Deutschland 2025: Ich habe kürzlich versucht, einen Facharzt zu erreichen, bei dem ich länger nicht war. Es ging nicht um einen Termin; ich will bescheiden bleiben. Ziel war eine kurze Info, wann ich eine bestimmte Behandlung begonnen hatte (Man darf die nur eine gewisse Zeit durchführen, muss sie dann absetzen). Ich war zwischenzeitlich umgezogen, sodass mir mein Hausarzt seit drei Jahren das Medikament verabreicht.
Ich versuchte, telefonisch zum Facharzt durchzudringen - vergebens. Immer war besetzt. Also wich ich auf E-Mail aus. Ich brauchte die Info ja nicht umgehend, sondern erst im Laufe des Tages. Oder später.
Link zur Online-Rezeption
Die angegebene Adresse funktionierte nur bedingt. Man bedankte sich zwar fürs Anschreiben, schickte aber hinterher: "Leider können wir bis auf weiteres keine Anfragen mehr per E-Mail beantworten." Ich solle künftig über die auf der Internetseite der Praxis verlinkte "online Rezeption" (sic!"), eine Art Chat, Kontakt aufnehmen. Was ich umgehend tat.
Zunächst bekam ich eine automatisierte Standardantwort: "Vielen Dank für Ihre Anfrage. Sie erhalten eine E-Mail, sobald wir Ihnen geantwortet haben." Ich könne dann per Link unkompliziert zur Online-Rezeption zurückkehren, hieß es.
Zunehmender Informations-Müll
Wenig später erhielt ich wieder eine E-Mail. In der Online-Rezeption stehe eine neue Nachricht für mich bereit. Sie enthielt tatsächlich die von mir gewünschte Info. Endlich, nach gefühlt zehn Textereien hin und her und genauso vielen Login- und Namensabfragen war ich am Ziel.
Mit meine 47 Jahren glaube ich, dass ich mit technischen Entwicklungen noch mitkomme. Aber was macht eine 80-Jährige, die "nur" einen Arzttermin vereinbaren möchte? Die ist hoffnungslos verloren. Und ich zweifle, ob mit der Digitalisierung wirklich alles einfacher wird.











