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Baulärm in Hammelburg
Das steckt hinter den Gleisarbeiten der Saaletalbahn
In Hammelburg und Umgebung werden noch bis Mitte September die Gleise erneuert.
In Hammelburg und Umgebung werden noch bis Ende September die Gleise erneuert. // Archiv/Milena Meder
Hammelburg – Seit Ende Juli ist aus Richtung der Bahnschienen in Hammelburg immer wieder Baulärm zu hören - an einigen Wochenenden sogar sonntags. Der Grund: Erneuerungsarbeiten an den Gleisen. Was dort passiert.

Seit Wochen ist auf den Schienen der Saaletalbahn in Hammelburg kein Zug mehr gefahren. Bereits seit 26. Juli steht der Bahnverkehr auf der Strecke still. Ruhig geblieben ist es dort in dieser Zeit aber nicht: Noch bis zum 23. September finden hier Bauarbeiten an den Gleisen statt - an einigen Wochenenden sogar sonntags.

"Es handelt sich um geplante Erneuerungsarbeiten, die Gleise haben das Ende ihrer Betriebsdauer erreicht", teilt eine Sprecherin der Deutschen Bahn mit. Gearbeitet werde in folgenden Bereichen: 

  • Bahnhof Hammelburg Gleis 1 und 2
  • Bahnhof Gräfendorf Gleis 1 und 2
  • Bahnhof Gräfendorf bis Haltepunkt Morlesau
  • Bahnhof Hammelburg bis Hammelburg Ost
  • und Haltepunkt Westheim bis inklusive Bahnhof Elfershausen Gleis 2 (durchgehendes Gleis)

Einschränkungen in Hammelburg so gering wie möglich halten

Erneuert werden sollen an diesen Stellen unter anderem die Schienen, die Schwellen und der Schotter. Zusätzlich werde an einigen Bahnhöfen der Bahnübergangsbelag neu gemacht. Betroffen sind davon: 

  • der Haltepunkt Westheim-Langendorf
  • der Bahnübergang im Bahnhof Gräfendorf
  • zwei Bahnübergänge entlang der St 2302 zwischen Bahnhof Gräfendorf und Haltepunkt Michelaubrück
  • sowie der Bahnübergang an der Ostseite des Bahnhofs Hammelburg

"Grundsätzlich versuchen wir, die Einschränkungen für Reisende so gering wie möglich zu halten", verdeutlicht die Sprecherin der Bahn. Denn: Für die Zeit der Arbeiten müsse die Strecke für den gesamten Zugverkehr gesperrt werden. "In den Ferienmonaten ist das Reisendenaufkommen geringer, Schüler:innen sind nicht auf den Ersatzverkehr angewiesen." 

Auch Autofahrer und Fußgänger sind betroffen

Doch nicht nur Bahnreisende müssen sich aufgrund der Bauarbeiten auf Einschränkungen einstellen. "Grundsätzlich kann die Erneuerung der Fahrbahn nur erfolgen, wenn keine Fahrzeuge auf besagter Fahrbahn unterwegs sind. Während der Erneuerung der Fahrbahnbeläge kommt es also zwangsläufig zu Einschränkungen für den Autoverkehr", erklärt die Sprecherin der Bahn. Hinzu kommt: Von den fünf betroffenen Bahnübergängen sind drei in den folgenden Zeiten auch für Fußgänger gesperrt: 

  • Der Bahnübergang kurz vor Bahnhof Gräfendorf (Am Bahnhof/Flurweg): Vollsperrung bis Samstag, 21. September 2024, um 5 Uhr
  • der Bahnübergang Alois-Heinlein-Weg/Am Forsthaus:  Vollsperrung bis Samstag, 21. September 2024, um 5 Uhr
  • der Bahnübergang an der Ostseite des Bahnhofs Hammelburg: Vollsperrung von 02. bis 6. September 2024
Am Bahnhof in Hammelburg hält aufgrund der Gleiserneuerungsarbeiten aktuell kein Zug.
Am Bahnhof in Hammelburg hält aufgrund der Gleiserneuerungsarbeiten aktuell kein Zug. // Milena Meder

Gearbeitet werde parallel an unterschiedlichen Stellen der Saaletalbahn. "Die Arbeiten sind im Gange und verlaufen laut aktuellem Stand nach Plan." Rund 16,6 Millionen Euro Kosten werden für die Abeiten geschätzt. Damit beauftragt ist die Firma Strabag Rail. 

So läuft eine Erneuerung der Bahngleise ab

Doch: Wie läuft so eine Erneuerung von Bahngleisen überhaupt ab? "Die Strecke wird gesperrt und die Erneuerung der Gleise erfolgt in verschiedenen Bauabschnitten", berichtet die Bahnsprecherin. An Engstellen und in Bahnhöfen werde der Gleiskörper konventionell erneuert, auf freier Strecke komme ein Umbauzug zum Einsatz. "Bei einem konventionellen Umbau werden zunächst die zu erneuernden Schienen getrennt", teilt die Sprecherin weiter mit.

Die Arbeiten an den Schienen sind in vollem Gang.
Die Arbeiten an den Schienen sind in vollem Gang. // Milena Meder

Danach heben Bagger die alten Schienenstränge und Schwellen aus dem Schotterbett, "die Schienen werden in Stücke geschnitten und gemeinsam mit den alten Schwellen abtransportiert". Der bisherige Schotter werde entfernt und neuer auf das vorbereitete Gleisbett abgekippt, verteilt und in Form gebracht. 

Die nächsten Arbeitsschritte

Anschließend legen die Arbeiter mithilfe von Zweiwegebaggern und Schwellenverteilgeräten die neuen Schwellen in das Gleisbett. Um die Montage der Schienen zu erleichtern, richten sie diese danach gleichmäßig aus und setzten die neuen Schienenstränge auf die Schwellen.

"Im nächsten Arbeitsschritt wird zusätzlicher Schotter zwischen die Schwellenräume geschüttet, um eine stabile Bettung zu gewährleisten. Im Anschluss werden die Schienen mit einer Stopfmaschine gestopft. Dabei wird der Schotter unter die Schwellen gepresst, um die Schienen in die endgültige Lage zu bringen und das Gleisbett zu stabilisieren." 

Infos zum Schienenersatzverkehr

Nach dem Stopfen werden die Verbindungen verschweißt, die Gleise kontrolliert und bei Bedarf feinjustiert. Eventuelle Unebenheiten werden beseitigt, und die Schienen in die endgültige Position gebracht. Danach ist das Gleis bereit für den Bahnbetrieb. "Bei einem Umbau mit einem Umbauzug laufen die Schritte automatisch und kontinuierlich in einem Zug ab", erklärt die Sprecherin abschließend. 

Für den Schienenersatzverkehr ist die Erfurter Bahn zuständig. Weitere Informationen zum SEV finden Sie über diesen Link oder im PDF.

Schienenersatzverkehr der Erfurter Bahn

Weiter geht es mit der grün-weißen Erfurter Bahn.
  • Schienenersatzverkehr der Erfurter Bahn
  • Dateigröße (Bytes): 171530
  • Stand vom 28.08.2024

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