Die Geschwindigkeitsmessung durch einen teilstationären Blitzer zeigt offenbar Wirkung: Die sogenannte Semistation der Firma Jenoptik wurde in Würzburg seit Anfang September an zehn verschiedenen Straßen getestet. Nach den ersten beiden Wochen sei die Zahl der Verstöße deutlich zurückgegangen, berichtete Uwe Zimmermann, Leiter des Fachbereichs Allgemeine Bürgerdienste, jetzt im Bau- und Ordnungsausschuss des Stadtrats.
Der Blitzer ergänzt die drei seit 2023 fest installierten Blitzanlagen am Stadtring und soll ebenfalls für mehr Sicherheit im Straßenverkehr und weniger Belastungen der Anwohner durch Lärm und Abgase sorgen. In den zehn Wochen seit Inbetriebnahme stand der kompakte Anhänger, der mit Lasertechnologie vier Fahrspuren in beiden Fahrtrichtungen gleichzeitig überwacht, jeweils eine Woche lang an folgenden Standorten: Wörthstraße, Sanderglacisstraße, Rottendorfer Straße, Leistenstraße, Ludwigstraße, Kantstraße am Stadtring Süd, Höchberger Straße, Eisenbahnstraße, Mergentheimer Straße und Zeppelinstraße.
Blitzer in Würzburg: Das hat die Stadt im Probezeitraum eingenommen
Exakt 5878 Geschwindigkeitsüberschreitungen wurden gemessen, am häufigsten waren Autofahrer in der Ludwigstraße (4,5 Prozent) und der Sanderglacisstraße (4 Prozent) zu schnell unterwegs. Die wenigsten Verstöße wurden laut Zimmermann in der Mergentheimer Straße (0,6 Prozent) und in der Leistenstraße (0,2 Prozent) gemessen.
Gut 5300 Verstöße konnten bereits bearbeitet werden, die Summe der verhängten Bußgelder beläuft sich auf 105.000 Euro. Zimmermann schätzt, dass der Betrag nach Abschluss der dreimonatigen Testphase bei rund 130.000 Euro liegen wird. Die Miete der Semistation für diesen Zeitraum beträgt knapp 40.000 Euro.
Neuer Blitzer könnte dauerhaft in Würzburg zum Einsatz kommen
Die Testphase sollte ursprünglich bis Ende November dauern, wurde aber um eine Woche verlängert, weil der Blitzer-Anhänger bei einem Unfall auf dem Stadtring beschädigt wurde und vom Hersteller ausgetauscht werden musste. Bei der Auswertung der Ergebnisse wurde festgestellt, dass „Würzburger und Auswärtige nachts etwas schneller rasen“, berichtete Zimmermann.
Aufgrund der Erfahrungen in der Testphase will das Kommunalreferat dem Stadtrat im kommenden Jahr vorschlagen, eine Semistation für vier Jahre dauerhaft anzumieten. „Wir haben herausgefunden, dass wir mit dieser Technik 25 verkehrsrelevante Standorte in Würzburg regelmäßig überwachen können“, so Zimmermann weiter. Jeder Standort wäre dann zweimal pro Jahr dran. Benötigt werden dafür zweieinhalb neue Stellen in der Stadtverwaltung.




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