Weismain
Zukunft mit Biogas
Soll im Außenbereich des Rathausneubaus ein Gaskessel aufgestellt werden?  Roland Dietz
Soll im Außenbereich des Rathausneubaus ein Gaskessel aufgestellt werden? Roland Dietz // 
Weismain

Es wird weiter intensiv gespart werden müssen bei der Stadt Weismain. Zu diesem Ergebnis kamen die Ratsmitglieder bei mehreren Tagesordnungspunkten bei der ersten Stadtratssitzung der neuen Legislaturperiode.

In der Sitzung des Stadtrates hatte Thomas Vizl vom Ingenieurbüro Orf und Vizl aus Schweinfurt die Ergebnisse der Untersuchung zu verschiedenen Varianten der zukünftigen Wärmeversorgung des Rathauses vorgestellt.

Die Errichtung einer eigenständigen Heizungsanlage ist im Rathaus erforderlich, da das geplante Nahwärmenetz, trotz einer laufenden Machbarkeitsstudie, voraussichtlich erst mittelfristig realisiert werden könne. Bis zu dessen Umsetzung muss für das Rathaus eine eigenständige und vor allen Dingen sichere Wärmeversorgung gewährleistet werden.

Eine mögliche Aufstellung eines Heizcontainers im Außenbereich des Rathauses wurden vom Stadtrat eher kritisch gesehen. Deshalb sollte die Aufstellung eines Gaskessels im Keller des Rathauses nochmals genauer untersucht werden.

Die Untersuchung ergab, dass ein Technikraum im Anbau gegenüber dem ursprünglich geplanten Raum im historischen Gewölbebereich mit deutlich geringeren technischen und Baulichen Schwierigkeiten verbunden wäre. Zudem biete diese Variante eine höhere Planungs- und Kostensicherheit.

Aus diesem Grund war Thomas Vizl in die Stadtratssitzung gekommen, um die Ergebnisse der durchgeführten Untersuchungen vorzustellen. Er erläuterte insbesondere die zu erwartenden Kosten der jeweiligen Varianten, um zu möglichen Lösungen Stellung zu nehmen. Nun sei auch der Brandschutz mit dem zuständigen Kaminkehrermeister geklärt worden, erläutert Vizl.

Weitere Anpassungen wie zusätzliche und größere Deckenöffnungen über die Stockwerke hinweg sowie die Anpassung der Schall- und Bewehrungspläne müssen mit einem Statiker abgesprochen werden. Auch der Denkmalschutz müsse dazugehört werden.

Allgemein kann eine staatliche Einschätzung der generellen Tragfähigkeit des Gewölbes von der Tragwerksplanung nicht ohne weiteres abgegeben werden, so dass hier weitere Untersuchungen nötig seien.

Aus diesen Gründen wurde auch der Technikraum im Kellergeschoss des Anbaus als alternativen Aufstellungsort für den Gaskessel untersucht. Dort könne die PV–Anlage voraussichtlich nicht zur Ausführung kommen, da der Raum anderweitig genutzt werde.

Insgesamt betrachtet müsse man feststellen, dass laut der Untersuchung die Aufstellung einer Kesselanlage am zweiten Standortes (Technikraum) mit deutlich weniger Problemen verbunden wäre. Die Kosten bei der ersten Variante würde sich auf ca. 110.000 Euro Brutto belaufen, in der Variante zwei auf 91.808 Euro.

Der Stadtrat beschloss die Umsetzung der Option mit einer Containeranlage und mit einem 120-kw-Gaskessel, unter Verwendung eines Biogasanteils mit Grüngasoption von mindestens 65 Prozent.

Gleichzeitig wurde das Ingenieurbüro Orf und Vinzl beauftragt zu untersuchen, ob anstatt des ursprünglich vorgesehenen, rund sieben Quadratmeter großen Containers im Innenhof, nicht der ursprünglich geplante Hausanschlussraum im Gewölbe an der Vorderseite des Rathauses für die Unterbringung der Heizungsanlage genutzt werden könne.

Geschäftsführer nötig?

