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Gefahr an der Pyramide
Die Ampel soll noch heuer kommen
Die Kreuzung an der Pyramide zwischen Nüdlingen und Münnerstadt ist ein Unfallschwerpunkt im Landkreis.
Die Kreuzung an der Pyramide zwischen Nüdlingen und Münnerstadt ist ein Unfallschwerpunkt im Landkreis. // Marion Eckert
Landkreis Bad Kissingen – Die Pyramidenkreuzung zwischen Nüdlingen und Münnerstadt verzeichnet viele Verkehrsunfälle. Eine Lösung soll eine Ampelanlage sein, um die Situation zu verbessern.

Die Kreuzung zwischen Nüdlingen und Münnerstadt, bekannt als die „Pyramide“, ist ein Brennpunkt für Verkehrsunfälle im Landkreis. Schon seit längerem arbeitet die Unfallkommission daran, Lösungen zu finden, um die dauerhafte Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten und schwere Unfälle zu verhindern.

Da die bisherigen Vorschläge an dieser Kreuzung nicht den gewünschten Erfolg gebracht haben und es weiterhin zu Unfällen mit Verletzten kommt, ist geplant, noch in diesem Jahr eine Ampelanlage zu installieren.

Unfallkommission bewährt sich

Die Unfallkommission setzt sich aus Vertretern der Polizeiinspektion Bad Kissingen, der Unteren Straßenverkehrsbehörde des Landratsamtes Bad Kissingen und dem Staatlichen Bauamt Schweinfurt zusammen. Diese Behördenvertreter beobachten seit langem das Unfallgeschehen im Landkreis, insbesondere an dieser Kreuzung an der B287.

Bei vermehrten Unfällen wird eine eingehende Analyse durchgeführt, gefolgt von baulichen, verkehrsregelnden oder polizeilichen Schritten. Diese kooperative Zusammenarbeit der Behörden besteht bereits seit über 20 Jahren in Bayern und habe sich nach Angaben des Leiters des Staatlichen Bauamtes Schweinfurt, Andreas Hecke, durchaus bewährt.

Eine Ampel soll helfen

An der Pyramidenkreuzung sei in der Vergangenheit mehrfach schon versucht worden, die Unfallgefahr zu minimieren. In der Vergangenheit wurden bereits mehrere Veränderungen vorgenommen, um das Unfallrisiko an der Pyramidenkreuzung zu minimieren.

Die Unfallkommission des Landkreises sucht nach Verbesserungen an der Pyramidenkreuzung  zwischen Nüdlingen und Münnerstadt
Die Unfallkommission des Landkreises sucht nach Verbesserungen an der Pyramidenkreuzung zwischen Nüdlingen und Münnerstadt // Marion Eckert

Die rechte Abbiegespur wurde gesperrt, die Geschwindigkeit auf 60 Kilometer pro Stunde reduziert, gelbe Leitlinien auf der Straße angebracht, große Hinweisschildschilder mit der Warnung „Unfallgefahr“ aufgestellt und mit einer mobilen Blitzanlage werde der Verkehr regelmäßig überwacht.

Da all dies nicht die gewünschten Ergebnisse erzielen – es kommt immer noch zu Verkehrsunfällen mit Personenschäden – soll das mit einer Lichtsignalanlage der nächste Versuch gestartet werden.  

12 Verkehrsunfälle

Zwischen 2018 und 2020 ereigneten sich an der Einmündung insgesamt 12 Verkehrsunfälle, von denen neun zu Personenschäden führten, darunter zwei Schwerverletzte.

In der Periode von 2021 bis 2023 wurden ebenfalls 12 Verkehrsunfälle registriert, wobei zehn Personen verletzt wurden, jedoch keine schweren Verletzungen mehr auftraten.

Dass es keine schwer verletzten Personen mehr gab, ist für Polizeioberkommissar Florian Heuring, den Verkehrssicherheitsbeauftragte der Polizeiinspektion Bad Kissingen, ein positives Ergebnis und Folge bislang ergriffenen Schritte, insbesodere der reduzierten Geschwindigkeit und Verkehrsüberwachung.

