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Beschluss steht fest
Nüdlingen bekommt einen Kreisel
Die heutige Straßenkreuzung, hier vom Gewerbegebiet Pfaffenpfad aus gesehen, soll durch einen Verkehrskreisel ersetzt werden.
Die heutige Straßenkreuzung, hier vom Gewerbegebiet Pfaffenpfad aus gesehen, soll durch einen Verkehrskreisel ersetzt werden. // Sigismund von Dobschütz
Nüdlingen – Die Entscheidung des Gemeinderats ist endgültig, wenn sie auch nicht einstimmig war. Wann der Beschluss umgesetzt wird ist noch nicht klar

Vor etwa fünf Jahren begannen die Überlegungen und Planungen der Gemeinde Nüdlingen mit dem staatlichen Bauamt zur Einrichtung eines Verkehrskreisels als Ersatz für die bisherige Straßenkreuzung Bundesstraße 287/ Mühlweg mit Zufahrt ins Gewerbegebiet Pfaffenpfad. Ein Grund war die Zunahme des Verkehrs nach Eröffnung des auf der anderen Seite der Bundesstraße geplanten Supermarkts.

Bereits im März 2022 hatte der Gemeinderat den damaligen Plänen mit einer Kostenschätzung von 1,1 Millionen Euro zugestimmt. Vor drei Monaten hatte das Bauamt überraschend als kostengünstigere Alternative eine einfache Ampelkreuzung ins Gespräch gebracht. Doch nach eingehender Abwägung aller Vor- und Nachteile beider Versionen blieb der Gemeinderat bei seiner ursprünglichen Entscheidung und beschloss in seiner jüngsten Sitzung mit großer Mehrheit den Bau eines Kreisels.

Ampel wäre billiger

Nach aktueller Berechnung liegen die Baukosten für einen Verkehrskreisel inzwischen bei fast 1,9 Millionen Euro. Hiervon wären knapp 1,1 Millionen (57,4 Prozent) als Eigenanteil von der Gemeinde Nüdlingen zu übernehmen. Kostengünstiger wäre eine einfache Ampelkreuzung mit Kosten von nur 1,35 Millionen Euro. Hier läge der Eigenanteil der Gemeinde bei nur 780.000 Euro.

In beiden Fällen kommen in nachfolgenden Jahren keine weiteren Kosten auf die Gemeinde zu, versicherte Bürgermeister Harald Hofmann (CSU). Dies gilt auch bei Entscheidung für die Ampelkreuzung für einen in weiter Zukunft vorstellbaren Ersatz der veralteten Ampeltechnik.

In der dem ausführlichen Sachvortrag folgenden Beratung machte 3. Bürgermeister Stephan Schmitt (UWH) darauf aufmerksam, dass bei Wahl einer Ampelkreuzung auf kurzer Strecke innerhalb des Ortes vier Ampeln aufeinander folgen und den fließenden Verkehr behindern würden. Deshalb bevorzuge er den Kreisel.

So soll der künftige Verkehrskreisel an der B287 auf Höhe Mühlweg aussehen. Links: Richtung Bad Kissingen, oben: Richtung Hausen/ Gewerbegebiet Pfaffenpfad, rechts: Richtung Ortsmitte Nüdlingen, unten: Zufahrt zum geplanten Supermarkt
So soll der künftige Verkehrskreisel an der B287 auf Höhe Mühlweg aussehen. Links: Richtung Bad Kissingen, oben: Richtung Hausen/ Gewerbegebiet Pfaffenpfad, rechts: Richtung Ortsmitte Nüdlingen, unten: Zufahrt zum geplanten Supermarkt // Grafik: Klaus Heim

Mehrheit für den Kreisel

Mit diesem Votum war er nicht allein. Schon frühzeitig zeichnete sich in der Diskussion um das Für und Wider der einen oder anderen Alternative ein positives Votum zugunsten des Verkehrskreisels ab. So sprach sich Florian Wilm (Bürgerblock) eindeutig für den Kreisel aus und begründete dies vor allem mit dem Ergebnis seiner Gespräche mit Einwohnern. „Mit einem Kreisel vermeiden wir das Stop & Go an einer Ampel.“

Im Lauf der Diskussion wurden zwar kleinere Änderungsvorschläge und -wünsche vorgetragen, doch sah Bürgermeister Hofmann keine Möglichkeit für deren Berücksichtigung. Bei der B287 handelt es sich um eine Bundesstraße, betonte er wiederholt, weshalb sowohl beim Kreisel als auch bei einer Ampelkreuzung bestimmte Vorschriften einzuhalten sind. „Da ist der Verhandlungsspielraum für unsere kleine Gemeinde nicht allzu groß.“

Dennoch bedauerte Gemeinderat Christian Höfler (Bürgerblock), dass die Verwaltung es versäumt habe, einen Verantwortlichen des staatlichen Bauamts zur Gemeinderatssitzung einzuladen, der letzte Fragen des Gremiums hätte beantworten können. Aber auch seine Entscheidung stand bereits fest: „Ich war schon immer ein Befürworter des Kreisels.“ Der Kosten-Nutzen-Faktor sei bei dieser Alternative ungleich höher als bei einer Ampelkreuzung.

Entscheidung für viele, viele Jahre

Nach eingehender Beratung und Beurteilung beider Kreuzungsalternativen legte der Bürgermeister dem Gemeinderat überraschend gleich zwei gegensätzliche Beschlussvorschläge vor, womit er von der sonst üblichen Vorgehensweise bei Abstimmungen abwich, und begründete dies mit den Worten: „Heute möchte ich endgültige Klarheit haben.“ Ihm sei es immer wichtig gewesen, „dass bis zur Abstimmung alle möglichen Alternativen besprochen wurden“. Doch jetzt sei der Tag gekommen: „Jetzt müsst ihr entscheiden.“ Zugleich machte er die 13 anwesenden Ratsmitglieder darauf aufmerksam, dass ihre jetzige Entscheidung „für viele, viele Jahre gilt“.

In der Abstimmung über den ersten Beschlussvorschlag zum Bau eines Verkehrskreisels an der Kreuzung B 287/ Mühlweg/Sondergebiet Supermarkt entschieden sich elf Ratsmitglieder für den Kreisel, zwei waren dagegen. Die unmittelbar nachfolgende Abstimmung über die alternative Errichtung einer Ampelkreuzung ergab zwölf Nein-Stimmen, nur ein Ratsmitglied stimmte dafür. Damit hatte sich der Nüdlinger Gemeinderat nach fünfjähriger Planung mit großer Mehrheit und endgültig für den Bau eines Verkehrskreisels am Ortsausgang in Richtung Bad Kissingen entschieden.

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