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Waldtag an der Grundschule
Ein Unterricht mit besonderen Entdeckungen
Waldtag für Grundschüler
Christian Büchner, 1. Vorsitzender der Kreisgruppe Bad Brückenau, im Bayerischen Jagdverband und Falkner mit seinem Milan. // Evelyn Schneider
Waldtag für Grundschüler
Wie schauen die Fährten der Waldtiere aus? // Evelyn Schneider
Waldtag für Grundschüler
Sandra Hornung, die Leiterin der Stöberhunde Rhön erklärt die Ausbildung der Hund. // Evelyn Schneider
Wildflecken – Der diesjährige Waldtag hatte für die Grundschüler aus Wildflecken, Oberbach und Riedenberg Überraschungen und spannende Einblicke in Natur und Tierwelt parat.

Alle zwei Jahre findet für die Grundschüler der dritten und vierten Klassen aus Riedenberg, Oberbach und Wildflecken der „Waldtag“ statt. Initiiert hat diesen lehrreichen Tag Rektorin Christiane Helfrich bereits vor einigen Jahren. Die Idee wurde konkreter durch die Mithilfe von Ehemann Wilfried Helfrich, dem Jagdpächter aus Riedenberg.

Im Laufe der Jahre wirken heute bis zu 30 Helfer für diesen Tag ehrenamtlich mit und nehmen gar Urlaub dafür. Jäger, Förster und Mitarbeiter des Amts für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten (ALEF) bereiten fast eine Woche lang die Ausstellungen und Darbietungen vor. Schauplatz hierfür ist das ehemalige Skiliftareal Erlenbrunnen mit seiner noch guterhaltenen Hütte.

Für die Ausstellung im Schulherbarium

Früh morgens starteten die Kinder mit einer Wanderung dorthin. Auf ihrem Weg erhielten sie zahlreiche Erläuterungen zum Buchdruckkäfer. Integriert in diese Wanderung wurde auch eine forst-und naturkundliche Begehung mit den teilnehmenden Förstern. Außerdem sammelten die Kinder Materialien für ihre Ausstellung im Schulherbarium.

Nach einer kleinen Frühstückspause wurden sie von der Leiterin der Stöberhundegruppe Rhön, Sandra Hornung, in die Arbeit der Jagdhunde eingeführt. Sie erklärte die Ausbildung der Hunde. Anschaulich wurde es dann, als Jagdhund „Humboldt“ nach einer Schweißfährtenlegung das Wild an seinen Besitzer Wilfried Helfrich apportierte.

Einblicke in die Arbeit der Jäger konnten die Kinder auf vier aufgebauten Stationen erhalten. Wie erkenne ich die verschiedenen Wildfährten, wie schauen die unterschiedlichen jagdlichen Einrichtungen, Hege oder Kirrung (Ausbringen von Futter um Wildtiere anzulocken) aus, oder wie ist der Ausblick von einem Hochsitz? Weitere Informationen konnten die Kinder im „Rhönkäppchenwagen“ bekommen. Dieser war vom ehemaligen Förster Reinhard Landgraf aus Oerlenbach ins Leben gerufen worden und kann für solche Zwecke genutzt werden.

MIlan und Falke zum Anfassen

Auch die Vielfalt der Werkzeuge, Waffen, Ferngläser und Lockmittel konnten die Kinder bestaunen. Eine Besonderheit war sicherlich auch der Milan und der Falke von Falkner Christian Büchner, die sich die Kinder aus der Nähe anschauen konnten. Für große Augen bei den Kindern sorgte die umfangreiche Ausstellung der Waldtierpräparate in der Hütte. Alle Teilnehmer hatten diese, teils auch aus privaten Sammlungen, zusammengesucht und mitgebracht.

Den Abschluss bildeten die Jagdhornbläser der Bläsergruppe Bad Brückenau unter der Leitung von Sandra Hornung. Sie erklärte auch den Ursprung solcher Jagdsignale, die aus Zeiten stammen, als es noch keine Handys gab. Die Jagdsignale wurden im Wald von Bläser zu Bläser weitergetragen und hatten alle eine bestimmte Bedeutung, die der Information der Jäger diente.

Die Kinder erfuhren auch, dass ein Jäger dem erlegten Tier seine Ehrerbietung und Dankbarkeit zeigt und ihm als „letztes Mahl“ einen Fichtenzweig ins Maul legt. Ob die Kinder aufmerksam aufgepasst hatten, konnten sie abschließend in einem Quiz beweisen. Als Belohnung dafür gab es kleine Preise.

Sicherlich nicht selbstverständlich ist der ehrenamtliche Einsatz aller Mitwirkenden, die viel Zeit und Engagement zeigten, um diesen, für die Kinder sicher unvergesslichen Tag, zu ermöglichen. Sie lehrten die Wertschätzung für Natur und Wild und schulten einmal nicht nur in der Theorie über solche Themen.

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