Mit 80 Jahren lebt Eduard Lintner offenkundig in seiner eigenen Welt. Er glaubt ernsthaft, man dürfe politische Freunde dafür bezahlen, dass sie die Wirklichkeit schönreden. Korruption sei das nicht. Wenn man dies dann notgedrungen so zugeben muss, wie es in der Anklage steht, sei das auch kein Geständnis, meint er offenbar.
Lintner versuchte die Quadratur des Kreises
Eduard Lintner versuchte die Quadratur des Kreises: Erst nahm und verteilte der CSU-Politiker Millionenbeträge vom Gewaltherrscher aus Aserbaidschan, um dessen Ruf aufzupolieren. Dies zeigt eine interne Untersuchung des Europarates schon 2018 - und jetzt bestätigt dies die Verhandlung vor Gericht. Als Entschuldigung diente Lintner ein hanebüchenes Argument: „Das machen doch alle Lobbyisten!“
Was ist nur aus dem angesehenen Politiker geworden? Auf dem Höhepunkt seiner Karriere hatte der CSU-Mann aus Unterfranken einst die Deutschlandpolitik der Regierung Helmut Kohls mit geprägt. Sogar vor der UN-Vollversammlung hatte der Münnerstädter gesprochen.
Polit-Rentner Lintner hat Tiefpunkt erreicht
Aber als Polit-Rentner hat Lintner den Tiefpunkt erreicht. Für sein stures Leugnen der Realität wird ihm im Prozess die Rechnung präsentiert: Er steht als korrupter Strippenzieher in bester Amigo-Tradition da. Das wird ihm das Gericht wohl auch ins Urteil schreiben.
Die Richter lassen keinen Zweifel daran: Eduard Lintners Äußerungen waren als Geständnis zu verstehen. Die vier Millionen Euro Schmiergeld aus Baku kommen ihn am Ende teuer.










