Alle Jahre wieder stellt die Stadt einen Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz auf. Der Baum, der seit kurzem den Münnerstädter Marktplatz ziert, stammt aus Burghausen und wurde von einer Privatperson gespendet, berichtet Bauhofleiterin Maren Manger. Die Blautanne misst etwa acht Meter Höhe und hat eine Eigenschaft, die auch in privaten Wohnzimmern in der Adventszeit zu Unruhe führt: Sie ist schief.
Bürgermeister Michael Kastl berichtet, dass die Bäume meist aus privatem Besitz gespendet werden, der Bauhof habe über das Jahr ein Auge darauf, was passen könnte. Doch viele würden ihren Baum ungern hergeben. Auch aus dem eigenen Wald habe man nichts nutzen können – denn „die großen Bäume sind eine aussterbende Art“, so das Stadtoberhaupt.
Schwieriger, einen ‚prämierfähigen‘ Weihnachtsbaum zu finden
„Wir sind froh, dass wir überhaupt einen bekommen haben, auch wenn er etwas schief ist. Es ist eben ein echter Baum“, sagt Michael Kastl. „Man hatte es beim Aufstellen gemerkt, da waren wir selbst etwas überrascht.“
Die Bauhofleiterin geht näher darauf ein und erklärt: „Der Baum ist 'schief‘ weil das vom Grundsatz her die Natur ist. Mit der Zeit wird es immer schwieriger, einen ‚prämierfähigen‘ Weihnachtsbaum zu finden.“ Die Tannen oder Fichten mit guter Wuchsform würden meist schlichtweg nicht abgegeben.
Unterer Stamm gerade, oben gekrümmt
„Im Falle unseres Weihnachtsbaums ist es so, dass er nicht von Grund auf schief ist. Wenn man den Baum genau betrachtet, erkennt man, dass der untere Stamm gerade gewachsen ist, er jedoch bei etwa zwei Metern eine leichte Krümmung aufweist“, so Maren Manger. Dadurch vermuteten Außenstehende, dass der Baum schief aufgestellt wurde. „Wir haben unser Bestes gegeben, den Weihnachtsbaum trotz der Krümmung so zu stellen, dass er von vielen Blickwinkeln aus gesehen geradesteht.“
Die Bauhofleiterin weist außerdem darauf hin, dass viele Weihnachtsbäume nur für diesen Zweck gefällt würden. „Der Baum, den wir aufgestellt haben, wäre diese Saison ohnehin gefällt worden. Dadurch hat der Baum einen ‚zweiten Nutzen‘, eine ‚zweite Chance‘ erhalten. Auch wenn er gewiss nicht als der schönste Weihnachtsbaum in die Geschichte von Münnerstadt eingeht, ist dies – speziell in der heutigen Zeit des Klimawandels – doch eine gute Sache.“
Für das kommende Jahr freut sich die Bauhofleiterin, wenn sich Bürgerinnen und Bürger beim Bauhof melden, sofern sie einen geeigneten Baum besitzen und als Weihnachtsbaum spenden würden.