Er betont: „Unfälle können wir nicht verhindern, aber die Folgen mindern. Trotzdem ist die Zahl der Unfälle zu hoch.“

Polizeioberkommissar Florian Heuring (links), der Verkehrssicherheitsbeauftragte der Polizeiinspektion Bad Kissingen im Gespräch mit Polizeihauptkommissar Ingo Stübinger, Leiter für zentrale Verkehrsaufgaben (Werneck) an der Pyramidenkreuzung.
Polizeioberkommissar Florian Heuring (links), der Verkehrssicherheitsbeauftragte der Polizeiinspektion Bad Kissingen im Gespräch mit Polizeihauptkommissar Ingo Stübinger, Leiter für zentrale Verkehrsaufgaben (Werneck) an der Pyramidenkreuzung. // Marion Eckert

Die meisten Unfälle ereignen sich beim Abbiegen, wenn entgegenkommende Fahrzeuge nicht rechtzeitig erkannt werden und die Vorfahrtsregelung unklar sei. Um diese Abbiege- und Kreuzungsunfälle zu reduzieren, soll eine Ampel aufgestellt werden. 

Die Planungen laufen 

Konstantin Arnold ist der Abteilungsleiter für den Landkreis Bad Kissingen beim Staatlichen Bauamt Schweinfurt. Er sagte: „Von einer Lichtsignalanlage erhoffen wir, das Unfallgeschehen deutlich zu reduzieren.“ Die Planung für die Anlage werde im Laufe des Sommers vorgenommen. Gespräche mit dem Bayernwerk zur Stromversorgung seien bereits im Gange.

Konstantin Arnold (links), Abteilungsleiter für den Landkreis Bad Kissingen beim Staatlichen Bauamt Schweinfurt, Andreas Hecke, Leiters des Staatlichen Bauamtes Schweinfurt und Landrat Thomas Bold im Gespräch über mögliche Lösungen an Unfallschwerpunkten im Landkreis.
Konstantin Arnold (links), Abteilungsleiter für den Landkreis Bad Kissingen beim Staatlichen Bauamt Schweinfurt, Andreas Hecke, Leiters des Staatlichen Bauamtes Schweinfurt und Landrat Thomas Bold im Gespräch über mögliche Lösungen an Unfallschwerpunkten im Landkreis. // Marion Eckert

Ein Kreisverkehr ist keine Alternative

Auf Nachfrage dieser Redaktion, ob ein Kreisverkehr an dieser Stelle nicht sinnvoller sei als eine Ampelanlage, die das Risiko von Auffahrunfällen birgt und den Verkehrsfluss möglicherweise stärker beeinträchtige als ein Kreisverkehr, erläuterte Arnold die herausfordernde topografische Lage der Pyramidenkreuzung.

Zusätzlich befinde sich das Wasserschutzgebiet für Münnerstadt und Bad Kissingen in unmittelbarer Nähe. „Ein Kreisverkehr ist keine Alternative“, betonte Arnold. Der Flächenverbrauch und der Eingriff in den angrenzenden Wald wären wesentlich kostspieliger als eine Ampelanlage. Ein Kreisverkehr an dieser Stelle wäre schlichtweg unwirtschaftlich.

Diskussionen auf Facebook

Auf Facebook löste die Ankündigung eine lebhafte Diskussion aus. Angemerkt wird, dass seit den letzten Umbaumaßnahmen, mit neuer Vorfahrtsregelung, die Kreuzung Pyramide noch unübersichtlicher als früher sei, bei Nebel gar verwirrend.

Die geplante Ampel wird als keine gute Lösung angesehen, vielmehr wird für einen Kreisverkehr plädiert.  „Bei einer Ampelanlage kommt es auch wieder zu Unfällen wegen z. B. tief stehender Sonne und/oder nasser Fahrbahn. Warum macht man nicht einen Kreisverkehr?“, fragt ein Facebook-Nutzer.

„Gut, es muss erst mal komplett umgebaut werden, aber der Verkehr rollt flüssig und die Stromkosten und Wartung der Ampelanlage entfällt.“

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