Eigentlich würde man ein solches Vorgehen nicht von einem Unternehmen aus der Region erwarten, das sich insbesondere Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben hat. Das Unternehmen der Münch-Gruppe „grüüün“ sollte der sympathische Stromversorger von nebenan sein. Das selbst gewählte Motto „Dein Stromfürsorger“ sollte signalisieren: „Ihr seid uns als Kunden wichtig. Wir sind für euch da.“
Dass das wohl nur eine leere Hülle und reines Marketing gewesen ist, zeigt das Gebaren, das „grüüün“ an den Tag legt. „Wir wollen euch loswerden“, ist das Signal der Tage. Aber bitte nur die nutzlosen Kunden, die irgendwo wohnen, wo Münch ansonsten nicht vertreten ist.
Fürsorge sieht allerdings anders aus – insbesondere, wenn man dafür Verträge mit Hilfe einer angeblichen Alternativlosigkeit einseitig kündigt.
Hier wird das unternehmerische Risiko auf die Verbraucher abgewälzt, die Elektrizität von „grüüün“ beziehen wollten, weil sie auf der guten Seite des Stroms stehen wollten. Nun erleben sie die unnachgiebige Härte ihres Anbieters. Und weil nur jene Kunden Schadenersatz erwarten können, die sich aktiv darum kümmern, könnte Münch Energie günstiger aus der Nummer herauskommen, als wenn die Verträge regulär bis Laufzeitende gegolten hätten. So, wie es bei einem echten Stromfürsorger gelaufen wäre.