Die Afd-Fraktion im Stadtrat hatte vor kurzem einen Antrag gestellt um prüfen zu lassen, ob auf einen Geschäftsführer für die Stadt Weismain verzichtet werden könne und ob eine Stellenbesetzung unbedingt erforderlich sei. Theo Taubmann (AfD) ging dabei auf die geforderten Sparmaßnahmen der Stadt ein. Es sei die Pflicht jedes einzelnen, sich hier Gedanken zu machen. So wäre die Zusammenarbeit mit den anderen Kommunen in Altenkunstadt und Burgkunstadt hier dringend notwendig. In Weismain wäre dann die Einstellung einer unterstützenden Person in diesem Bereich wesentlich günstiger. Diese wiederum könne einen Geschäftsführer einer unterstützenden Kommune ein Stück weit entlasten, was kostengünstiger wäre. Ein geschäftsführender Beamter sei nach Gesetzeslage in einer Stadt in der Größenordnung von Weismain nicht unbedingt erforderlich.

Bürgermeister Matthias Müller war der Meinung, dass es neben einem Bürgermeister jemanden geben müsse, der das ganze Bild im Blick behalte sowie die Vorgaben.

Verwaltungsabläufe müssten auf offiziellem Weg gelöst werden. Auch sei ein Geschäftsführer in den Abläufen das organisatorische Rückgrat. Deshalb sei er dafür, dass wieder ein Geschäftsführer eingestellt werde. Rechtsgrundlagen, Vergabeverfahren und Sitzungsvorbereitungen sowie Führung der Personalabteilung gehörten zum Aufgabengebiet eines Geschäftsführers. So sahen dies auch die anderen Stadtratsmitglieder. Es gab nur die beiden Gegenstimmen von Theo Taubmann und Reiner Pfister (AfD) .

Jahresrechnung

Die Kämmerei stellte die Jahresrechnung für die von der Stadt Weismain verwalteten Wohltätigkeitsstiftung Weismain vor.

Das Haushaltsjahr 2025 schließt demnach im Verwaltungshaushalt mit Einnahmen und Ausgaben mit jeweils 7317 Euro ab. Der Vermögenshaushalt schließt in Einnahmen und Ausgaben von jeweils 8500 Euro ab.

Der Verwaltungshaushalt 2026 schließt mit Einnahmen und Ausgaben von jeweils 7600 Euro ab. Bei den Einnahmen handele es sich ausschließlich um den Erlös aus dem Holzverkauf aus stiftungseigenem Wald. Der Vermögenshaushalt sieht keinen Haushaltsansatz vor, da Investitionsmaßnahmen nicht vorgesehen sind. Um jedoch die Ausgaben im Verwaltungshaushalt decken und die Liquidität sichern zu können, wird eine Entnahme aus der allgemeinen Rücklage mit 5100 Euro benötigt. Um das tatsächliche Stiftungsvermögen feststellen zu können, hat der Bayer. Kommunale Prüfungsverband bei seiner örtlichen Prüfung angeregt, ein Waldwertgutachten für die Stiftungswälder erstellen zu lassen. Die Ausgaben im Verwaltungshaushalt übersteigen im Haushaltsjahr 2025 die Einnahmen, so dass der Ausgleich nur mit einer Rücklagenentnahme erfolgen konnte. Somit mindert sich das Stiftungsvermögen zum 31. Dezember 2025. Durch den Holzeinschlag im Stiftungswald konnten in den vergangen Jahren Erlöse aus dem Holzverkauf erzielt werden. Bezüglich der im Jahr 2025 durchgeführten Aufforstung konnten im vergangenen Jahr keine größeren Holzeinschlagmaßnahmen durchgeführt wurden. Der Finanzplan sieht in den Jahren 2027 bis 2029 geringe Einnahmen aus dem Holzverkauf aus dem stiftungseigenen Wald vor. Die Ausgaben für die Bewirtschaftung des Stiftungsvermögens sowie für die Stiftungsverwaltung durch die Stadt Weismain werden in den kommenden Jahren annähernd gleichbleibend berücksichtigt. Nachdem auch in den nächsten Jahren die Ausgaben die Einnahmen übersteigen werden, wird eine Entnahme aus den allgemeinen Rücklagen benötigt werden. Es sei zu erwarten, dass sich das Grundstockvermögen reduzieren werde.

In Arnstein wird wegen der starken Nachfrage ein neues Urnengrabfeld auf dem dortigen Friedhof ausgewiesen.

In Buckendorf wurde mit Heiko Müller ein neuer–alter Ortssprecher gewählt.

Neueröffnet wurde im Stadtkern das Lokal „Tavuk-Welt“, was als sehr positiv zu sehen ist. Den Betreibern wünschte Bürgermeister Matthias Müller viel Erfolg.

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