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Mobilität
Mit dem Bus von Burkardroth nach Bad Kissingen
Der Marktplatz Burkardroth könnte ein Anlaufpunkt für einen Bürgerbus sein.
Der Marktplatz Burkardroth könnte ein Anlaufpunkt für einen Bürgerbus sein. // Marion Eckert
Burkardroth – Ein Bürgerbus soll die Defizite im öffentlichen Personennahverkehr auffangen. 400 Bürger äußerten sich positiv. Wie es nun weiter geht.

Dass der öffentliche Personennahverkehr in den 12 Ortsteilen des Marktes Burkardroth zu wünschen übrig lässt, war für Bürgermeister Daniel Wehner (CSU) schon Thema seines Wahlkampfes im Jahr 2020. „Mir schwebten damals schon ein Bürgerbus oder Mitfahrbänke vor. Ich kenne das Projekt Bürgerbus von Hammelburg, es gefällt mir sehr gut.“ Doch durch Corona sei das Projekt ins Stocken gekommen, da Mitfahrgelegenheiten kaum möglich waren.

Gemeinsam mit Kissingen

Bad Kissingens Bürgermeister Dirk Vogel habe das Thema Bürgerbus erneut angeschoben. Wehner sowie weitere Bürgermeister kamen zusammen, um gemeinsame Interessen mit der Stadt Bad Kissingen auszuloten. „Die Grundidee ist, die an Kissingen angrenzenden Gemeinden mittels Bürgerbusse anzubinden“, erklärt Wehner. Beispielsweise könne ein Bürgerbus aus Burkardroth auch Bürger aus Poppenroth und Albertshausen mit nach Bad Kissingen nehmen.

300 Personen haben Bedarf

Isabell Müller, Mitarbeiterin im Rathaus Burkardroth, erarbeitete einen Fragebogen, der an alle Haushalte verteilt wurde. Von gut 3300 Fragebogen wurden rund 400 zurückgesendet. Durchweg sei die Idee eines Bürgerbusses positiv aufgenommen worden. „Etwa 300 Personen haben konkreten Bedarf und wären auch bereit, einen Bürgerbus zu nutzen.“

Wehner wundert das nicht, denn der öffentliche Personennahverkehr lasse im Markt Burkardroth zu wünschen übrig. „Es gibt keine Verbindungen zwischen den Ortsteilen“, erklärt er. Aber auch eine Anbindung an Burkardroth und an Bad Kissingen gebe es nur sporadisch.

Thema im Heimat-Monitor

Die Bürgerinnen und Bürger bestätigen dieses Bild in unserem Heimat-Monitor. Mehrere Teilnehmer der Umfrage aus Burkardroth wünschen sich eine „bessere öffentliche Verkehrsanbindung“ und „bessere Busverbindungen nach Bad Kissingen für Senioren und Menschen ohne Auto“.

Eine Leserin beziehungsweise Leser wünscht sich „Mitfahrmöglichkeiten zum Einkaufen und Arzt.“ Bemängelt wird, dass Frauenroth überhaupt keine öffentliche Busanbindung habe. Lebensmittelmärkte seien nur mit einem Fahrzeug erreichbar. In Ermangelung eines Radwegs sei die Nutzung des Fahrrades zum Einkaufen über die viel befahrene Landstraße doch sehr gefährlich.

Eine ganze Reihe an Leserinnen und Lesern aus Burkardroth haben deutlich gemacht, dass die Bevölkerung auf einen privaten Pkw angewiesen sei. „Ohne Auto ist man aufgeschmissen“, lautet ein Kommentar und ein weiterer: „Ohne eigenen PKW geht nichts aus unserem Ortsteil.“

Solange ein Führerschein und ein eigenes Fahrzeug vorhanden seien, sei das kein Problem, aber was, wenn das nicht mehr der Fall sei. „Der öffentliche Verkehr ist ein Desaster“, fasst es ein Kommentar zusammen.

Über 60-Jährige betroffen

Dieses Desaster zumindest ein klein wenig abzuschwächen, das könnte ein Bürgerbus leisten, zumindest hofft das Wehner. Isabell Müller ist aktuell dabei, die Auswertung im Detail vorzunehmen. Auch wenn noch nicht alle Zahlen und Ergebnisse vorliegen, könne sie schon sagen, dass vor allem über 60-Jährige sich für einen Bürgerbus ausgesprochen haben.

Wohin soll es gehen?

Der Fragebogen umfasste drei Stationen, die angefahren werden könnten: Den Marktplatz von Burkardroth mit der Möglichkeit im Zentrum einzukaufen, einen Arztbesuch zu erledigen oder das Rathaus aufzusuchen. Die zweite Station ist das Einkaufszentrum in Zahlbach und als dritte Option gab es die Möglichkeit Ortsteile zu nennen, die angefahren werden sollen. Außerdem wurde abgefragt, welches Interesse bestehe nach Bad Kissingen zu fahren, in die Innenstadt, zur KissSalis, zur Einkaufsmeile in Garitz oder zum Bahnhof.

Auch zu speziellen Veranstaltungen, zum Kissinger Sommer oder Rakoczy-Fest, zu Volkshochschulkursen oder Fahrten für Kinder und Jugendliche, beispielsweise in den Ferien ins Kino oder Schwimmbad waren Beispiele.

Überrascht ist Wehner, dass sich gut 20 Personen bereit erklärt haben, den Bürgerbus zu fahren.

Die nächsten Schritte

Wie geht es nun weiter? Noch im ersten Halbjahr soll die Auswertung der Umfrage dem Gemeinderat vorgestellt werden. „Der Gemeinderat muss entscheiden, ob wir das Thema weiterverfolgen“, erklärt Wehner. Sollte das der Fall sein, müsse die Detailplanung erarbeitet werden.

Wehner zählt auf: Brauchen wir einen oder zwei Busse? Welche Strecken werden bedient? Welche Möglichkeiten sollen für Rollstuhlfahrer berücksichtigt werden? Welchen Fahrzeiten gibt es? Mit den künftigen Fahrern müsse sich zusammengesetzt werden.

Bis vor die Haustüre

Viele Einzelheiten seien zu klären. Wehner ist aber klar: „Wir wollen eine einfache Struktur schaffen.“ Ihm schweben feste Abfahrzeiten vor, allerdings könnte der Bus an mehreren Standorten halten, als nur an den öffentlichen Haltestellen. Damit schwere Einkaufstaschen nicht weit getragen werden müssen, könnte sich Wehner auch vorstellen, dass auf der Rückfahrt die Busgäste direkt nach Hause gebracht werden.

Klar müsse aber auch sein, dass sein Bürgerbus keinen Service bieten könne, wie ein privates Fahrzeug. Beispielsweise könne bei Arztbesuchen nicht sichergestellt werden, dass das Abholen auch zeitnah erfolge. „Schon eine Kombination kann entlasten. Morgen mit dem Bus hin und privat abholen lassen“, beschreibt es Wehner. Ein Bürgerbus sei für die gesamte Bevölkerung und nicht nur Senioren da.

Es wäre ein Wunder

Wenn der Bürgerbus umgesetzt wird und sogar eine Verbindung nach Bad Kissingen realisiert wird, könnte doch noch das Wunder wahr werden, dass eine Leserin beziehungsweise Leser sich wünscht: „Eine Busanbindung nach Burkardroth oder sogar Bad Kissingen wäre ein Wunder“ und es müsste künftig niemand mehr monieren: „Einkaufsmöglichkeiten sind ohne Auto nicht zu erreichen.“

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