Erste Planungen für einen Radweg zwischen Oberthulba und Hassenbach gab es bereits im Jahr 2008. Am 13. Februar war nun endlich Spatenstich. Trotz einiger Schwierigkeiten laufen die Arbeiten an der 1,9 Kilometer langen Staatsstraße weitestgehend nach Plan. Am vergangenen Montag begannen die Bauarbeiter der Firma Stolz bereits mit dem Asphalt. Aber: Bis die Strecke von Radfahrern genutzt werden kann, dauert es noch bis Ende Mai.
„Wir sind der Meinung, dass ein straßenbegleitender Radweg sicherer ist und öfter genutzt wird“, weiß erster Bürgermeister Mario Götz. Da stimmen ihm auch die 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer unseres Heimat-Monitors aus Oberthulba zu. Ihr Sicherheitsgefühl beim Radfahren bewerten sie mit durchschnittlich 6,90 von 10 Punkten. Damit liegen sie nur knapp unter dem Landkreisdurchschnitt von 7,01 Punkten in der Kategorie Radwege.
Rhön- und Saaletal verbunden
„Durch den neuen Radweg haben wir nun einen Lückenschluss im Norden der Gemeinde“, freut sich Götz. Er verbinde nun sowohl das Öhrbach- mit dem Thulbatal als auch das Rhön- mit dem Saaletal. Die ersten Planungen entstanden bereits vor 15 Jahren. Damals habe sich der Gemeinderat allerdings dazu entschieden, als erstes die Strecke zwischen Oberthulba und Reith mit einem Radweg auszustatten.
Der Grund: „Die Entscheidung fiel auf die Strecke zwischen Reith und Oberthulba, weil es nach Hassenbach den Promilleweg gibt“, erzählt Götz. Dieser starte an der Mehrzweckhalle in Oberthulba und verlaufe als Schotterweg ein Stück oberhalb der Staatsstraße entlang.
Das Problem: Er sei eigentlich überwiegend für den landwirtschaftlichen Verkehr gedacht. Und: „Es kam häufig vor, dass Radfahrer einfach auf der Straße gefahren sind“, verdeutlicht der Bürgermeister. Er ist sich sicher, der Radweg werde gut angenommen. Bis Mitte/Ende Mai müssen sich Radfahrer allerdings noch gedulden.
Eröffnung spätestens Ende Mai
Dominik Schmitt, vom Ingenieurbüro Hossfeld & Fischer ist mit dem aktuellen Baufortschritt zufrieden. „Zu Beginn hatten wir aufgrund der Witterung Probleme beim Erdbau“, erinnert sich Schmitt. Das habe den Zeitplan natürlich etwas durcheinandergebracht, mittlerweile verlaufe allerdings wieder alles nach Plan.
Schwierigkeiten bereitete den Bauarbeitern auch der Boden. Er habe sich als weniger tragfähig herausgestellt als erwartet, erzählt Schmitt. Trotzdem schreiten die Bauarbeiten gut voran.
Nachdem letzte Woche mit dem asphaltieren begonnen wurde, können in dieser Woche bereits die Bankett- und Oberbodenarbeiten beginnen. Bis spätestens Ende Mai seien die Bauarbeiten dann abgeschlossen, ist der Ingenieur optimistisch.
Keine Bauarbeiten an der Straße
An der Straße selbst wurden keine Arbeiten vorgenommen. „Da es sich bei der Straße um eine Staatsstraße handelt, entscheidet da das Staatliche Bauamt in Schweinfurt“, verdeutlicht er.
Dort habe man sich dazu entschieden, an der Straße nichts zu verändern. „Wir haben den Radweg also nur an die vorhandenen Anlagen angepasst“, erklärt er. Das bedeutet: Lediglich die Entwässerungsdurchlässe der Straße seien um die Breite des Radwegs verlängert worden.
Über eine Sache ist der Bürgermeister besonders glücklich – die Grundstücksverhandlungen. „Alle Eigentümer haben mitgemacht, das ist nicht selbstverständlich“, weiß er zu schätzen.
Kosten von 700.000 Euro
Die Kosten von rund 700.000 Euro trägt die Gemeinde Oberthulba. Aber: Einen Großteil der Summe übernimmt der Freistaat Bayern. Rund 520.000 Euro werden über das Sonderbaulastprogramm gefördert.
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