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Große Aufgaben warten auf Elly
Senta Geiger, Josefins Mutter, mit Elly. Die soll bald als Assistenzhündin ausgebildet werden.
Senta Geiger, Josefins Mutter, mit Elly. Die soll bald als Assistenzhündin ausgebildet werden.
Foto: Tanja Freiberger
F-Signet von Tanja Freiberger Fränkischer Tag
Kronach – Ein Hund hilft, das Leben eines besonderen kleinen Mädchens zu verbessern. Nicht nur die Ausbildung kostet Geld.

Neugierig ist sie, als sie zu uns ins Wohnzimmer kommt. Möchte mich sofort begrüßen. Das soll Elly aber nicht ohne Erlaubnis. Gerade übt die Hündin „Hier“ und „Bleib“. Dann erlaubt ihr Senta Geiger, „Hallo“ zu mir zu sagen. Elly kommuniziert gerne. Sechs Monate ist der Australian Shepherd inzwischen alt und lebt seit Juli bei Familie Geiger in Kronach (der FT berichtete).

Auf den ersten Blick eine ganz normale Familie, aber mit einem besonderen Kind. Josefin ist sechs Jahre und schwer behindert. Das merkt man ihr nicht gleich an. Josefin leidet unter anderem an einem sehr seltenen Gendefekt, einer kaum bekannten Knochenstoffwechselstörung, sowie an einem angeborenen Herzfehler. Seit einem Jahr hat sie Pflegestufe 2 und eine Schwerbehinderung von 70 Prozent. Sie wird immer mit Einschränkungen leben müssen und auf Medikamente angewiesen sein. Aktuell muss sie sieben Tabletten am Tag nehmen, die letzte um halb acht Uhr abends. Aber es sei laut Senta Geiger ein himmelweiter Unterschied, wenn Josefin die Tabletten nimmt und Elly dabei zuschaut.

Inzwischen ist Josefin Vorschulkind im Kindergarten. Ob sie im kommenden Schuljahr eingeschult werden kann? So weit plant Senta Geiger nicht voraus. Josefin käme zwar in der Vorschule gut mit, es mache ihr auch Spaß. Aber es kommt darauf an, wie sie sich ihre körperlichen Einschränkungen entwickeln. „Da läuft nichts nach Plan. Es kann immer ein Entwicklungsschub kommen oder einer ausbleiben. Ich lebe im hier und jetzt, das ist enorm wichtig bei einem chronisch kranken Kind.“

Selbstvertrauen für Josefin

Elly ist ein ganz besonderer Hund, mit einem tollen Charakter. Durch Zufall ist Elly im Sommer ganz kurzfristig zu den Geigers gekommen. Elly sei unkompliziert und habe sehr gut gepasst. Sie sei eine idealen Begleiterin für Josefin, so Senta Geiger. „Josefin weiß, es ist ihre Elly. Sie kümmert sich auch um den Hund.“ Elly helfe Josefin sehr und habe in den vergangenen Monaten viel für sie verändert. Auch der Rest der Familie habe sich sofort in den Hund verliebt. „Seit Elly da ist, merken wir alle, dass etwas Besonderes passiert ist,“ sagt Senta Geiger. Elly hilft „einfach durch ihr Sein“. Und sie schenke Josefin Selbstvertrauen.

Senta Geiger erzählt: „Es ist ein Unterschied, ob ich Josefin aufwecke oder Elly das macht.“ Die hüpfe zu Josefin ins Bett und sie würden dann noch ein paar Minuten kuscheln, bevor sie in den Kindergarten geht. Manchmal darf Elly mitkommen. Das käme aber immer darauf an, da „Elly auch nicht so der Frühaufsteher ist.“ Dann bleibt sie lieber auf ihrem vorgewärmten Plätzchen liegen und wartet, bis Senta Geiger wieder zu Hause ist. „Wir nehmen Elly aber sonst überall mit hin. Sie ist eine Bereicherung und tut uns allen gut .“

Elly kann gut differenzieren, mit wem in der Familie sie wie umgeht, erzählt Senta Geiger. Sie hat zu jedem Familienmitglied eine besondere Beziehung. Bei Josefin sei sie vorsichtig, sie kuscheln viel. Bei ihrem Bruder sei sie viel agiler. Da wisse sie, dass sie mehr machen kann.

Unterstützung beim Arztbesuch

Regelmäßig muss Josefin zu Kontrolluntersuchungen. Gerade Blutentnahmen seien oft schlimm, weil sie genau wisse, was sie dort erwartet. Vor kurzem durfte Elly sie das erste Mal zum Arzt begleiten. „Das war schon im Vorfeld viel entspannter, weil sie gewusst hat, sie muss dort nicht alleine hin, sondern ihre Elly ist mit dabei. Es war echt unbeschreiblich, das müsste man sehen. Die Erfahrung hat mich voll überzeugt.“ Elly nehme ihr zwar nichts ab, aber alleine ihre Anwesenheit mache es besser.

Elly mit Josefin beim Kuscheln
Elly mit Josefin beim Kuscheln
Foto: Senta Geiger

Seit einiger Zeit geht Elly in die Hundeschule. „Auch Josefin hat Wert darauf gelegt, da mitzukommen, weil es ja ihre Elly ist“, erzählt Senta Geiger. Noch macht sie mit Elly auch mal alleine „Übungs-Gassigänge“. Auch die Ausbildung zum Assistenzhund wird Josefins Mutter übernehmen.

Schon jetzt werde versucht, das Training speziell auf die Bedürfnisse von Josefin abzustimmen. Dafür fallen aber Kosten an. Auch wenn der Hund Josefin viel helfen wird, die Ausbildung von Elly muss die Familie selbst bezahlen. Von der Krankenkasse bekommt die Familie dafür nichts. Auch das therapeutische Reiten, das Josefin so guttut, zahlen die Geigers aus eigener Tasche. „Bei einem besonderen Kind fallen immer deutliche Mehrausgaben an.“

Derzeit gebe es noch etwas, das die Krankenkasse wahrscheinlich nicht bewilligt: einen Rehabuggy. Josefin soll sich mehr bewegen, dazu animiert Elly sie auch. Das funktioniere sehr gut und Josefin geht auch gerne mit dem Hund Gassi. Dennoch kann sie bei längeren Strecken durch ihre körperlichen Einschränkungen nicht so gut durchhalten. Sie hat inzwischen ein Gewicht erreicht, dass es Senta Geiger unmöglich macht, sie zu tragen. Und der vorhandene Kinderwagen hat seine Grenze erreicht. Aber ein Rehabuggy koste viel Geld. Er würde Josefin ein Stück mobiler machen und ihr das Leben erleichtern. Auch bei Spaziergängen mit ihrer Elly.

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