8. Oktober 2025, Ortseingang Diebach: Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) ist mit einem Aktenordner ausgestattet – „einer der wenigen, die ich noch vom Vorgänger übernommen habe“, sagt er. „OD Diebach“ steht auf dem Ordner, der der Beweis dafür ist, dass dieser Tag „ein denkwürdiger Tag in der Geschichte Diebachs“ sei. Endlich wird das umgesetzt, was Bürgerinnen und Bürger schon lange fordern: die Sanierung der Ortsdurchfahrt.
Erste Gespräche habe es bereits im Jahr 2007 gegeben, doch immer wieder kam es zu Verzögerungen. „Manche haben vielleicht schon den Glauben verloren“, meint der Bürgermeister. Nach all den Jahren hatte er dann allerdings im Oktober gute Nachrichten: Mit dem Beginn der Kanalbauarbeiten ist der Startschuss für die Komplettsanierung der Straße im Herbst 2025 gefallen.
Im Dezember, nach rund zwei Monaten Bauzeit, gab Anja Ostendorp, Fachbereichsleitung Planen und Bauen der Stadt Hammelburg, gemeinsam mit Jan-Peter Solveen und Robert Lutz vom Ingenieurbüro Alka aus Haßfurt nun ein Update.
Verzögerungen bei der Sanierung in Diebach
„Ziel war es eigentlich, den ersten Teil des Kanalbaus bis Weihnachten komplett abzuschließen“, berichtet Ostendorp. Geklappt habe das nicht, es gebe Verzögerungen, bedauert sie. „Wir sind auf Fels getroffen, den wir vorher nicht verorten konnten und die Kanal- und Gasleitungen liegen so ungünstig, dass wir mit Spundwänden arbeiten müssen.“
Aufgrund dieser Schwierigkeiten müsse die Stadt derzeit auch mit etwa 200.000 Euro Mehrkosten rechnen; die Gesamtsumme für den Kanalbau steigt also auf circa 1,6 Millionen Euro an. Die Finanzierung liegt, bis auf etwa 200.000 Euro Unterstützung vom Staatlichen Bauamt, bei der Stadt Hammelburg.
Etwas anders sei die Situation beim Straßenbau, der im Sommer 2026 auf die Kanalarbeiten folgen soll. Gefördert wird hier ebenfalls vom Staatlichen Bauamt (Fahrbahn), zusätzlich unterstütze allerdings auch das Amt für ländliche Entwicklung (Gehwege, Nebenflächen) und gegebenenfalls die Regierung von Unterfranken. „Die Gesamtmaßnahme ist auf 7,6 Millionen Euro geschätzt“, fasst Ostendorp die Finanzierung von Straßen- und Kanalbau zusammen. Die Kosten für die Stadt Hammelburg: aktuell etwa 3,8 Millionen Euro.
Umleitung in Diebach bis Fasching aufgehoben
Zurzeit stehen die Arbeiten in Diebach still. Über die kalten Monate befinde sich die Baustelle, welche an die Firma August Ullrich aus Elfershausen vergeben wurde, in der Winterpause. Weitergehen soll es dann voraussichtlich in der Woche nach Fasching. Die Sperrung der Diebacher Straße und die entsprechende Umleitung ist für diese Zeit aufgehoben, steht auf der Homepage der Stadt geschrieben.
Die provisorischen Bushaltestellen im Stadtweg werden in diesem Zeitraum ebenfalls außer Betrieb genommen und der Busverkehr bedient wieder die regulären Haltestellen. „In der Kalanderwoche neun (Ende Februar) wird die Verkehrsführung gemäß Regelplan wieder aufgebaut, die provisorischen Bushaltestellen erneut eingerichtet und die Bauarbeiten fortgesetzt“, heißt es.
Darum muss der Kanal in Diebach erneuert werden
Der Kanal sei beschädigt, er habe aktuell Zustandsklasse vier von fünf; außerdem sei er hydraulisch überlastet, ergänzt Jan-Peter Solveen vom Ingenieurbüro Alka. „Wir erneuern den Kanal also auf jeden Fall, bevor wir die Straße sanieren, sonst müssten wir die Fahrbahndecke irgendwann wieder aufbrechen.“
Die größten Überleistungsgrade lägen an der Ecke St.-Georg-Straße/Diebacher Straße bei 170 Prozent, im Bereich der Junkerstraße in Richtung Schäferwiese sogar bei 300 Prozent. „Das kommt einfach daher, dass im Jahr 1980 mit anderen Regenmengen gerechnet wurde“, weiß er.
Ende der Baustelle?
Der neue Kanal befinde sich nach Abschluss der Arbeiten auf gleicher Tiefe wie der Aktuelle, reiche stellenweise allerdings etwa zehn Zentimeter weiter in den Boden. Der Grund: größere Rohre. Trotz Verzögerungen sei die Fertigstellung der 560 Meter langen Stecke weiterhin für den 31. Juli 2026 vorgesehen. „Ob wir das jetzt noch einhalten können, weiß ich natürlich nicht.“
Wann genau dann mit dem Straßenbau begonnen wird? Jan-Peter Solveen weiß: Erst wenn der Kanal fertiggestellt ist, kann mit dem ersten Bauabschnitt (605 Meter, beginnt im Bereich der Ortsmitte und erstrecken sich bis zum Ortsausgang Hammelburg) im Straßenbau begonnen werden. „Damit wollen wir eigentlich bis Ende 2027 fertig werden.“ Der zweite Bauabschnitt (360 Meter, Ortsmitte in Richtung Wartmannsroth/Waizenbach) soll dann im Jahr 2028 begonnen werden. Ende 2028 ist dann – hoffentlich, so Jan-Peter Solveen – alles fertig.














