Lichtenfels
Der Rufbus ist eine Institution im Landkreis
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Befördern die Busse im Stadt- und Landkreis Lichtenfels nur „heiße Luft“? Mit dieser Frage beschäftigt sich derzeit eine Fahrgastzählung, die laut Landrat Christian Meißner (CSU) im Juli durchgeführt wird. Ergebnisse stehen noch aus.

Im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Kreisentwicklung stand jedoch der Bedarfsverkehr, der Rufbus. Seit dem 1. September 2025 ist er auf 22 Linien unterwegs und kann per App, Telefon oder barrierefrei per E-Mail gebucht werden. „Der Rufbus soll vor allem an Wochenenden, in den Abendstunden und während der Ferienzeiten zum Einsatz kommen“, erklärte Markus Köhlerschmidt. Die Bilanz fällt positiv aus: „Man kann ihn inzwischen als Institution bezeichnen“, sagte Köhlerschmidt.

Tatsächlich stieg die Abrufquote (AQ) auf vielen Linien gegenüber 2024. Besonders stark genutzt werden die Linien 1211 (50,6 auf 53 Prozent), 1212 (57,2 auf 77,2 Prozent) und 1240 (44,3 auf 62,6 Prozent). Mit Ausnahme des Linienbündels 3 nahmen sowohl die Zahl der Fahrten als auch der beförderten Fahrgäste zu. Bei den Stadtbuslinien sticht die Linie 1201 mit einer AQ von 56,12 Prozent hervor. Insgesamt erreichten 2025 bereits 13 Linien eine Abrufquote von mindestens zehn Prozent. Damit werden 59 Prozent der Linien besser genutzt als ursprünglich kalkuliert. Dennoch mahnte Köhlerschmidt: „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht Opfer unseres Erfolgs werden.“ Denn mit steigenden Fahrgastzahlen wachsen auch die variablen Betriebskosten des Rufbussystems.

Ein weiteres Thema der Sitzung war die Vorstellung des Technologie-Transferzentrums (TTZ) durch dessen Geschäftsführer Johannes Schütz. Derzeit befindet sich der Standort noch in der Angerstraße in Bad Staffelstein. Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten soll das TTZ jedoch in die Kirschbaummühle nach Lichtenfels umziehen. Der zusätzliche Platz wird dringend benötigt, denn aktuell arbeiten dort bereits 19 wissenschaftliche Mitarbeiter sowie vier wissenschaftliche Unterstützer. „Wir behelfen uns mit Homeoffice-Regelungen, damit alle einen Arbeitsplatz haben“, erklärte Schütz.

TTZ ist ein Erfolg

Dass das TTZ in der Region auf großes Interesse stößt, belegen auch die bisherigen Erfolge. Die Aufbauphase des Zentrums läuft von November 2023 bis Oktober 2028. In diesem Zeitraum soll sich das TTZ langfristig selbst tragen und die Förderung in Höhe von vier Millionen Euro durch eigene Projekte erwirtschaften.

Dieses Ziel wurde bereits deutlich übertroffen: Bislang konnten sieben Projekte mit einem Gesamtvolumen von 7,1 Millionen Euro umgesetzt werden. Inhaltlich konzentriert sich das TTZ auf die Bereiche Automatisierung, neue Werkstoffe und Produktionsverfahren sowie Künstliche Intelligenz für Engineering und Produktion. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen profitieren von der Möglichkeit, moderne Forschungsinfrastruktur und wissenschaftliches Know-how zu nutzen, ohne selbst über eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung verfügen zu müssen. Ein weiterer positiver Effekt sei, so Schütz, dass das TTZ junge Fachkräfte in die Region bringe. Insgesamt zeigte er sich optimistisch, dass sich das Zentrum langfristig am Standort etablieren und dem Landkreis Lichtenfels erhalten bleiben werde.

Ein weiter wichtiger Punkt für die Region, wurde dann von Andrea Musiol vorgestellt, die für Touristikangebote im Landkreis Lichtenfels zuständig ist. Sie stellte das Tourismuskonzept vor, das unter anderem gemeinsam mit der Stadt Bad Staffelstein erstellt wird. „Die (Übernachtungs-)Zahlen sind rückläufig“, gab sie am Anfang zu Bedenken. Weshalb es wichtig sei, im Bereich Tourismus tätig zu werden. Ein Initiative, die hier besonders erfolgreich sei, ist die Region Lichtenfels als Mountainbike-Region zu etablieren. „Wir haben selbst Trails gebaut“, erzählte hierzu Andreas Musiol.

Zum einen um den Ärger mit Eigentümer und Land- und Forstwirten entgegenzuwirken und zum anderen das Ganze zu legalisieren. „Hier sind wir recht hemdsärmlich herangegangen“, so Andrea Musiol. Offenbar gelang das so gut, dass sie zum Deutschen Mountainbike-Kongress nach Aachen als Speakerin eingeladen wurde. Die Fachzeitschrift „Bike“ führte die Region Lichtenfels sogar auf dem dritten Platz im Ranking als beste Mountainbike Region.

Wichtig war Andrea Musiol aber, die Gastronomen und Übernachtungsanbieter mit einzubinden, damit die Mountainbiker nicht nur einen Tag in der Region bleiben. Synergien sollen hier mit dem Thema Camping entstehen, denn es soll bald ein Campingplatz in Vierzehnheiligen entstehen, an dem ein Trail für Anfänger und Familien zu finden sein wird. Überhaupt werden mehr Caming-Plätze benötigt.

Christina Deuerling (CSU) schlug dann noch vor, auch Trails kenntlich zu machen, die von Familien mit Fahrradanhänger befahren werden können.

Und der erste Bürgermeister von Bad Staffelstein, Mario Schönwald (FW), wies darauf hin, dass Gastgeber unbedingt online auffindbar sein müssen.

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