Das Konzept von Shari Eschenbacher beim Anlernen neuer Mitarbeiter erhielt staatliche Anerkennung. Die Kulmbacherin überzeugte mit ihren Ideen das bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention, teilt die Diakonie in einer Pressemeldung mit. Dafür erhielt sie nun den Praxisanleiterbonus für Innovation, der mit 10.000 Euro dotiert ist.
Pflege vereint Verantwortung, Herz und Kompetenz – jeden Tag aufs Neue. Das hat die Pflegefachkraft Shari Eschenbacher im Laufe ihrer 15 Dienstjahre in den Senioreneinrichtungen der Diakonie Kulmbach verinnerlicht. Als Praxisanleiterin vermittelt sie Wissen und Praxis an die Auszubildenden.
Ganzheitliche Grundpflege
All ihre fachliche und alltägliche Erfahrung hat sie gemeinsam mit vielen weiteren Ideen in ihr Konzept „Fundament ganzheitliche Grundpflege“ einfließen lassen. Vier Monate lang hat sie daran gefeilt. Vor kurzem hat sie dafür einen Praxisanleiterbonus erhalten. Dieser ist mit 10.000 Euro dotiert.
Das bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention hat dieses Programm 2025 erstmals ausgelobt, um ein klares Zeichen zu setzen: Innovatives Denken und moderne Lernkultur in der Pflege sollen sichtbar belohnt und bayernweit verbreitet werden. Dafür stehen insgesamt 1,8 Millionen Euro bereit. Prämiert werden außergewöhnliche Konzepte aus der Pflege in ganz Bayern.
Die 31-jährige Shari Eschenbacher hat ein klares Ziel: Auszubildenden die Grundlagen der Pflege Schritt für Schritt näherzubringen.
Theorie und Praxis
Außerdem sollen die praktischen Erfahrungen der Frauen und Männer eng mit dem theoretischen Wissen aus der Berufsschule verknüpft werden. „Die Auszubildenden sollen nicht nur einzelne Handgriffe lernen, sondern verstehen, warum bestimmte Maßnahmen durchgeführt werden und welche Verantwortung damit verbunden ist.“
Je nach Erfahrung planen und übernehmen die Auszubildenden in ihrem Konzept immer mehr die Versorgung von Bewohnerinnen und Bewohnern, während die Praxisanleitung beobachtet und bei Bedarf unterstützt. Danach folgen Reflexion, Feedback sowie Themen wie Pflegeprozess, Hygiene, Leitbild und Hausstandards.
Später werden Dokumentation, die strukturierte Informationssammlung (SIS), Pflegediagnosen und das PESR-Schema geübt. Es folgen die Pflegeplanung, die Kommunikation mit Pflegeempfängern, Fehlererkennung in der Pflege sowie Prophylaxen und Bewohnerbeobachtung.
Fachliches Arbeiten
Auf diese Weise erlangen die Auszubildenden mehr und mehr Sicherheit in der Grundpflege, das fachliche Arbeiten wird gefördert und das Verständnis für den Pflegeprozess gestärkt.
Pflege ist komplex, so auch die Ausbildung: „Man muss an alles denken. Da sind so viele verschiedene Aspekte, die man einzeln, aber auch gesamt betrachten muss. Wenn man zum Beispiel einen bettlägerigen Bewohner am Morgen mobilisiert, dann verbessert sich meist dessen Durchblutung und der Kreislauf wird angeregt. Gleichzeitig kann es bei falscher Durchführung zu Schwindel oder Kreislaufproblemen kommen.“
Auch bei der Verabreichung von Medikamenten müsse immer auf mögliche Wechselwirkung geachtet werden.
Shari Eschenbacher: „Man darf sich keine Fehler leisten, weil die Menschen von einem abhängig sind. Sorgfalt ist lebensnotwendig. Man trägt große Verantwortung.“
Stärkung der Qualität
Das Praxisanleiterkonzept von Shari Eschenbacher begleitet fortan die Auszubildenden in der Pflege der Diakonie Kulmbach und trägt zur weiteren Stärkung der Qualität der praktischen Ausbildung bei.
„Die Ausbildung in der Pflege ist das A und O. Die Azubis sind die Fachkräfte von morgen“, so Shari Eschenbacher. Jährlich werden in den beiden Senioreneinrichtungen Evangelisches Wohnstift und Mainleuser Stift zahlreiche Auszubildende gezielt auf ihren Berufsalltag vorbereitet.
Für einen Start im September gibt noch freie Ausbildungsplätze als Pflegefachkraft und Pflegefachhelfer/in.
Weitere Informationen gibt es unter









