Wer die Fahrradprüfung in der Grundschule mit Bestleistung absolviert hat, gehört zu den Radlern, die sicher auf der Straße unterwegs sein können. Denn den Ehrenwimpel bekommt man nur, wenn man in der Theorie fehlerlos bleibt und in der Praxis maximal zwei kleine Fehler gemacht hat. Diese Besten der Besten maßen sich beim Ehrenwimpelturnier auf dem Verkehrsübungsplatz in Mainleus untereinander. 33 Schüler hätten die Berechtigung gehabt, mit dabei zu sein. 18 aus dem Landkreis traten an.
Es ging um ein hat ein nagelneues Ghost-Fahrrad gespendet von der VR-Bank Oberfranken Mitte.
Am Ende setzte sich Samuel Stark aus Neuenmarkt durch – und durfte sich über seinen Wunschpreis freuen. Stark ist zehn Jahre alt und fährt mindestens dreimal pro Woche Fahrrad. „Ich kann jetzt schon alleine fahren“, erhält er stolz.
Doch wie war er so gut bei der ersten Prüfung? „Naja, die Prüfung ist schon schwer. Man muss halt üben“, sagte der Zehnjährige. Dass er das neue Fahrrad gut gebrauchen könnte, versteht sich von selbst. „Ich bin einfach zu groß geworden“, sagte er.
Doch dann musste er zuhören. Denn Hauptkommissar Ralf Maisel, die Polizeioberkommissare Catherine Heinrich und Natascha Pohl erklärten die Details der neuen Prüfung. In Runde 1 wiederholten die Teilnehmer noch einmal die normale Fahrradprüfung. Alle fuhren hintereinander über das Gelände, so dass die Prüfer beurteilen konnten, ob das Wissen noch abrufbar ist.
Patzer in Runde 1
Schon bei dieser Runde passierte der erste Patzer. Einer der Schüler hat bei einem Stoppschild nicht angehalten. Damit war die Chance auf den Sieg schon passé. Luca Oswald (11) kommt von der Werner-Grampp-Schule. „Ich fahre mit den Eltern, manchmal mit dem älteren Bruder“, erzählte er. Vor allem die Stelle, wo er an einer Baustelle vorbeifahren musste, war ziemlich kompliziert. Umschauen, Handzeichen geben, vorbeifahren und dann wieder mit Handzeichen einscheren. Das muss richtig koordiniert werden.
Schwierige Runde 2
In Runde 2 suchten sich die Nachwuchsradler ihre Strecke selbst aus. Dann wurden die Ampeln zugeschaltet. Alles wurde noch komplizierter.
„Ich fahre ja viermal pro Woche mit dem Fahrrad zur Schule. Ich kann schon ganz gut fahren. Aber ich finde trotzdem, dass man gut aufpassen muss. Und für mich ist das Schwierigste, das Hindernis zu umfahren“, sagt Raphael Schwarzott. Auch Taylor Hartmann (10) gibt sich richtig Mühe. Nach der ersten Runde zeigte er sich selbstbewusst, stärkte sich mit einem Stück Käsekuchen für die zweite Herausforderung.
Geschicklichkeit gefragt
Anders als bei der regulären Jugendverkehrsschule genügte es diesmal nicht, einfach nur die Strecke fehlerfrei zu absolvieren. Nach einer erneuten Fahrprüfung mussten die Kinder zusätzlich einen Geschicklichkeitsparcours meistern. Sie mussten Bälle aufnehmen und wieder ablegen, fuhren über eine Wippe und mussten dabei die Balance halten. Einen Slalom galt es obendrein zu meistern.
Die drei Kommissare sowie Verkehrserzieher Marcus Späth von der Maintal-Schule und andere Helfer verfolgten jede Bewegung und notierten die Fehler. Ihnen entging weder ein fehlender Schulterblick noch ein nicht gegebenes Handzeichen.
Aufregung war groß
Raphael Schwarzott zog ausgerechnet die Startnummer 1 und musste den Parcours als Erster bewältigen. Trotz aller Anspannung war den Kindern die Freude am Radfahren deutlich anzusehen.
Viele Eltern verfolgten den Wettbewerb aufmerksam. Sie konnten beobachten, wie sicher ihre Kinder inzwischen im Straßenverkehr unterwegs sind und welche Situationen höchste Konzentration verlangen. „Als Papa bin ich sehr stolz auf meinen Sohn. Das Ehrenwimpelturnier erinnert mich an meine Kindheit. Ich hab auch den Ehrenwimpel bekommen“, sagt Stefan Schwarzott und lacht. Der Sohn darf in Neuenmarkt fahren. „Auch das ist ein Prozess, den man lernen muss: das Loslassen“, seufzt der Papa, sieht aber, dass sein Sohn wirklich sicher fährt.
„Ich bin sehr stolz, dass mein Sohn im Finale steht. Wir wohnen in Harsdorf, da kann man die Kinder schon fahren lassen, auch wenn wir eine Hauptstraße haben. Aber ja, er darf jetzt alleine in die Schule fahren“, sagt Thorsten Hartmann.
Am Ende durfte sich Samuel Stark über den Hauptpreis freuen. All die anderen Ehrenwimpel-Fahrradfahrer gingen aber nicht leer aus. Die Zweit- und Drittplatzierten gewannen Helme, die anderen ebenfalls tolle Preise.










