Im neuen BRK-Zentrum in Stadtsteinach kann man zum einen Blutspenden und sich zum anderen über Organspende informieren – dank Tierarzt Dr. Thomas Dittus. Der Blutspendetermin in Stadtsteinach findet ab sofort nicht mehr in der Schule, sondern im neuen BRK-Bildungs- und Begegnungszentrum am Rotkreuzplatz 1 statt.
Am Mittwoch, 8. April, ist der erste Termin am neuen Ort, und der kommt auch gleich mit einer Besonderheit: Wer an diesem Tag zwischen 16 und 19 Uhr Blut spendet (Terminreservierung unter blutspendedienst.com), kann sich am Stand des Bundesverbands der Organtransplantierten (BDO) beim Stadtsteinacher Tierarzt Dr. Thomas Dittus über das Thema Organspende informieren.
Thomas Dittus lebt nach einer schweren Erkrankung seit Jahren selbst mit einer Spenderlunge. Seine Geschichte zeigt, wie wichtig es ist, dass die Bereitschaft, Organe zu spenden, gesteigert werden muss. Der Veterinärmediziner, der in Stadtsteinach lange Jahre eine Tierklinik geleitet hat, war an einer Lungenfibrose erkrankt. Dass er heute noch lebt, hat er einem Organspender zu verdanken.
Seit ihm dieses neue Leben geschenkt worden ist, hat er es sich zur Aufgabe gemacht, die Organspende mehr in den Blickpunkt zu rücken. An seinem Stand beim BRK steht Dittus am 8. April für Fragen, Informationen und Austausch zur Verfügung. Er hat auch Organspenderausweise dabei.
Rund 60 Prozent der Deutschen, sagt Dittus, seien grundsätzlich positiv zu diesem Thema eingestellt. 30 Prozent hätten bei einer Befragung angegeben, einen Organspenderausweis zu haben. Doch bei genauerem Hinschauen seien es am Ende nur 15 Prozent, die sich zu einer Organspende bereiterklären, sollte ihr eigenes Leben nicht mehr zu retten sein, so Dittus.
Nur 985 postmortale Organspender hat es laut Dittus im vergangenen Jahr in Deutschland gegeben. Damit entfallen 11,8 Spender auf eine Million Einwohner. Das verweist Deutschland in Europa auf die hinteren Ränge. Zum Vergleich: Spitzenreiter ist Spanien. Dort liegt die Zahl der Spender pro einer Million Einwohner bei mehr als 40.
Matthias Freund, Gebietsreferent beim Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes, verweist auf ganz ähnliche Zahlen beim Blutspenden. Sechs Prozent der Menschen in Bayern, das sei der höchste Wert deutschlandweit, seien aktive Blutspender. „Wenn man fragt, dann hört man, dass es eigentlich 50 Prozent wollen, ist da noch Luft nach oben.“ Das neue Gebäude, erst seit Anfang des Jahres in Betrieb, sei hervorragend geeignet, sagt auch BRK-Kreisgeschäftsführer Stefan Adam. Zwischen 90 und 110 Blutspender kommen laut Freund pro Termin nach Stadtsteinach. Im Landkreis Kulmbach gibt es jährlich etwa 40 Blutspendetermine. Die seien auch dringend nötig, betont der Gebietsreferent des Blutspendedienstes. „Täglich werden in Bayern 2000 Blutkonserven benötigt.“
Besonders die jungen Menschen ruft Freund dazu auf, sich als Blutspender zu betätigen. Ab 18 Jahren kann jeder spenden, nachdem er sich ausgewiesen und einen kostenlosen Check-up bestanden hat. Der stelle einen Bonus zur guten Tat dar, weil dabei wichtige Gesundheitsdaten dabei erhoben werden. Landrat und BRK-Kreisvorsitzender Klaus Peter Söllner dankte Thomas Dittus: „Das ist Ehrenamt im besten Sinn des Wortes.“ red









