Um 1525 gab es in Deutschland Aufstände, die gemeinhin als Deutscher Bauernkrieg benannt wurden. Die Region von Würzburg bis zum Thüringer Wald war zu dieser Zeit unter der Grafschaft der Henneberger und ist bis heute als das Henneberger Land bekannt.
Das Henneberger Land war ein zentraler Schauplatz dieses sogenannten Bauernkriegs. Hier verbanden sich die thüringischen Erhebungen unter Thomas Müntzer (nördlich Erfurt) mit denen in Franken und Schwaben unter Florian Geyer und Götz von Berlichingen (südlich von Würzburg). "Wir sind genau dazwischen", sagt Münnerstadts Museumsleiter Nicolas Zenzen.
Daher haben sich verschiedene Einrichtungen des ehemaligen Henneberger Landes grenzüberschreitend zusammengetan, um 500 Jahre danach auf den Bauernkrieg zurückzublicken.
Henneberger Land als historisch zusammengehörende Region
Unter dem Titel "1525 - Bauernkrieg im Henneberger Land. Ein Ereignis – Fünf Perspektiven" wollen verschiedene Einrichtungen grenzüberschreitend daran erinnern und verschiedene Blickwinkel schaffen. Die Idee eingebracht hatte der Hennebergisch-Fränkische Geschichtsverein – ein in Südthüringen und Unterfranken ansässiger Geschichtsverein, der die Region "Henneberger Land" in diesem Zuge etwas aufleben lassen möchte.
Beteiligt sind neben dem Henneberg-Museum Münnerstadt auch Museen in Heldburg, Veßra, Schmalkalden, Schleusingen (alles Thüringen) und das Stadtarchiv Schweinfurt.
Ziele der Aufstände
Worum ging es den Aufständischen? Die Bauern trugen die Hauptlast zur Aufrechterhaltung der Feudalgesellschaft: Fürsten, Adel, Beamte, Patrizier und der Klerus lebten von deren Arbeitskraft. Auch in der Kirche herrschten erhebliche Missstände. Viele Geistliche führten ein ausschweifendes Leben. Die Rebellierenden hatten soziale, wirtschaftliche, rechtliche, politische und religiöse Forderungen, die sie in den „Zwölf Artikeln der Bauernschaft“ bündelten.
Beim Begriff Bauernkrieg gebe es jedoch viel zu Diskutieren: "Wie treffend ist der Begriff Bauernkrieg? Es ist kein klassischer Krieg, sondern ein Teppich von Aufständen. Und wer sind die Aufständischen? Es sind auch nicht nur Bauern beteiligt, sondern federführend sind eher Stadtbewohner", weiß Nicolas Zenzen.
Die Rolle Münnerstadts
Münnerstadt spielt in Zuge eine bedeutende Rolle, weil sich hier einer dieser aufständischen Gruppen gebildet habe, so Nicolas Zenzen: "Unter Anführung eines Münnerstädter Handwerkers, Paul Schnabel, haben sich 1525 in einem Wirtshaus in Münnerstadt Leute zusammengefunden und beschlossen, zu rebellieren." Als erstes Ziel hatten sie das Kloster Bildhausen auserkoren. "Die Klöster standen eben immer sehr in den Fokus der Kritik, weil es ihnen recht gut ging und weil sie Abgaben der Bauern eingenommen haben. Das hatte den Hass des gemeinen Volkes auf sich gezogen."
So sind diese Münnerstädter Aufständischen, die sehr schnell eine große Gruppe wurden, zum Kloster Bildhausen gezogen, haben es eingenommen und geplündert, ihr Lager dort bezogen. Daher wurde die Gruppe der Bildhäuser Haufen genannt. "Diese Gruppe war hier in der Region zwischen Mellrichstadt und Schweinfurt sehr tätig, sie haben Klöster und Burgen geplündert, und sie haben Forderungen in Richtung gesellschaftlicher Veränderung aufgestellt", berichtet Nicolas Zenzen.
1525 - Bauernkrieg im Henneberger Land
Die Museen und Archive aus dem ehemaligen Henneberger Land haben ein Programm aus Vorträgen, Ausstellungen und diversen Vermittlungsformaten abgestimmt. Sie sollen regionale Aspekte des Bauernkrieges vermitteln und zum Besuch anderer Ausstellungen anregen.
"Zum ersten Mal werden die Ereignisse im hennebergisch-fränkischen Raum von bayerischen und thüringischen Museen in ihrer ganzen Komplexität in den Blick genommen", heißt es in einer Pressemeldung dazu.
Ein Ereignis – Fünf Perspektiven
Fünf Museen beschäftigen sich unter verschiedenen Aspekten mit dem so genannten Bauernkrieg:
- 10. April bis 19. Oktober Henneberg-Museum Münnerstadt: Bauern
- 13. April bis 2. November, Deutsches Burgenmuseum Veste Heldburg: Burgen
- 18. April bis 19. Oktober, Hennebergischens Museum Kloster Veßra: Klöster
- 27. April bis 5. November, Museum Schloss Wilhelmsburg in Schmalkalden: Städte
- 3. Mai bis 9. November, Museum Schloss Bertholdsburg in Schleusingen: Herrschaft
Zu den Ausstellungen gibt es auch ein Begleitprogramm mit verschiedenen Vorträgen, Aktionstagen und Festen.
Auch das Stradtarchiv Schweinfurt ist beteiligt. Dort startete das Jubiläum Ende Januar mit einer zweitägigen Tagung mit verschiedenen Vorträgen, die wie die Ausstellungen verschiedene Perspektiven auf die Ereignisse vor 500 Jahren legten.









