Erst machte den Akteuren die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung. Dann begann die Renovierung der Grundschule, in deren Zuge das Vereinszimmer aufgegeben werden musste, und danach auch noch die Generalsanierung der Turnhalle. Es konnte nicht geprobt werden, und an Aufführungen war schon gar nicht zu denken.
Die dadurch bedingte sechsjährige Zwangspause wird in die 113-jährige Geschichte der Theatergruppe des Radfahrvereins Concordia (RVC) Altenkunstadt eingehen, ebenso wie die Komödie „Mein Hof und dein Hof“, mit der die Laienspieltruppe jetzt erstmals wieder an die Öffentlichkeit trat.
„Hm, das kommt mir irgendwie bekannt vor“, mag sich mancher der acht Darsteller bei der Probenarbeit gedacht haben und er lag damit richtig. Den Dreiakter aus der Feder von Erich Koch hatten die Concorden für die Frühjahrsaufführung des Jahres 2020 schon einmal einstudiert, doch wegen Corona musste die Aufführung abgesagt werden und das einen Tag vor der Premiere. Die sechsjährige Pause, die den Akteuren nicht nur Geduld abverlangte, sondern auch Nerven kostete, minderte aber nicht deren Begeisterung für das Theaterspiel, wie sich jetzt bei der Premiere zeigte.
Das Publikum honorierte dies nicht nur mit Applaus, sondern auch mit unerwartet hohen Besucherzahlen. „So viele Zuschauer hatten wir bei der Premiere eines Stücks noch nie“, stellte Vorsitzender Hans-Werner Schuster erfreut fest. Auch wenn das Lustspiel bekannt war, musste trotzdem wochenlang fleißig gelernt und geprobt werden, denn nicht alle Rollen konnten mit den selben Darstellern besetzt werden wie vor sechs Jahren. Petra Haßfurth, die seit 18 Jahren die RVC-Theatergruppe leitet, führte bei „Mein Hof und dein Hof“ nicht nur Regie, sondern war auch in einer Hauptrolle zu sehen.
Mit schauspielerischem Können begeisterten auch Albert Spörlein, Nadine Lauterbach, Bastian Groß, Benedikt Wicklein, Hans-Werner Schuster, Karin Daumann und Daniela Teller. Katharina Schuster und Finn Lauterbach fungierten als Souffleure und halfen den Darstellern bei Bedarf über kleine Textschwierigkeiten hinweg. Für das Bühnenbild zeichneten Elke Kleuderlein und Anja König verantwortlich. Mit Getränken und einem Imbiss sorgten Manuela Deuber und ihr Team für das leibliche Wohl von Zuschauern und Akteuren.
Eine List und viele Lacher
Worum geht es in dem Dreiakter von Erich Koch? Josefa, eine resolute, nicht auf den Mund gefallene Bäuerin, möchte unbedingt den Hof ihres Konkurrenten Hugo an sich reißen. Der ist schwerkrank, wozu braucht der einen Bauernhof? Sie bittet Walburga um Hilfe, die die Gabe besitzen soll, Menschen mit Gebeten ins Jenseits zu befördern. Und damit ist sie recht erfolgreich, wie ein Blick in ihre Bilanzen zeigt. Was Josefa nicht weiß: Der kranke Hugo, der im Grunde putzmunter ist, hat es auf ihren Besitz abgesehen. Zusammen mit dem Arzt Balduin heckt er einen Plan aus. Doch damit nicht genug: Auch Josefas Tochter Martha spekuliert auf den Besitz. Dafür müsste die aber mit ihrem Mann Manfred einen Hoferben bekommen. Walburga empfiehlt Martha eine Wallfahrt zur Nikolaus-Tanne, an welcher der Knecht Alois angeblich Wunder vollbringt.
Das daraus resultierende Chaos genoss das Publikum bis zur letzten Minute und klatschte immer wieder begeistert Beifall. „Mehr wollen wir von dem Lustspiel aber nicht verraten, denn am Samstag, 11. April, führen wir es noch einmal auf“, erklärt Theaterleiterin Petra Haßfurth. Beginn ist um 19.30 Uhr in der Grundschulturnhalle (Baiersdorfer Straße). Eintrittskarten sind im Vorverkauf in Manuelas Lottoladen, Theodor-Heuss-Straße 53, und an der Abendkasse erhältlich.









