das Feiern richtig geht“, rief sie dem jubelndem Publikum zu.
Ein Heimspiel war das Jubiläum quasi für Landrat Jonas Gleich (CSU), der nicht nur aus dem benachbarten Unterzaubach stammt, sondern derzeit auch noch amtierender Kreisvorsitzender des LJ-Kreisverbandes Kulmbach ist. „Ich weiß aus eigener Erfahrung, wenn man einmal Blut geleckt hat, ist man für immer mit Lieb und Seele bei der Landjugend!“ Auch er hatte ein Geschenk dabei: ein neues Schild als Landjugendwappen für die Festzüge.
Den Samstag ließen die Rugendorfer und ihre zahlreichen Gäste ebenfalls mit einer krachenden Open-Air-Party mit den „Stoapfälzer Spitzbuam“ laut und feucht-fröhlich ausklingen.
Nach zwei Tagen hatten sich die Rugendorfer warmgefeiert für den eigentlichen Höhepunkt, der dann am Sonntag kommen sollte. Nach einem Festgottesdienst mit Pfarrerin Sigrun Wagner, musikalisch begleitet durch die Dorfmusik Rugendorf, in der voll besetzten Festscheune, einem gemeinsamen Mittagessen und einem Kindernachmittag mit Spielestraße überraschte die Landjugend mit einem außerordentlich kurzweiligen Festkommers, zu dem auch neun der 30 Gründungsmitglieder gekommen waren.
Theater statt Reden
Statt langatmiger Reden gab es die Geschichte der Landjugend und die wohlmeinenden Grußworte der Politprominenz und „Offiziellen“ in ein pfiffiges Theaterstück verpackt, das die Theatergruppe Rugendorf (alle Schauspieler sind ehemalige Landjugend-Mitglieder) vorbereitet hatte. Kulisse war das ehemalige Gasthaus Steger, in dem die Landjugend einst gegründet worden war.
Der Wirt (Manfred Gredlein) und zwei Gäste (Sandra Walter und Daniel Schmidt) plauderten über alte Zeiten und ließen auf unterhaltsame Weise die LJ-Aktivitäten Revue passieren. Dazwischen brachte die Putzfrau (Silke Schmidt) immer wieder neue Gesprächspartner an den Tisch – die Schirmherrinnen und Ehrengäste, die in den Dialog mit eingebunden und danach gefragt wurden, was sie persönlich mit der Landjugend verbindet.
Ehrungen
Natürlich durften auch Ehrungen (durch den LJ-Bezirksverband Oberfranken) nicht fehlen. Für ihren außerordentlichen und jahrelangen Einsatz für die Landjugend Rugendorf wurden mit Ehrenurkunde des Bezirksverbandes Oberfranken gewürdigt: Christian Werner (sechs Jahre Vorsitzender von 2000 bis 2006); Daniel Schmidt (zehn Jahre im Vorstand); Yvonne Hohlweg (fünf Jahre Vorstand LJ Rugendorf, acht Jahre Mitglied des LJ-Kreisvorstands, sechs Jahre Mitglied Bezirksvorstands Oberfranken). Das Bronzene Ehrenzeichen erhielt Ralf Hayn (acht Jahre Kassier der LJ Rugendorf, neun Jahre Kassier des LJ-Kreisverbandes). Ausgezeichnet wurden außerdem langjährige Mitglieder.











