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Straßen in der Altstadt
Was steckt hinter Münnerstadts Straßennamen?
Die Schwesterngasse in Münnerstadt liegt unterhalb der Stadtpfarrkirche.
Die Schwesterngasse in Münnerstadt liegt unterhalb der Stadtpfarrkirche. // Ellen Mützel
Münnerstadt – Dr.-Engelhard-Weg, Hafenmarkt oder Schwesterngasse – warum heißen die Gassen und Straßen in der Münnerstädter Innenstadt so, wie sie heißen?

Die Namen unserer Straßen sind kein Zufall. Sie spiegeln die Geschichte einer Stadt wider und erzählen von den Menschen oder wichtigen Orten, die sie geprägt haben. Die Redaktion wirft daher einen Blick auf die Gassen- und Straßennamen im Stadtkern Münnerstadts. 

Straßen und Gassen nach Persönlichkeiten oder Institutionen

So lebten in der Bauerngasse, (früher Hintere Bauerngasse) früher die Landwirte. Die Deutschherrnstraße (früher Froschgasse/ Schraubengasse) bezieht sich darauf, dass die Deutschordensritter früher dort ihre Verwaltung hatten. 

Der Dr.-Engelhardt-Weg entlang des Parkplatzes Oberes Tor ist nach Dr. Konrad Engelhardt benannt, der 1914 bis 1934 Lehrer und Studiendirektor am Gymnasium war. 1925 schrieb er ein Buch über Münnerstadt, seine Geschichte und Denkmäler.

Die Hennebergstraße (früher: "Vordere Bauerngasse") wurde nach den den Grafen und Fürsten von Henneberg (bis 1583) benannt. Der Namensgeber des Ludwig-Nüdling-Wegs an der Zehntscheune sollte den Liebhabern des Heimatspiels ein Begriff sein: Pfarrer Ludwig Nüdling verfasste "Die Schutzfrau von Münnerstadt". 

Der Leitschuhweg führt durch den Jörgentorpark an der Stadtmauer entlang. Er geht zurück auf Johann Alois Leitschuh (1801 bis 1880), der Studiendirektor am Gymnasium war und in der Nähe des Weges wohnte. 

Sonderausstellung: Riemenschneider trifft Stoß - Schnittpunkt Münnerstadt.
Sonderausstellung: Riemenschneider trifft Stoß - Schnittpunkt Münnerstadt. // Heike Beudert

Die Riemenschneiderstraße ist der nördliche Teil der Ortsdurchgangsstraße von Münnerstadt (bis zum Rathaus) und geht auf Tilman Riemenschneider (1460 bis 1531) zurück, der die Altarfiguren in der Stadtpfarrkirche fertigte. Der südliche Teil der Ortsdurchgangsstraße ist die Veit-Stoß-Straße, nach dem Bildhauer, Kupferstecher und Maler (ca. 1440 bis 1533) benannt. Er malte die vier Kilianstafeln, die in der Stadtpfarrkirche hängen, während seines Aufenthalts in Münnerstadt bei seinem Schwiegersohn.

Die Schwesterngasse zwischen Kirche und Schloss hieß früher Nonnengasse, weil an der Ecke einst ein Schwesternhaus stand, in dem unbemittelte, ledige oder berwitwete Frauen lebten – in der Altstadt die einzige Straße mit Bezug auf Frauen. Die Streitgasse in der Nähe des Oberen Tors ist nach dem ersten Ehrenbürger, Karl Streit, benannt, einem Wohltäter der Stadt. 

Straßen und Gassen nach Orten oder Nutzung

Meist sind Straßen und Gassen auch nach Orten, Gebäuden oder Nutzung benannt. Manche davon gibt es noch heute, andere nicht.

Die Jörgentorgasse liegt wenig überraschend am Jörgentor, Kirchgasse an der Stadtpfarrkirche. Der Anger, der früher Neuer Anger hieß, während der Alte Anger im Innenbereich des ehemaligen Jugendhauses am Dicken Turm war, war schon früher ein Dorfplatz (auch bezeichnet als Anger).

Manche Straßennamen sind jedoch auch nach etwas benannt, was es so heute nicht mehr gibt. Das Burggässchen an der Zehntscheune weist auf die Talburg der Grafen von Henneberg aus dem 12. Jahrhundert hin. Die Gymnasiumstraße führt entlang des ehemaligen Gymnasiums. 

Der Hafenmarkt liegt unterhalb des Angers.
Der Hafenmarkt liegt unterhalb des Angers. // Ellen Mützel

Der Hafenmarkt unterhalb des Angers geht darauf zurück, dass dort im Mittelalter Häfnereien waren, die sich mit Töpferei und Öfen befassten. Die Kapellengasse führt auf den Anger und geht auf die 1410 durch Peter von Brunn erbaute Marien-/Stadtkapelle zurück, die 1945 durch Bomben zerstört wurde. 

Die Landgerichtsgasse führt am ehemaligen Amtsgericht (1803 bis 1879) entlang. Die Schäfergasse geht von der Bauerngasse ab. Dort lag die frühere Schäferscheune und die Wohnung des Stadtschäfers. 

Die Seminarstraße führt am 1906 vom Augustinerkonvent St. Joseph erbauten Studienseminar entlang, früher ein Internat, in dem heute Ganztags- und Hortbetreuung stattfindet. Die Sudhausgasse an der Hennebergstraße geht darauf zurück, dass am Parkplatz einst das Brauhaus vom Adlergasthaus stand. Im "Sudhaus" wird die Bierwürze hergestellt.

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