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Millioneninvestition
Abriss der Talbrücke Römershag steht bevor
Unterhalb der Autobahnbrücken bei Römershag herrscht viel Bewegung. Bagger und Walzen formen das Gelände für Abriss und Neuaufbau um.
Unterhalb der Autobahnbrücken bei Römershag herrscht viel Bewegung. Bagger und Walzen formen das Gelände für Abriss und Neuaufbau um. // Steffen Standke
Oben, in Richtung Fulda, bewegt sich nichts mehr. Die Fahrbahn ist für den Allgemeinverkehr gesperrt. Der Brückenteil wird zuerst abgerissen.
Oben, in Richtung Fulda, bewegt sich nichts mehr. Die Fahrbahn ist für den Allgemeinverkehr gesperrt. Der Brückenteil wird zuerst abgerissen. // Steffen Standke
Römershag – In Kürze fällt der bergseitige Teil der Überführung an der Rhönautobahn A7 bei Römershag. Die Anwohner sollen nicht darunter leiden.

Oben, fast 40 Meter über dem Taleinschnitt des Höllgrabens, zwängt sich eine endlose Autoschlange über die verengte Talbrücke Römershag an der A7. Drunter, am Fuße der Pfeiler, nagen Bagger an den Hängen, häufeln aus roter Erde neue an.

Vor neun Monaten, am 8. Juli 2022, war Baustart für den „Ersatzneubau“ der rund 300 Meter langen Überführung. Beschränkte sich das Ganze bisher auf Vorarbeiten, rücken die Bagger bald der Brücke an sich zu Leibe.

56 Jahre hat die Römershager Talbrücke in diesem Jahr auf dem Buckel. Älter wird sie höchstwahrscheinlich nicht, denn der Bund investiert Stand jetzt 95 Millionen Euro in ihren Neubau. Die neue Brücke soll 322 Meter lang sein und maximal 39 Meter über dem Seitental des Höllgrabens schweben, der ganz unten, in Römershag, in die Sinn mündet.

Seit knapp zwei Wochen fließt der gesamte Verkehr auf der Rhönautobahn über den talseitigen Teil der Brücke, eigentlich die Richtungsfahrbahn Würzburg. Das bergseitige Teilbauwerk ist – außer für Baufahrzeuge – für den Verkehr gesperrt, dem Abriss geweiht.

Abbruchkonzept wird noch geprüft

Wann genau der beginnt, kann Maria Schraml von der Autobahn GmbH des Bundes, Niederlassung Nordbayern, noch nicht genau sagen. „Die Autobahn GmbH bereitet die Maßnahme mit Hochdruck vor. Über einen genauen Termin wird baldmöglichst gesondert informiert.“ Aktuell werde das Abbruchkonzept im Detail geprüft. Nach Freigabe könne der Abbruch schließlich beginnen.

Hartmut Metz, Geschäftsbereichsleiter Brückenbau an der Würzburger Außenstelle der Autobahn GmbH, hatte im Juli noch von einem Abbruchbeginn zum Jahreswechsel 2022/23 gesprochen.

Talbrücke wird abgetragen, nicht gesprengt

Das Abbruchvorgehen bleibt unverändert: keine Sprengung, sondern langsames Abtragen des Bauwerks. „Es wird in einem ersten Schritt eine massive Stahlkonstruktion (Traggerüst) unterhalb des Bauwerks errichtet“, so Schraml. Auf der Konstruktion werde in einem zweiten Schritt eine Vorschubrüstung montiert.

Diese gleiche einer Wanne, die das Abbruchmaterial auffange. „So wird gewährleistet, dass es kontrolliert ins Tal fällt. Das Abbruchgut wird aus der Vorschubrüstung geräumt und abgefahren.“ Abbruchbetriebe würden es aufbereiten und anderweitig wiederverwenden.

Abtransport des Abbruchs ausnahmslos über Autobahn

Wie die Sprecherin der Autobahn GmbH betont, seien „der Abtransport des Abbruchgutes wie auch die Materialanlieferung fast ausnahmslos über die Autobahn vorgesehen“. Anwohner werden also nicht durch Transporte belastet.

Um den reibungslosen Abbruch zu ermöglichen, waren verschiedene vorbereitende Arbeiten nötig. „Insbesondere muss das Baustraßennetz im Tal vervollständigt werden, damit die einzelnen Pfeiler mit Baugeräten erreicht werden können“, so Schraml. Das gelte sowohl für den Abbruch als auch für den Neubau. Wegen der schwierigen Topographie im Talbereich seien umfangreiche Erdmassenbewegungen nötig. Das Baustraßennetz sei umfangreich.

Arbeitsplattformen für Gründungsarbeiten geformt

Auch wurden Arbeitsplattformen geschaffen, um Bohrpfähle für die Abbruchkonstruktion setzen zu können. „Nach erfolgten Gründungsarbeiten je Pfeilerachse können dann die Stahlkonstruktionen für die Vorschubrüstung hergestellt werden.“

Nach Angaben der Autobahn GmbH wird zuerst die bereits gesperrte Richtungsfahrbahn Fulda erneuert. Die Bauleute reißen diesen Brückenteil (und später den für die Fahrtrichtung Würzburg) nicht erst komplett ab, bevor sie ihn neu bauen. Vielmehr laufen beide Prozesse fast parallel.

 

Abbruch und Neubau laufen parallel

„Mit dem Neubau wird sukzessive noch während des Abbruchs begonnen. Sind die ersten Brückenfelder und Pfeilerpaare entfernt, kann mit der Gründung für das neue Bauwerk bereits begonnen werden“, schreibt Maria Schraml. Wann genau das sein wird, steht – wie oben geschrieben – noch nicht fest.

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