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Tribute-Show
ABBA-Zauber im Regentenbau
ABBA-Show
Bei der Show „ABBA – The Concert“ wurden die Evergreens zum Leben erweckt. // Klaus Werner
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Die ABBA-Darsteller: Agnetha (Angela Castellani), Anni-Frid (Irene Pertile), Ludovico Banali als Björn (Gitarre) und Eduardo Mezzogori als Benny am Keyboard. // Klaus Werner
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Bunte Kostüme für die Darsteller, Showeffekte und Videoclips auf den Leinwänden. // Klaus Werner
ABBA-Show
Die Show „ABBA - The Concert“ im Bad Kissinger Regentenbau. // Klaus Werner
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Die Show „ABBA - The Concert“ im Bad Kissinger Regentenbau. // Klaus Werner
Bad Kissingen – Es war eine mitreißende Tribute-Show. 450 Gäste erlebten eine Zeitreise in die Siebziger.

Man nehme ein „Best of“-Album der schwedischen Pop-Gruppe ABBA und gruppiere um deren 40 bekanntesten Hits eine versierte Gruppe mit den zwei optisch ähnlichen Frontdamen „Agnetha“ und „Anni-Frid“ im Zentrum, und schon hat man eine Bühnenshow als Besuchermagnet. So war es auch im Regentenbau von Bad Kissingen, wo im Max-Littmann-Saal die wohlgesetzten Rhythmen der eingängigen Hits für nur rund 450 Gäste eine „Wohlfühl-Atmosphäre“ hervorzauberten.

Es ist ein bewährtes Rezept für die „Tribute-Shows“, die Sängerinnen und Sänger sowie Cover-Bands mit den bekannten Ohrwürmern ihrer musikalischen Vorbilder landauf und landab präsentieren. So war es auch bei der Show „ABBA – The Concert“, die sich auf die sechs Konzerte der vier Schweden in der Londoner Wembley-Arena im Jahr 1979 bezieht und damit nicht nur die „Evergreens“ zum Leben erweckte, sondern auch das damalige Lebensgefühl.

Gesang und Choreografie

Hilfsmittel waren dabei Multivisionswände, auf denen kunterbunte, auf die Lieder abgestimmte Showeffekte flimmerten oder Videoclips aus der ABBA-Historie präsentiert wurden, und eine ausgefeilte Bühnenbeleuchtung. Im Hintergrund sorgten Michela Porazzi, Carolina Della Villa Silva und Riccardo Zardi Boni für die gesanglichen und choreografischen Rahmenbedingungen. Durch Stefano Zanon (Schlagzeug) und Giovanni Antonio Scarabel (E-Bass) erhielten die ABBA-Doubles die musikalische Rückendeckung.

Im Zentrum standen die blonde Agnetha (Angela Castellani) und die brünette Anni-Frid (Irene Pertile) sowie Ludovico Banali als Björn (Gitarre) und Eduardo Mezzogori als Benny am Keyboard, das in einem weißen Flügel seinen Platz gefunden hatte. Bei den bunt-poppigen Kostümen bediente man sich an den Vorbildern und vermittelte damit den Eindruck einer „musikalischen Zeitreise in die 70er Jahre“ – gleiches galt für die einstudierte Choreografie der beiden, die sich an den Originalauftritten der Band orientierte.

Viele Hits auf die Bühne gebracht

Die Zeitreise beschränkte sich aber nicht nur auf die immer noch populären Hits von ABBA, die aus einem Zeitraum von 1972 bis 1982 stammten, sondern auch auf das Publikum, in dem jugendliche Fans aus der Instagram-Zeit selten vertreten waren, dagegen Zeitzeugen der ABBA-Auftritte aus dem „Beatclub“ des NDR oder der „ZDF-Disco“ das Parkett füllten.

Bei der Abfolge der ABBA-Hits kann man eigentlich nichts falsch machen – jeder ist ein Ohrwurm und damit im musikalischen Gedächtnis der Besucherinnen und Besucher fest verankert. Nach wenigen Takten wird „Knowing Me, Knowing You“ ebenso erkannt wie „Super Trouper“, „The Name Of The Game“ oder „Money, Money, Money“ – die Texte beziehungsweise die Refrains werden mitgesungen oder mit rhythmischem Klatschen begleitet.

Mal geht es rockig-fetzig zu wie bei „Does Your Mother Know“ oder „Hole In Your Sole“, mal eher balladenhaft, wenn „I Have A Dream“ oder „Fernando“ den Max-Littmann-Saal in Stimmung bringt, mal nostalgisch-poppig, wenn „Voulez-Vous“ oder „Summer Night City“ den Disco-Fox aus den Clubs und Diskotheken zum Leben erweckt.

Wenn der Funke überspringt

Durch die Wechsel von schwungvollen Stücken, die den Bewegungsdrang der Gäste aktivierten, zu den eher sanften Liedern, die zum erinnernden Zuhören animierten, sprang der Funke nicht so über, wie es die Band und allen voran Motivator Eduardo Mezzogori am Keyboard gerne gewollt hätten. Mitklatschen und Mitsingen – ja! Aber auch sehr viele Smartphones folgten den Akteuren, und da ist eine ruhige Hand gefragt, wenn die Aufnahme für Zuhause oder für die sozialen Netze etwas werden soll – ein Effekt, der von den Künstlern ausdrücklich gewünscht war, aber auch so manchem Gast den Blickwinkel beeinträchtigte und eine stimmungsdämpfende Auswirkung haben kann.

Erst mit den letzten Stücken „Take A Chance On Me“, „Dancing Queen“ und „Waterloo“ als 1974er-Siegertitel des Eurovision Song Contests nahm der Saal den Rhythmus auf, verließ die bequeme Position und das Publikum zeigte, was an Reserven in ihm steckte.

Autogrammwünsche zum Abschluss erfüllt

Der Dank für einen unterhaltsamen Abend war begeisterter Applaus des Publikums und Zugaberufe, die unter anderem mit der Ballade „Thank You For The Music“ erfüllt wurden. Der Zuspruch zeigte sich auch anschließend im Foyer, wo die „Tribute-Band“ die Autogrammwünsche der ABBA-Fans erfüllte.

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