Die richtigen Lösungen lauten 861 und 975. Diese Euro-Beträge hätten die Croupiers den Roulette-Spielern als Gewinn auszahlen müssen. Klingt einfach, ist aber äußerst schwieriges Kopfrechnen unter Zeitdruck. Denn die Chips liegen übereinander, nebeneinander und auf den verschiedensten Positionen: vierfacher Gewinn, 35-fache Auszahlung und viele weitere knifflige Konstellationen.
„Best Mathematician“ heißt diese Disziplin, die bei den dritten bayerischen Meisterschaften der Croupiers in der Bad Kissinger Spielbank bewältigt werden muss.
In zwei Haupt- und fünf Nebenkategorien stellten am Donnerstag (15. Januar) 16 Männer und eine Frau aus den neun bayerischen Spielbanken ihr Können unter Beweis. Die beiden Erstplatzierten vertreten Bayern bei der German Dealer Championship vom 28. bis 30. April in Berlin.
Das Team Bad Kissingen
Die Spielbank Bad Kissingen schickte einen alten Hasen und einen Neuling ins Rennen: Andreas Voll (49) und den 21-jährigen Dario Hernandez-Tirado. Voll ist seit 25 Jahren Croupier, Hernandez-Tirado hat knapp eineinhalb Jahre Berufserfahrung.
Haben die beiden Lokalmatadoren richtig gerechnet? Sie werden es gegen Ende des Wettbewerbes erfahren. Denn die Ergebnisse der Rechentests sorgten später noch für einiges Kopfzerbrechen.
Chips schieben
Die nächste Prüfung auf dem Programm: Best Pushing Stacks. Mehrere Jeton-Stapel müssen mit einer Hand auf dem Roulette-Tisch verschoben werden. Fällt ein Chip herunter oder gar ein ganzes Türmchen um, gilt diese Disziplin als nicht bestanden.
Für alle Kandidaten eine ziemliche Herausforderung. „Im normalen Arbeitsalltag kommt es nicht so oft vor, dass man Chips in so vielen Blöcken über den Roulette-Tisch schieben muss“, erklärt Voll.
Nach Farben sortieren
Weiter geht's unter den strengen Augen der Juroren. Chips aus einem bunt gemischten Haufen nach Farben sortieren und in der vorgegebenen Zeit in 20er-Blöcke stapeln. Danach Jetons mit verschiedenen Werten in einer vorgegebenen Reihenfolge übereinander setzen.
Bei allen Aufgaben sind vor allem zwei Fähigkeiten entscheidend: geschickte Finger und höchste Konzentration. Auch beim Black Jack, einer Variante des landläufig bekannten „17 und 4“. Unter Zeitdruck werden Karten verteilt und wieder eingesammelt. In rasender Geschwindigkeit fliegen Asse, Könige und andere Werte über den Tisch und landen am richtigen Platz – meistens jedenfalls.
Roulette und Black Jack
Dann wird richtig gespielt: Roulette und Black Jack. Auch hier sind die Anforderungen hoch. Ein Croupier muss beim Umgang mit den Gästen jederzeit höflich und freundlich sein. Dazu auch mit hoher Konzentration alle Vorgänge am Tisch im Blick behalten und sich die Zahlenkombinationen der Spieler merken.
Kurz vor Ende des Wettbewerbs die Überraschung: Kein Teilnehmer hatte die beiden Ergebnisse 861 und 975 richtig ausgerechnet. Deshalb gibt es ein Stechen der fünf Croupiers, bei denen zumindest eine Summe stimmte. Wieder schafft es keiner. Erst im dritten Durchgang gibt es einen Sieger: Josip Filipovic (Spielbank Bad Wiessee).
Der Preis für den besten Kartengeber geht an Jessica Kössler (Spielbank Lindau). Filip Svach von der Spielbank Bad Wiessee geht besonders geschickt mit den Spielchips um und räumte dafür gleich drei Preise ab.
Schließlich werden die Gesamtsieger gekürt. David Heidegger aus Lindau erreicht den dritten Platz. Filip Svach holt sich auch den Vizetitel. Bayerischer Meister ist Sebastian Streitel von der Spielbank Garmisch-Partenkirchen. Er wird den Freistaat Ende April zusammen mit Filip Svach bei der deutschen Meisterschaft in Berlin vertreten.



















