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Valentinstag und Fasching
Prunksitzung feiert 66 Jahre – Amüsante Höhepunkte
Prunksitzung Ha-Ka-Ge 2026
Pretty in Pink. Die Stadtgarde aus Aschaffenburg stellte sich erstmals in der Saalestadt vor. Dem Vernehmen nach darf sie gerne wiederkommen. // Winfried Ehling
Prunksitzung Ha-Ka-Ge 2026
Bürgermeister Armin Warmuth (l.) und sein Stellvertretender Christian Fenn (r.) beim „Wettessen ohne Hände“. // Winfried Ehling
Prunksitzung Ha-Ka-Ge 2026
BR-Radler Marc Scheller erzählte von seinen Abenteuern // Winfried Ehling
Signet des Fränkischen Tags von Winfried Ehilng
Hammelburg – Hammelburg erlebte eine denkwürdige Faschingssitzung am Valentinstag. Die Veranstaltung lockte zahlreiche Besucher und überraschte mit kreativen Einlagen.

Mit ihrer Prunksitzung hat die Hammelburger Karnevalsgesellschaft heuer den Nagel auf den Kopf getroffen. Nicht nur, dass sie den närrischen 66. Geburtstag feiern konnte, das Highlight des heimischen Faschings fiel zudem auf den Valentinstag, den „Tag der Liebenden“. Allerdings schränkte Sitzungspräsident Sebastian Kleinhenz in seiner Begrüßung ein, dass es nicht möglich sei, rund 480 Besucher in der Saaletalhalle auch zu küssen.

Den Start in die sechsstündige Sitzung übernahm „Herold“ Markus Daum, der eine Lanze für das närrische Treiben brach, jedoch auch eintrat für Freiheit, Demokratie und die freie Meinung. Den turbulenten Auftakt gestalteten die Purzelgarde als „Superheroes“ und die Blauen Funken mit „Harry Potter“.

Bürgermeister in der Bütt

In der Bütt „Neulich beim Walz“ mit Sebastian Kleinhenz, Julia Keidel und Eva Schiffner lobten Bürgermeister Armin Warmuth über den grünen Klee. Was er alles mache – neue Besetzungen, Pressesprecherin, etc. – bringe ihn in die Gefahr, dass sich Warmuth selbst im Aufzug begegne. Nun ja, der neue Belag für den Marktplatz lässt noch auf sich warten und die Tourist-Info sollte geöffnet sein, wenn auch tatsächlich Touristen in der Saalestadt weilen. Düster sieht es jedoch bei Wirtschaft und Industrie aus. Die Wirtschaften machen alle zu und die Industrie ist schon länger ausgewandert. Fuchsstadt dagegen ist diesbezüglich vorbildlich aufgestellt.

Die Präsidentengarde lieferte den ersten Showtanz, eine Reise zurück in die neunziger Jahre, bunt gekleidet. Nach der Schule kam immer der Fernseher. Das Prinzenpaar Kirsten I. und Holger I. knüpfte daran eine Kette von jeweils elf Jahren und was seinerzeit „in“ oder gut war. 1960: Eine Maß Bier kostete eine Mark, 1971: Disco-Fieber, Glitzer und Glimmer und die Etablierung der CD, für die keiner einen Player hatte, 1993: Die Heirat des Prinzenpaares, und so weiter.

Spiel und Schokolade

Danach folgten TV-Serien und ihre Auswüchse: „Wer wird Millionär?“, „Klein gegen Groß“ und – wie könnte es anders sein – das Dschungelcamp. Der Bürgermeister Armin Warmuth musste mit seinem Stellvertreter Christian Fenn jeweils einen Schokoladenkuss aufessen, ohne seine Hände zu nutzen. Warmuth verlor und musste als CSUler ein rotes T-Shirt überziehen! Einen wirklich sehenswerten Showtanz legte die Garde der befreundeten Hundsbacher Narrengilde auf.

Der Schmied mit der Gitarre aus Bischbrunn, Thomas Väth, feierte seine Premiere in der Saalestadt mit Spottliedern und erntete Beifall. Die Ha-Ka-Ge-Präsidentengarde überzeugte mit einem präzisen Formationstanz und führte in die Pause.

Lubber und Babbo

Lubber und Babbo haben ein Abo in der Hammelburger Bütt. Für Superhelden wie sie ist die Sanierung des Marktplatzes eine Spielerei. Bei einem Flug über Fuchsstadt kamen sie ins Staunen. „Was für ein gepflegter Ort, die haben sogar Parkett auf den Straßen“, wunderte sich Babbo. „Parkett, du spinnst doch“, entgegnete Lubber: „Die schauen zu uns rauf und haben alle ein Brett vor dem Kopf“. Autsch.

Die Schlossgarde stellte sich in neuen Kostümen vor (Stückpreis 870 Euro). Die ausgefeilte Choreografie und Präzision, mit der sie tanzten, kostete keinen Euro, aber viel Schweiß. In Reimform dankte sodann der Bürgermeister den Narren und ihren Unterstützern mit dem Lied „Mit 66 Jahren…“, das er selbst sang, begleitet von der Partyband Hesslar. Eine weitere Premiere: Der Auftritt der Stadtgarde Aschaffenburg. „Barbie“ war eine Western-Show in Pink mit 17 Tänzerinnen und zwei Männern. Geballte Frauenpower war das Ha-Ka-Ge-Tanzpaar Michelle Bauer und Sofie Beidel. Für die sportiv-graziöse Präsentation gab es viel Applaus.

Geschichten aus Hammelburg

BR-Radler Marc Scheller erzählte von seinen Abenteuern, ist in der fünften Jahreszeit viel gefragt, auch in Hammelburg, wo der Bäckermeister aus Untererthal sein Geschäft betreibt. Er ist immer noch überzeugt davon, dass er bei Frauen gut ankommt, was ihm Applaus und Buh-Rufe einbrachte. Das Tanzpaar des Patenvereins Ebenhausen ist den Hiesigen in guter Erinnerung. Der Auftritt spielte auf Wunsch des Publikums eine Zugabe ein.

Augenscheinlich liebt der Sitzungspräsident von „Fastnacht in Franken“, Christoph Maul, die Bühnenauftritte in der Saalestadt, wo er seinem „Busenfreund“ Markus Söder (der mit der Bratwurst in der rechten Hand, wodurch er sich einen Gelenkschaden zuzog) runter laufen ließ.

Auch die katholische Kirche verschonte er nicht. Das „Maschinengewehr“ der fränkischen Fastnacht weiß, wo es ansetzen muss. Der Showtanz der Schlossgarde führte die „Goldenen 20“ und in den Circus. Ein rot-goldener Wirbelwind tobte über die Bühne, der alles mitriss, was nicht angebunden war. 

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