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Sagen und Mythen (8)
Warum Rannungen früher woanders lag und weitere Geschichten
Ein verbranntes Dorf, ein Schatz bei sieben Eichen und zwei Fromme Bauen sind Teil von Sagen rund um Rannungen.
Ein verbranntes Dorf, ein Schatz bei sieben Eichen und zwei Fromme Bauen sind Teil von Sagen rund um Rannungen. // Sahar Nezhadbahram, Elen Mützel, Midjourney
Rannungen – Über den Ort gibt es drei Sagen. Was fromme Männer und die Münnerstädter Talkirche damit zu tun haben, wo man einen Schatz vermutet und wo das Dorf früher lag.

Die Redaktion macht sich den Band "Sagen und Legenden aus dem Landkreis Bad Kissingen" zunutze, um die Sagen aus Rannungen aufleben zu lassen. Unter der Herausgeberschaft des Landkreises Bad Kissingen brachte Josef Lisiecki (Bad Brückenau) im Jahr 1982 diesen Band heraus, der mittlerweile vergriffen ist. Unter kultur-kg.de/sagen-und-legenden finden Sie alle Geschichten ungekürzt.

Die vergrabenen Glocken „bei den sieben Eichen“

Zur Zeit der Schwedenkriege hatte man in Stadt und Land alle Wertsachen vor den wilden Soldatenhorden in Sicherheit gebracht. So wurden auch der Sage nach in Rannungen Kirchenglocken und Kostbarkeiten der Gotteshäuser, im Wald „bei den sieben Eichen“ tief in der Erde versteckt.

Als nun der Krieg zu Ende war und die alten Leute verstorben waren, die allein noch von den Verstecken der Glocken wussten, konnte man die Stelle nicht mehr finden. Inzwischen waren Büsche und Bäume darüber gewachsen. So ruhen alle Schätze heute noch in den großen Wäldern bei Rannungen.

Die Sage von der Talkapelle

Die idyllisch gelegene Talkirche bei Münnerstadt.
Die idyllisch gelegene Talkirche bei Münnerstadt. // Susanne Will

Von Münnerstadt geht ein Weg nach Süden. Er führt in ein einsames Waldtal des Münnerstädter Staatsforstes. Dort steht direkt am Weg eine schöne große Kapelle - die heutige Talkirche. Dazu erzählt die Sage:

Einst hatten zwei Bauern aus Rannungen im Tal ihre Felder abgeerntet und ihr Fuhrwerk schwer beladen. Auf der Heimfahrt wurden sie von einem furchtbaren Gewitter mit wolkenbruchartigem Regen überrascht. Das Tälchen war aber so eng, dass sich die Wassermassen stauten und Wagen und Pferde in eine bedrohliche Lage brachten. Die Männer getrauten sich nicht einmal mehr, die Pferde abzuschirren, dass diese sich in Sicherheit bringen konnten.

In höchster Not riefen die Männer die Gottesmutter um Hilfe und versprachen, ihr ein Kirchlein zu bauen, wenn sie von ihnen die Gefahr abwende. Die Bitte wurde erfüllt und sie konnten, ohne Schaden erlitten zu haben, nach Hause fahren. Die frommen Männer aber hielten ihr Versprechen und erbauten aus Dankbarkeit in der Nähe des Platzes, wo ihr Flehen erhört wurde, das Kirchlein.

Das frühere Dorf Rannungen

Südlich von Rannungen soll das damalige Rannungen gelegen haben.
Südlich von Rannungen soll das damalige Rannungen gelegen haben. // Florian Meckel

In der heutigen Gemeinde Rannungen ist im Volksmund die Sage noch lebendig, dass das frühere Dorf einst im südlichen Wiesengrund gegen Pfändhausen gelegen habe, also in der Nähe der jetzigen Landkreisgrenze.

Heute noch trägt der Wiesenpfad durch das Tal den Namen „Gemeindeweg“ oder „Gemeindegasse“. Der dortige Brunnen soll zum Pfarrhaus gehört haben. Am Platz der dem Pfarrer in „ewiger Pacht“ verbrieften Wiese sei die Kirche des früheren Dorfes gestanden. Dort seien sogar noch leicht Grund- und Umfassungsmauern zu finden.

Später habe man, als die Häuser des Wiesentals einmal niederbrannten, diese mit einer Kirche weiter nördlich auf eine Anhöhe gebaut, in den Bereich einer schützenden Burg.

 

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