Bereits seit Jahrzehnten ist die Staatsstraße 2290 zwischen Euerdorf und Obbach immer wieder Thema in Bürgerversammlungen und Gemeinderatssitzungen. In den 2000er Jahren hatte die Gemeinde Sulzthal in Absprache mit dem Staatlichen Bauamt zumindest die Ortsdurchfahrt erneuert, seitdem hat sich wenig getan.
2014 gab es zwar die Ankündigung, dass die Straße zwischen Sulzthal und Euerdorf erneuert werden soll, allerdings gibt es bis heute keine Einigung mit allen Grundstückseigentümern. Umso überraschter war der Sulzthaler Bürgermeister August Weingart nun, dass das Staatliche Bauamt die Sanierung der Staatsstraße südlich des Ortes angekündigt hat.
Zunächst bereits für April angekündigt
In der jüngsten Gemeinderatssitzung verkündete er die Mitteilung des Staatlichen Bauamtes. Darin hieß es, dass die Arbeiten zwischen April und Juli erfolgen sollen. Auf Nachfrage konkretisierte die Behörde am Mittwoch, dass der Baubeginn erst für Anfang Juni geplant sei.
Damit ist auch eine Überschneidung mit der Rallye „Fränkisches Weinland“ des Automobil- und Motorsportclubs (AMSC) Hammelburg am 29. April vom Tisch. Der AMSC plant eine Wertungsprüfung oberhalb von Sulzthal.
Laut Sportleiter Florian Arand hat der Verein bereits wegen der Maibaumaufstellung umgeplant: Stadt zwei Wertungsprüfungen mit je zwei Runden gibt es eine mit drei Runden. „Wir wollen um 14 Uhr fertig sein in Sulzthal“, kündigt Arand an.
Arbeiten am Kernwegenetz geplant
Bedenken hatte der Sulzthaler Bürgermeister auch wegen der geplanten Arbeiten am Kernwegenetz: Hutzelofen- und Höchstattweg sollen erneuert werden. Die Kosten sind laut Weingart mittlerweile auf mehr als 1,5 Millionen Euro gestiegen.
Die Arbeiten sollen heuer starten, allerdings sei noch keine Ausschreibung raus und auch bei der Förderung habe die Kommune Spielraum bis Ende 2024. „Das lässt sich regeln“, ist der Bürgermeister überzeugt, dass die Gemeinde den Bauarbeiten an der Staatsstraße ausweichen kann. Neu angelegt werden soll die Einmündung der Zufahrt zum Hochbehälter, die in einer Kurve in die Staatsstraße mündet.
Nach Auskunft des Staatlichen Bauamtes wird die Staatsstraße St 2290 zwischen Sulzthal und Obbach auf einer Länge von rund 8,2 Kilometern instandgesetzt. „Die Arbeiten hierzu beginnen nach jetzigem Stand im Juni“, heißt es aus Schweinfurt. Erneuert werden die Asphaltdeck- und die Asphaltbinderschicht.
Dazu sei eine Vollsperrung notwendig, betont das Staatliche Bauamt und nennt mehrere Gründe: Zum einen sei die Fahrbahn zu schmal für eine halbseitige Sperrung, weil sonst die Sicherung der Arbeitsstelle nicht möglich sei. Zum anderen soll die Vollsperrung die Bauzeit verkürzen und die Qualität verbessern, weil keine Naht in der Straßenmitte notwendig sei.
Ausbau der Serpentine dauert länger
Die Baumaßnahme ist in zwei Bauabschnitte aufgeteilt. Der erste beginnt am Ortsausgang Sulzthal und endet nach der Einmündung der Kreisstraße KG 39, also an der Kreuzkapelle. Der zweite geht ab der KG 39 bis zum Ortseingang von Obbach. Obwohl der erste Bauabschnitt kürzer ist, werden die Arbeiten an der Serpentine voraussichtlich mehr Zeit in Anspruch nehmen: Fünf Wochen hat das Staatliche Bauamt dafür veranschlagt, die offene Strecke Richtung Obbach soll dann in rund drei Wochen fertig sein.
Kosten liegen bei rund 1,5 Millionen Euro
Die Umleitung für den ersten Bauabschnitt erfolgt von Obbach kommend über Greßthal, Fuchsstadt und Euerdorf. Aus Sulzthal kommend über Ramsthal, Ebenhausen, Poppenhausen, Euerbach und Obbach. Für den zweiten Bauabschnitt wird es eine neue Umleitung geben, nämlich in beide Richtungen über Greßthal und Wasserlosen.
Auch Bürgermeister Weingart verweist auf die überörtliche Umleitung, schließlich sei die örtliche Umfahrungen zum Teil für Durchgangsverkehr gesperrt.
Die Kosten schätzt das Staatliche Bauamt auf 1,5 Millionen Euro. Durch die Sanierung würden Oberflächenqualität und Substanz der Straße nachhaltig verbessert, „so dass der Streckenabschnitt dem Verkehr langfristig ohne weitere Instandhaltungsmaßnahmen zur Verfügung stehen kann“, betont das Bauamt.
Auf Nachfrage bestätigt die Behörde, dass zwischen Obbach und der Landkreisgrenze erst im vergangenen Jahr Arbeiten an der Straßenoberfläche durchgeführt wurden, „um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten und die Straßensubstanz bis zu der nun anstehenden Maßnahme zu sichern“.
Und was ist mit den Schlaglöchern nördlich des Ortes? „Zu der Baumaßnahme Sulzthal-Euerdorf gibt es keine Neuerungen“, berichtet das Staatliche Bauamt und verweist auf Gespräche mit den Grundstückseigentümern.
Vor einer Einigung könne nichts weiter unternommen werden. Und Bürgermeister Weingart ergänzt: „Die Gemeinde hat jedenfalls alle Voraussetzungen für einen Grundstückstausch geschaffen.“














