Jedem Königshaus hätte die Anzahl der gekrönten Häupter zur Ehre gereicht, die beim 55. Gründungsjubiläum der Fidelia Reiterswiesen anwesend waren. Insgesamt 24 ehemalige Faschings-Prinzessinnen begleiteten nicht nur die Feierlichkeit rund um das Jubiläum, sondern auch die Proklamation von Jennifer II. als Regentin für die Session 2025/26. Den karnevalistischen Rahmen nutzte auch der Fastnacht-Verband Franken für Würdigungen, unter anderem mit dem „Till von Franken“ als höchste Auszeichnung für Lisa Bühner.
Ratespiel zur neuen Hoheit
Konfetti, Narrenkappe, Goldlametta, Maskerade, Narhallamarsch und das Narrenschiff für die Elferräte auf der Bühne zeigten im Bürgerhaus Krone deutlich, dass die Fidelia in Reiterswiesen die Regentschaft bis zum Faschingsdienstag übernommen hat. So füllte sich die Bühne anfangs mit roten Kostümen und Fidelia-Vorsitzender Constantin Kleinhenz begrüßte in Reimform die Gäste, die ehemals gekrönten Häupter und besonders die zwei Gründungsmitglieder Rudi Kiesel und Georg Renninger. Ihren Abschiedsschmerz formulierte Prinzessin Kristina I. ebenfalls in Reimform, danke für die närrische Zeit und wünschte ihrer Nachfolgerin viel Spaß bei allen Gelegenheiten.
Ausgeschmückt wurde die Proklamation durch Einlagen der Blauen Husaren und der Prinzengarde, die in den vierminütigen Medleys tänzerische Höchstleistungen zeigten. Als singender Moderator fungierte Lorenz Schubert im weiteren Verlauf des Abends. In seinen Händen lag das Ratespiel zur neuen Prinzessin, die ja hinter den Kulissen bereits bekannt war. Drei Rateteams, bestehend aus den ehemaligen Prinzessinnen, mussten sich der Video-Challenge „Macht er’s oder macht er’s nicht“ stellen und das Verhalten von vier Personen einschätzen.
In vier lustigen Video-Clips ging es um Mitsingen oder nicht, um Heilwasser „trichtern“ oder nicht, um nächtliches Schwimmen im Rosengarten-Brunnen und um ein herausforderndes Statement mit „Nett hier, aber …“ zum BTC Garitz. Danach wusste man: Die Prinzessin ist größer als 1,50 Meter, hat Schuhgröße 39 und braune Augen. Anhand dieser wenigen Information war die Wahrscheinlichkeit eines Treffers zwar gering, aber das ausgeprägte Gespür und das Hintergrundwissen in den Rateteams sorgte mit „Jenny Knoll“ für die richtige Lösung.
Im hellblauen Ballkleid präsentierte sich „Jennifer II.“ dem Narrenvolk, das seine Glückwünsche in der bewährten Form des Beifalls ausdrückte. Die Fidelia tat es mit einem Blumenstrauß und der Überreichung des neuen Ordens der Session 25/26. Dieser sei angesichts des 55. Jubiläums und des Hintergrunds von Jennifer II. als Gardemädchen und -beauftragte besonders gestaltet, so Constantin Kleinhenz. Für den BTC Garitz übermittelte Christian Rüth die Glückwünsche zum Jubiläum und zur Vorstellung der Faschingsprinzessin als Einstieg in die Session 25/26. Er erinnerte an viele gemeinsame Aktionen, die nicht nur in gegenseitigen Besuchen der Elferratssitzungen bestehen, sondern auch beim Rathaus-Sturm am 11.11. oder beim närrischen Ausklang am Faschingsdienstag.
Till von Franken für Lisa Bühner
Vertreten war auch der Fastnacht-Verband Franken (FVF) durch Klaus Mültner, der als Beirat für Unterfranken eine besondere Schatulle dabei hatte. Darin enthalten war nicht nur eine Urkunde für die Fidelia zum 55. Gründungsfest, verbunden mit einem Gutschein für den Besuch im Deutschen Fastnacht-Museum in Kitzingen, sondern auch Ehrungen für verdiente Vereinsmitglieder.
Mit dem Orden „Till von Franken – Nr. 4232“ erhielt Lisa Bühner die höchste Auszeichnung der FVF. Ihre Fidelia-Karriere begann als Maskottchen der Prinzengarde im Alter von drei Jahren. Im Laufe ihrer 28-jährigen Mitgliedschaft war sie nicht nur als Gardemädchen in allen Tanzgruppen aktiv, sondern auch als Trainerin für die Prinzengarde und das Tanzmariechen sowie als Büttenrednerin und in der Session 2016 als Prinzessin. Gelobt wurde ihr unermüdlicher Einsatz und ihre Fähigkeit, kreative Tänze zu entwickeln.
Verdienstorden des FVF verliehen
Den Verdienstorden des FVF erhielten Tobias Geipel und Daniel Kleinhenz. In der Laudatio auf Tobias Geipel wurde sein Engagement auf und hinter der Bühne gewürdigt. Er habe in unterschiedlichsten Rollen das Publikum begeistert, unter andrem als Michael Jackson oder als „Beamter für Infrastruktur der Stadt Bad Kissingen“, der humorvoll den Behördenalltag auf die Schippe nahm. Daniel Kleinhenz wurde gelobt für seine Auftritte beim Männerballett und in der Showtanzgruppe sowie für die tatkräftige Hilfe den Fidelia-Aktionen. Darüber hinaus ist er seit vielen Jahren als Elferrat und Beisitzer im Vorstand tätig und verantwortlich für die Verpflegung bei den Aktivitäten.
Der aktuelle Sessionsorden zeige „Till Eulenspiegel“, so Klaus Mültner, weil die höchste FVF-Auszeichnung 60 Jahre alt werde. Mit diesem „Till in spe“ möchte man die Geehrten zu weiterem Engagement auffordern, „dann gibt’s auch das Original“. Ausgezeichnet wurden Jennifer Dittmer für ihr Engagement in den Tanzgarden und als Trainerin für diese, Melanie Kiesel für ihre Verlässlichkeit als Schriftführerin bei Fidelia sowie für ihre tatkräftige Unterstützung im Bewirtungsteam, Melina Mucha als langjährige Aktive in den Tanzgarden sowie Alina Geipel für ihre Auftritte in den Tanzgarden und in der Kinder-Bütt.















