15 Künstler, 15 Sichtweisen und viele Geschichten: Auf der Plassenburg hat am Wochenende das 17. Künstlersymposium des Bundes Fränkischer Künstler begonnen. Bildende Künstler aus Kulmbach, Mainleus, Bayreuth, Himmelkron, Aichach, Gefrees, Plauen, Trappstadt und Nürnberg arbeiten derzeit eine Woche lang gemeinsam in der Großen Hofstube, pflegen den künstlerischen Austausch und setzen sich intensiv mit künstlerischen Inhalten auseinander.
Das Besondere an dem Symposium sei, dass eine Vernissage angekündigt werde, zu einem Zeitpunkt also, an dem noch kein einziges Werk begonnen worden sei. „Das ist schon mutig“, sagt Organisatorin Marion Kotyba aus Kulmbach. Die Große Hofstube auf der Plassenburg sei für sie längst zu einer Art zweitem Wohnzimmer geworden.
Gemeinschaft fördern
Im Mittelpunkt stehe die Kunst als verbindendes Element, betont Marion Kotyba. Sie beschreibt die Atmosphäre auf der Burg als nahezu unglaublich. „Es hat etwas Magisches“, sagt sie. Die Kulmbacher Künstlerin gehört selbst zu den Teilnehmern und verantwortet gemeinsam mit Hans Dieter Jandt aus Eckental die gesamte Organisation. Der Bund Fränkischer Künstler möchte mit der Veranstaltung nicht nur Kunst erlebbar machen, sondern auch die Gemeinschaft der Künstlerinnen und Künstler fördern.
Austausch statt Einzelarbeit
Von Anfang an dabei ist Helga Hopfe aus Danndorf bei Mainleus. Sie ist Jahrgang 1938 und zusammen mit Christel Gollner aus Bayreuth die älteste Teilnehmerin des Symposiums.
Erstmals dabei ist Eva Eiber, Zeichnerin und Malerin aus Feucht. In ihren Werken beschäftigt sie sich vor allem mit dem menschlichen Körper und widmet sich seit vielen Jahren dem Akt- und Porträtzeichnen. Sie und die anderen Teilnehmer genießen es, einmal nicht in der Abgeschiedenheit ihres Ateliers zu arbeiten. Einer lerne vom anderen, alle seien offen und hätten keinerlei Berührungsängste.
Alle mussten sich bewerben
Alle Künstler mussten sich für die Teilnahme bewerben, erklärt Marion Kotyba. Schließlich repräsentierten sie mit ihren Arbeiten den renommierten Bund Fränkischer Künstler, eine traditionsreiche Vereinigung, die sich die Förderung des zeitgenössischen Kunstschaffens in Franken auf die Fahnen geschrieben habe.
Kunst entstehen sehen
Besucher haben in diesen Tagen die Möglichkeit, den Künstlern unmittelbar bei der Arbeit über die Schulter zu schauen. Vor allem am Tag des offenen Denkmals hätten zahlreiche Kunstinteressierte diese Gelegenheit genutzt. Interessierte können noch bis einschließlich Donnerstag erleben, wie Ideen entstehen, Entscheidungen getroffen werden und sich ein Werk Schritt für Schritt entwickelt. Sichtbar werde dabei das, was dem fertigen Kunstwerk häufig verborgen bleibe: der kreative Prozess, das Suchen, Verwerfen, Experimentieren und schließlich das Finden.
Ausstellung zum Abschluss
Alle während des Symposiums entstandenen Arbeiten werden im Anschluss in einer Ausstellung zusammengeführt. Erst dort begegnen sich die unterschiedlichen Werke unmittelbar und machen sichtbar, wie vielfältig zeitgenössische Kunst sein kann.
Die Vernissage findet am Samstag, 19. September, um 11.30 Uhr statt.
Am diesjährigen Symposium des Bundes Fränkischer Künstler nehmen teil: Karin Dietel (Gefrees), Christine Dörnhöfer (Bayreuth), Eva Eiber (Feucht), Anne-Babette Freter (Bayreuth), Christel Gollner (Bayreuth), Dagmar Hagen (Himmelkron), Sabine Hone (Kulmbach), Helga Hopfe (Mainleus), Hans Dieter Jandt (Eckental), Angelika Kandler-Seegy (Nürnberg), Marion Kotyba (Kulmbach), Herbert Kretschmer (Aichach), Michael Moesslang (Trappstadt), Christine Schmidbauer (Moosbach) und Carsten Thom (Oelsnitz).











