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Fragebogenaktion
Kreuzung in Großenbrach soll sicherer werden
Der Kreuzungsbereich Mangelsfeld/Hauptstraße/Steinweg in Großenbrach ist für die Querung per Fuß oder Rad gefährlich.
Der Kreuzungsbereich Mangelsfeld/Hauptstraße/Steinweg in Großenbrach ist für die Querung per Fuß oder Rad gefährlich. // Ellen Mützel
Großenbrach – Florian Aberer startet eine Umfrage zur Verkehrssicherheit: Doch die Initiative stößt im Bad Bockleter Gemeinderat kaum auf Gegenliebe.

Eine fachliche Prüfung der Verkehrs- und Querungssicherheit an der Kreuzung Hauptstraße/Mangelsfeld/Steinigweg in Großenbrach wünschen sich nach Aussage von Gemeinderat Florian Aberer (UB/SPD) viele Bewohner des Ortsteils. Zu dieser Feststellung kam er nach Auswertung von 70 Fragebögen, die ihn als Rückläufe einer Hausbefragung erreicht hatten. In der jüngsten Gemeinderatssitzung beantragte er deshalb die Prüfung möglicher Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit.

„Die Kreuzung gehört zu den viel genutzten Spazierwegen rund um Großenbrach. Familien mit Kindern, Spaziergänger und Radfahrer sind dort den ganzen Tag über unterwegs und überqueren dabei häufig die Staatsstraße. In der Mittagspause kommen Beschäftigte aus den umliegenden Betrieben hinzu, die diese Strecke ebenfalls für ihre Spaziergänge nutzen.

Fragebogen mit 70 Rückmeldungen

Mehrere Großenbracher und Beschäftigte haben mich deshalb auf die Lage des Ortsschildes und die Geschwindigkeit des Verkehrs angesprochen.“ Mit diesen Worten hatte Aberer seine Fragebogenaktion an alle Großenbracher Haushalte vom 1. bis 6. August begründet. Sieben Fragen mit einer Auswahl vorgegebener Antworten konnten beantwortet werden, wobei auch mehrere Antworten angekreuzt werden durften.

Seinen Ratskollegen stellte er in der Sitzung das Auswertungsergebnis aus diesen 70 Rückläufen vor. Demnach queren 45 Menschen die Kreuzung zum Spazierengehen, 37 zum Fahrradfahren und 26 sind mit Kindern unterwegs. Dies tun elf täglich, 41 mehrmals pro Woche und 16 gelegentlich. Für die meisten (63 von 70 Rückläufen) fahren die Fahrzeuge – subjektiv betrachtet – auf der Hauptstraße zu schnell. Für 42 ist das Überqueren der Kreuzung mit Kindern besonders schwierig, 31 empfinden die Kreuzung als zu unübersichtlich und 18 haben sogar schon mal eine gefährliche Situation oder einen Beinaheunfall erlebt.

Querungshilfen gefordert

Insgesamt unterstützen 69 der 70 Rückläufe die Prüfung des Ortsschild-Standortes und weitere Möglichkeiten für eine sichere Nutzung und Querung der Kreuzung. Derzeit steht das Ortsschild erst nach dem Kreuzungsbereich. Als weitere Lösungen wurden unter anderem Querungshilfen wie eine Mittelinsel, ein Zebrastreifen oder eine Fußgängerampel vorgeschlagen. Auch kam die schon vor Jahren verworfene Idee eines Kreisverkehrs wieder auf.

Aberer war sich bewusst, dass seine private Fragebogenaktion keine fachliche Verkehrsuntersuchung ersetzt. Er wünschte sich deshalb von Verwaltung und Ratskollegium eine ergebnisoffene Beratung. „Mein Ziel ist keine Vorfestlegung auf eine bestimmte Maßnahme, sondern ein sachlicher und möglichst gemeinsam getragener Weg zu einer spürbaren Verbesserung der Verkehrssicherheit.“

Keine guten Aussichten auf Änderung

In der nachfolgenden Diskussion schien das Gremium sich nicht spontan dem Wunsch Aberers anschließen zu wollen, zumal das Thema und der Vorschlag eines Verkehrskreisels, wie Bürgermeister Andreas Sandwall (CSU) betonte, „schon seit Jahren bekannt ist“.

Da allerdings in der Vergangenheit keine größeren Unfälle verzeichnet worden seien, gebe es für Polizei und Landratsamt keine formale Handhabe und Notwendigkeit, die aktuelle Situation zu ändern. „Wir können uns gern noch einmal mit den Behörden zusammensetzen“, sagte Sandwall, machte aber zugleich wenig Hoffnung. Aberers vorformulierten Beschlussvorschlag zur Abstimmung im Gemeinderat, der eine bestimmte Vorgehensweise und einen Zeitrahmen vorgab, wollte er allerdings nicht akzeptieren, versicherte stattdessen nochmals: „Wir gehen das Thema an.“

Sperrung verschoben

Am Rande der Diskussion zu diesem den Ortsteil Großenbrach betreffenden Tagesordnungspunkt informierte Bürgermeister Sandwall den Bad Bockleter Gemeinderat, dass nach heutiger Kenntnis die Vollsperrung der Großenbracher Saalebrücke voraussichtlich erst im März 2028 beginnen wird. Eigentlich sollte die 17 Meter lange und 75 Jahre alte Stahlbeton-Brücke als erster Bauabschnitt der Sanierung aller drei Saale-Brücken bereits im Jahr 2027 für neun Monate vollständig gesperrt und durch einen Neubau ersetzt werden.

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